Unfall in Freizeitpark: Hersteller Wiegand schließt technischen Mangel aus

10. Oktober 2017
Rasdorf

Bei einem Unfall auf einer Sommerrodelbahn im Sauerland hat ein Zwölfjähriger am Samstag ein Bein verloren. Die Rodelbahn wurde vom Rasdorfer Unternehmen Wiegand gebaut. Mit dem Betrieb der Bahn habe man aber nichts zu tun.

Das betont Geschäftsführer Hendrik Wiegand. Einen technischen Defekt schließt er aus. 2005 war die Rodelbahn „Trapper Slide“ im Abenteuerland Fort Fun bei Bestwig-Wasserfall im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis eröffnet worden.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Geschäftsführer Hendrik Wiegand, dass sein Unternehmen die Sommerrodelbahn zwar gebaut habe, sie aber nicht betreibe: „Mit dem Fahrbetrieb an sich haben wir nichts mehr zu tun.“

Auf der Wasserkuppe auch Betreiber

Anders ist das zum Beispiel auf der Wasserkuppe, wo Wiegand die Sommerrodelbahn und Skilifte selbst betreibt. Das Rasdorfer Familienunternehmen ist Weltmarktführer beim Bau von Rodelbahnen. Dementsprechend sei Fort Fun auch für die Wartung selbst verantwortlich.

„Welche Firma das Fahrgeschäft prüft, entscheiden die Parkbetreiber“, sagt Wiegand. Sein Unternehmen sei damit nicht beauftragt worden. Wie der TÜV Rheinland am Montag erklärte, werde die Sommerrodelbahn jährlich kontrolliert. Auch eine Probefahrt gehöre dazu – wichtig sei jedoch, dass sich die Fahrgäste an die Sicherheitsvorschriften hielten.

Junge außer Lebensgefahr

Der Zwölfjährige war am Samstagmittag mit seinem Fuß zwischen Schlitten und Schiene geraten. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, sei der Junge außer Lebensgefahr. „Natürlich kann man im Moment nur mutmaßen. Aber ich kann es mir nur so erklären, dass der Junge während der Fahrt übermütig wurde, sich vielleicht abgeschnallt hat“, sagt Hendrik Wiegand.

Einen technischen Mangel schließt er aus: „Dann hätte der Bob schon in der Mitte durchgebrochen sein müssen – das hätte man ja sofort bemerkt.“ Unfallgefahr wegen Sicherheitslücken, etwa auf der Wasserkuppe, bestünde also nicht, betont Wiegand.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, soll nun ein Gutachter klären. Zunächst bleibt die Anlage mindestens bis zum Wochenende gesperrt, erklärte Andreas Sievering, Geschäftsführer von Fort Fun Abenteuerland, am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. / alb