Expertin Anja Odenwald über die richtige Tragehilfe für den Nachwuchs

05. Februar 2016
REGION

Sind die Babybeine in der richtigen Position, und ist das Köpfchen gestützt? Solche Fragen sollten sich Eltern beim Kauf einer Babytrage oder eines Tuches stellen. Expertin Anja Odenwald (38) aus Eichenzell verrät weitere Tricks fürs Tragen.

Beim Bummel im vollen Kaufhaus, beim Spaziergang über holprige Wege oder daheim beim Aufräumen: Wer sein Baby in einer Trage oder einem Tuch trägt, hat die Hände frei und kommt besser voran. Außerdem lieben viele Babys es, an Mamas oder Papas Brust gekuschelt zu sein. Es soll sie beruhigen, ihnen Nähe und Geborgenheit geben. Doch viele Eltern haben Zweifel: Ist das Baby in Tuch oder Trage sicher aufgehoben? Sind Körper und Köpfchen richtig und gut gestützt? Und was ist eigentlich mit dem elterlichen Rücken?

Die ausgebildete Trageexpertin Anja Odenwald (38) aus Eichenzell kann beruhigen. „Eine Tragehilfe ist kein Hexenwerk.“ Sie selbst ist zweifache Mutter und möchte die Tragehilfe nicht mehr missen. „Durch meine erste Tochter lernte ich schnell, dass Tragen zu den Grundbedürfnissen eines Säuglings gehört. Auch meine zweite Tochter erkundet derzeit auf Augenhöhe die Welt. Und die Tragehilfe ist bis heute unser treuer Begleiter. Außerdem erleichtert es den Alltag ungemein“, erklärt die 38-Jährige.

Passform besonders wichtig

Worauf Eltern beim Kauf achten sollten? „Ich kann nur raten, möglichst viele Varianten der Tragehilfen zu testen. So wissen Mutter und Vater hinterher, was sich gut anfühlt und was nicht“, sagt die Expertin.

Ein besonders wichtiges Kriterium sei die Passform. Sie müsse sowohl auf das Kind als auch auf Mutter oder Vater zutreffen. Optik sei erst einmal zweitrangig. „Die Tragehilfe ist wie ein Paar Schuhe. Es darf nirgends zwicken. Jede Mutter bringt ja eine andere körperliche Konstitution mit. Und die Wirbelsäule der Babys ist – je nach Alter – unterschiedlich ausgebildet“, erklärt die Eichenzellerin. Eine Beratung sei daher empfehlenswert.

Den gesamten Rücken des Babys schützen

In der Tragehilfe sollte das Baby in der sogenannten Anhock-Spreizstellung sitzen. Das heißt, dass sich die Knie des Kindes über Po-Höhe befinden und leicht gespreizt sind. Der Rücken sollte eine leicht rundliche Stellung haben. „Etwa so, als würde das Baby auf dem Bauch liegen“, erklärt Odenwald. Und die Trageberaterin ergänzt: „Das Wichtigste dabei ist, dass die Trage den gesamten Rücken des Kindes vom Po bis zum Nacken gut stützt. Wenn das Kind nicht stabil sitzt, klappt es wie eine Art Klappmesser zusammen“, macht sie deutlich. Dadurch könne auch die Sauerstoffsättigung gestört werden.

Generell empfiehlt die Expertin die „Face-to-Face-Position“. „Durch die eingeschränkte Sicht wird ein Säugling nicht mit äußeren Einflüssen überfordert“, sagt Anja Odenwald.

Info: Die Familienbildungsstätte in Fulda bietet einen Infoabend zum Thema „Tragehilfe“ für Eltern an. Dabei geht es um Fragen wie: Verwöhne ich mein Baby, wenn ich es trage? Welche Tragehilfen gibt es? Was sind die Vor- und Nachteile? Ist das Binden eines Tragetuches schwer?

Der Kurs findet am Mittwoch, 10. Februar, von 18 bis 20 Uhr in den Räumen der Familienbildungsstätte statt. Geleitet wird er von Trageberaterin Anja Odenwald. Die Gebühr beträgt vier Euro. Weitere Informationen unter Telefon 0661/928430.

Weitere Infos zum Thema „Tragetechniken“ gibt es bei Anja Odenwald unter Telefon 06659/918272 oder im Internet. / kra