Osthessen wird nicht verschont: Eine Starkstromtrasse kommt auf jeden Fall

25. November 2015
Region

Die Koalition in Berlin will, dass die geplanten Starkstromtrassen überwiegend unter die Erde kommen. Der Netzbetreiber Tennet plant deshalb komplett neu. Wo genau gebaut wird, steht frühestens in einem Jahr fest. Sicher ist: Osthessen wird nicht verschont werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Die Koalition hat zwei neue Anforderungen an die Suedlink-Trasse Wilster–Bergrheinfeld formuliert: Die Trasse soll weitgehend unterirdisch verlaufen, und sie soll auf einem langen Stück auf einer gemeinsamen Trasse mit der Verbindung Brunsbüttel–Großgartach gebaut werden. Die spannende Frage ist: Wo gabelt sich die aus Brunsbüttel und Wilster kommende Trasse?

Wenn sie sich bereits bei Kassel trennt, verläuft die Trasse in Richtung Bergrheinfeld vermutlich weiter durch den Kreis Fulda. Erfolgt die Trennung weiter südlich, etwa im Rhein-Main-Gebiet, bliebe Osthessen vom Suedlink verschont. Dafür würde der Ballungsraum Frankfurt belastet. Der Ausgang scheint völlig offen. „Ich bin gespannt, wie sich die hessische Landesregierung zu dieser Frage äußert“, sagt Jochen Vogel (CSU), Bürgermeister von Motten.

Orientierung an bestehender Trasse?

Die Konzentration auf den unterirdischen Bau hat jedoch eine sichere Folge: Die Leitung wird sich mehr der Luftlinie annähern. Die Variante über Thüringen, deren Prüfung der Fuldaer Kreistag etwa forderte, ist damit vom Tisch. „Tennet hat uns angekündigt, dass der Untersuchungsraum kleiner wird“, bestätigt Vogel.

Die Koalition hat beschlossen, dass für diese Wechselstromtrasse geprüft wird, ob ein Verlauf Mecklar–Dipperz–Uberach möglich wäre, „der sich teilweise an Bestandstrassen orientieren kann.“ Damit würde die bereits heute vorhandene Hochspannungsleitung genutzt, die parallel zur A 7 durch den Kreis Fulda führt und dann bei Eichenzell entlang der A 66 Richtung Frankfurt weitergeht. Gebaut würde überirdisch.

„Bislang ist das Projekt nicht erdkabelfähig; es gilt abzuwarten, ob dies so bleibt oder es sich noch ändert“, erklärt die Bundesnetzagentur. Tennet erklärt, die Nutzung de vorhandenen Hochspannungsmasten sei „elektrotechnisch nicht so gut geeignet wie ein Neubau“. Die grundsätzliche Entscheidung, welche Variante – Verstärkung der bestehenden Leitung oder Neubau – treffen die Bundesnetzagentur und der Bundestag.

Zwei zusätzliche Stränge

Die Verstärkung der bestehenden Hochspannungsleitung durch den Landkreis ist aber nicht so einfach. Es ist gut möglich, dass diese Leitung komplett neu gebaut werden muss.

„Würde die Variante über Dipperz mit Nutzung der bestehenden Leitungen von der Bundesnetzagentur und vom Gesetzgeber bestätigt werden, dann müsste die bestehende Leitung mit zwei zusätzliche 380-Kilovolt-Systemen verstärkt werden“, erläutert Tennt.

Gemeint sind zwei zusätzliche Stränge. „Diese Verstärkung könnte als viersystemiger Ersatzneubau oder auch oder mit einer weiteren zweisystemigen 380 Kilovolt-Leitung realisiert werden. Hierzu wären aber in jedem Fall Detail-Untersuchungen notwendig, um die technische Ausführung zu klären“, erklärt Tennet.

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