Kurioser Fall in Franken: Huhn versetzt Friseur-Kunden in Angst und Schrecken – oder war es doch ganz anders?

06. Mai 2016
KITZINGEN

Tierische Aufregung in Unterfranken: Ein Huhn soll laut Polizei den Betrieb eines Friseurladens in Kitzingen lahmgelegt haben. Die Chefin des Salons sieht das aber ganz anders.

Eine „aufgebrachte Henne“ vor einem Friseurladen hat einen Polizeieinsatz im unterfränkischen Kitzingen ausgelöst. Wie eine Türsteherin habe sich das Tier vor der Tür des Salons in Stellung gebracht, teilten die Beamten am Mittwoch mit. Kein Kunde habe sich heraus oder herein getraut. Mit Brotkrumen hätten die Polizisten das braun-gefiederte Huhn schließlich angelockt und „in Gewahrsam genommen“.

Nach Ansicht der Friseurinnen lachen über diese Version allerdings die Hühner. „So’n Schmarrn, wer hat denn heut’ noch Angst vor nem Huhn“, zitiert der Bayerische Rundfunk die Inhaberin Astrid Lalomia. Vielmehr hätten sie und ihre Mitarbeiter das Huhn sogar selbst gefüttert, damit es nicht vor ein Auto flattere, erklärte Lalomia dem Sender. Aus diesem Grund habe man auch die Polizei gerufen.

Wie geht es mit dem Huhn weiter?

Da der Besitzer der Henne zunächst unbekannt war, gab die Polizei das Tier in die Obhut eines Nachbarn, der selbst Hühner hält. Bis Donnerstagmittag hatte sich noch niemand bei der Polizei gemeldet, dem das Hühnchen entlaufen ist.

Die Stadt Kitzingen als zuständige Behörde prüft nun, wie sie mit dem Federvieh weiter umgeht. Da herrenlose Tiere als Fundsachen gelten, würde das Huhn üblicherweise sechs Monate aufbewahrt und im Anschluss versteigert. Der zuständige Beamte der Stadt bezweifelte aber, dass dieses Vorgehen bei einem lebenden Tier genauso angewandt werden kann. Es sei ein besonderer Fall: „Ich hatte noch kein Huhn“, sagte er. / dpa, sps