„Foaset in Foll“: Närrische Verse von Ex-Prinzen Günther Elm

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - „Trunkene Freude, bezaubernde Stunden, köstliche Fastnacht, nichts kommt dir gleich.“ Die närrischen Verse von Ex-Prinzen Günther Elm im Wortlaut.

„Foaset in Foll“ (Fastnacht in Fulda)

„Trunkene Freude, bezaubernde Stunden,

köstliche Fastnacht, nichts kommt dir gleich.

Lasst uns von Sorgen und Nöten gesunden,

zieht mit uns ein, in das närrische Reich!“

Diese heitere Aufforderung schrieb der Fuldaer Heimatdichter,

Pit Krewer, genannt: „Heiche“, er war auch einmal Protokoller der FKG, in seinem Fulda-Lied: „Fastnacht in Fulda ist wieder erstanden!“, nach einer „Paul-Lincke-Melodie“

In den dreißiger Jahren, als die FKG, neu gründet in 1934, gerade wieder,

die Tradition der „Fuldaer Fastnacht“ auf dem Boden der ehemaligen, 50 Jahre wirkenden, 1880 gegründeten „Carneval Gesellschaft“ wieder lebendig werden ließ und mit ihren Veranstaltungen neu begann, bis zum erneuten Ende in

1939, dem Beginn des zweiten Weltkrieges.

Krewers Texte treffen bis heute, den närrischen Nagel auf den Kopf.

„Zaubrich“, wie aus Grabesnacht und Dunkel,

ein erbet’ner goldner Sonnenstrahl,

steigt empor mit klitzerndem Gefunkel,

nun der Glücksverheiser – Karneval.

Prinz Karneval, das närrische Oberhaupt unserer Fastnachtszeit, die in

jedem Jahr neu zu suchende „Tollität“, die durch die Fuldaer Narrentage als

heitere Symbolfigur des Frohsinns und der ungetrübten Heiterkeit, führt.

Harrend steh’n im festlichen Gewandte,

die Getreuen zum Empfang bereit,

losgelöst sind alle Sorgen Bande

und die Herzen wundersam bereit.

Wundersam ist es schon, was sich in unserer Heimatstadt bewegen lässt, dreht es sich um unsere Fastnacht. Denn 14 karnevalistische Vereine, tragen zum Gelingen unseres „Fuldaer Heimatfestes“ bei, das mit dem großen Rosenmontagszug, seinen Höhepunkt erreicht.

Eine gewachsene, bodenständige Fastnacht, denn unsere Brauchtumsgeschichte

beginnt schon im Jahre 1508. Belegt durch eine Gerichtsurteil und gefunden im Marburger- Archiv, also, seit über 500 Jahren – Fastnacht in Fulda.

Diese geliebte „Fünfte Jahreszeit“ ist nicht nur auf die wenigen Wochen

beschränkt, die ihr der Kalender vorgibt. Die Fastnacht lebt indirekt weiter

im profanen Jahr, sie gibt durch ihre fuldische Eigenart Denkanstöße und

Impulse und bleibt ganz sicher ein Bindeglied im städtischen Leben.

Doch wie erklärt sich diese närrische Bereitschaft, der „fuldischen „Foaset“

zu dienen, die wertvolle Freizeit zu opfern, sich ein zu bringen und dazu

mit dem nötigen Ernst, der diese heitere Aufgabe, ohne Zweifel verlangt.

Ja,in bunten Farben prächtig,

gute Laune ist ja bunt,

zeigt „Gott Jokus“ sich hier mächtig,

königlich im Narrenbund.

Dankbar sind die Untertanen,

unsrer Fulder Narretei,

weil sie fühlen und erahnen,

hier ist man mit dem Herz dabei.

Auch schaut man mit froher Seele,

gerne freudig in in die Welt,

es ist wahr was ich erzähle:

Narrenweisheit, die gefällt.

Frohsinn darf man niemals zügeln

und schon gar nicht den Humor,

Heiterkeit muss uns beflügeln,

im Alltag kommt sie selten vor.

Fulder Mädchen, Fulder Jungen,

wo solch edle Blühten sprießen,

wird gelacht und gern gesungen,

das ist einwandfrei bewiesen.

Denn sie sind restlos befallen,

von jenem Virus, der uns zwickt,

und bewirkt das bei uns allen,

das Narrentreiben hier so glückt.

Dazu gehört in uns’re Stadt,

onser Spoach – mir schwätze platt!“

Ich honn halt so off Fulder Oart,

mir selber emo so geoart:

„Weil bei ons de klännste Knilch

gaanz freeh scho, doarch dee Mottermilch,

dän „Foasetvirus“ einfach fängt

on doss gett schneller als mer denkt.

Denn schließlich hängt mer jo mit Lust,

on sinner Motter ihrer Brust.

On ess dee „Stillziet“ dann vorbei,

konnste infiziert geseih.

Doss kresst du netmeeh uis de Knoche,

scho goar net in de „Foasetwoche“.

Dän Virus honn ich net getadelt,

als „Fulder“ bist du jetzt geadelt,

denn du gehierscht scho gleich vo voarn,

zo däne hochgschätzte Noarrn.

„Föllsch Foll – Hinein“ hiert mer dich schwätz,

doss senn in Foll de erschte Sätz,

dee so eh „Kleinkeend“ von sich gitt,

bee oft Talente fier dee Bütt.

On dessjoahr doa regiert en Goode,

schönne Prinz uis Oberrode,

där scho uffällt soarn ich nur,

gaanz allei doarch sie Figur.

Doa fehlt nischt, där ess gelonge,

där lacht au gern – ess werd gesonge,

däm konnste Foaset ohvertrau,

„Fassadicus“ – doss kemmt vom Bau

on „Maximus“ beschriet sinn Doarscht,

noach Fulder Bier on Fulder Woarscht.

Koarz där basst in onser Welt,

dee au de Noarrn so good gefäält,

sie Regentschaft ess vo Notz

on werd au nächtes Joahr de Botz,

äbbes deuerer - au Okay,

boss äbbes kost -ess meist au schee!

Off dee Foaset – off ons all,

off onsern Prinz in jedem Fall,

off sinne Mannschaft, so solls sei:

Ein dreifaches „Föllsch Foll – Hinein!“

Günther Elm (Januar 2016)

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