Antonius-von-Padua-Schule als inklusive Grundschule anerkannt

Antonius-von-Padua-Schule wird als inklusive Grundschule staatlich anerkannt

20. September 2014
Fulda

Die 14 ABC-Schützen, neun Kinder ohne, fünf Kinder mit Handicap, und auch die Verantwortlichen der Antonius-von-Padua-Schule hatten am Freitag allen Grund zur Freude: Ihnen wurde die vorläufige staatliche Anerkennung als inklusive Grundschule erteilt.

Der Donnerstag war für die Schule ein ganz besonderes Datum: Der stellvertretende Amtsleiter des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Fulda, Stephan Schmitt, übergab an die Geschäftsführerin des Antoniusheims Michaela Lengsfeld und an den Schulleiter der Schule, Hanno Henkel, die vorläufige Staatliche Anerkennung zum Betrieb einer inklusiven Grundschule. Die Schule bekam nur eine vorläufige Anerkennung, weil sich das offizielle Schulgebäude gerade noch im Bau befindet.

Die für das Antoniusheim zuständige Schulamtsdirektorin, Walburga Kurth-Gesing, hatte das Antragsverfahren von Anfang an unterstützt und so diesen Weg der Inklusion mit initiiert. Sie erklärte: „Damit ein inklusiver Grundschulunterricht staatlich anerkannt wird, müssen vor allem die baulichen Voraussetzungen erfüllt sein und natürlich das Grundschulcurriculum." Beides sei in der Antonius-von-Padua-Schule gegeben.

Die Verantwortlichen, die an der Verwirklichung dieses Projekts beteiligt waren, kamen am Freitag im vorläufigen Klassenraum der ersten Klasse in der Haimbacher Straße zusammen und feierten mit den Kindern der Antonius von Padua Schule diesen besonderen Tag. Jedes Kind hatte die Chance, sich vorzustellen und zu erzählen, wie es seine erste Schulwoche empfunden hat. „Mir gefällt es hier sehr gut", erklärte der siebenjährige Elia, und alle anderen Kinder schlossen sich einstimmig seiner Meinung an.

Unterstützung von der Grundschule Haimbach

„Seit 1908 gibt es die Antonius-von-Padua-Schule als Förderschule für Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen Behinderung. Die staatliche Anerkennung für den inklusiven Grundschulbetrieb ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft", freute sich Lengsfeld.

„Dank der großen Unterstützung der Firma Engelbert Strauss konnten wie die Auflagen für den Bau gut umsetzen", sagte Hanno Henkel und erklärte, dass das Unternehmen aus Biebergemünd die Baukosten des zurzeit im Bau befindlichen neuen Schulgebäudes übernehme.

Unterstützung erhielten die Verantwortlichen der Schule außerdem von der Schulleiterin der Grundschule Haimbach, Sabine Lehrich. Sie begleitete die Arbeitsgruppe, die aktiv an der Öffnung gearbeitet hat. „Aus dieser Gruppe ist mittlerweile eine Partnerschaft erwachsen, von der beide Schulen in Zukunft profitieren werden", sagte Lehrich.

Norbert Strauss, Geschäftsführer von Engelbert Strauss, und Sabine Lehrich bekräftigten, dass es eine Herzensangelegenheit gewesen sei, dieses Vorhaben zu unterstützen und dies auch in Zukunft tun wollen, damit aus der vorläufigen eine dauerhafte Genehmigung werden könne.

Dennoch wies Gertraud Sorg, Vorsitzende der Antonius-Stiftung, darauf hin, dass eine komplette Abschaffung der Förderschulen nicht möglich sei: „Um jedem Kind die besten Entwicklungschancen bieten zu können, ist es wichtig zweigleisig zu fahren."