Fotos: Lena Quandt

Fremdensitzung des SCC „Die Spätzünder“: Narren bevölkern Schlüchterns Stadthalle

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Ein dreifach donnerndes „Schlüchtern Helau“, ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm und ganz viel gute Laune – das waren die Zutaten der Faschingssitzung des Schlüchterner Carneval-Clubs „Die Spätzünder“ am Samstagabend in der Stadthalle in Schlüchtern.

Von unserem Redaktionsmitglied Lena Quandt

Zahlreiche Gäste aus Nah und Fern waren zu der großen SCC-Sause in die festlich hergerichtete Schlüchterner Stadthalle gekommen – die meisten natürlich verkleidet. Da saßen Indianer neben Piloten, Clowns schunkelten mit Honigbienen, Steinzeitmenschen trafen auf Jogginganzüge und Vokuhila-Frisur. So manches Gesicht aus der Stadtprominenz, darunter Bürgermeister Matthias Möller, Stadtverordnetenvorsteher Joachim Truss, Erster Stadtrat Reinhold Baier, Ortsvorsteher Rainer Grammann, die vollständige CDU-Fraktion, Ex-Vizelandrat Günter Frenz sowie Kalte-Markt-Präsident und stellvertretender SCC-Vorsitzender Michael Resch begrüßten die Mitglieder des Elferrats zu Beginn der Veranstaltung. Der Elferrat hatte seinerseits diesmal einen „IHK-Profiküsser“ mit an Bord, wie sie verkündeten.

Tanzgruppen präsentierten ihr Können

Eine Bandansage hatte Schlüchterns Narren und ihren Freunden vorab viel Spaß beim anstehenden „sexstündigen Programm“ gewünscht, bevor der Vorhang sich öffnete und Garden und der Elferrat einmarschierten. Ihr Können präsentierten sodann die Knallfünkchen, Schlüchterns jüngste Tanzformation, zum Thema Träume. Marit Matthiesen hielt eine Büttenrede über die Sorgen und Nöte des Babysitter-Daseins. Sie sprach von Spinat im Gesicht, zerbrochenem Geschirr und dem Sendersuchlauf. Die Gruppe Knallbonbons überzeugte danach mit flotten Gardetänzen. Der heimliche Star des Abends war aber der fast 90-jährige Clemens Schreiber. Er hielt eine kurzweilige und amüsante Büttenrede zum Heimwerkerdasein. Und hatte mit Sätzen wie „Wir Männer sind zum Leiden geboren“ die Lacher auf seiner Seite.

Auch das diesjährige Dreigestirn – Jungfrau Steffenie, Seine Deftigkeit Bauer Jens und Prinz Steffen I. des Spätzünder-Ordens – wurden von der Menge und dem Elferrat standesgemäß begrüßt. Ilona Föller erzählte in ihrer Büttenrede von einem Trip über die Alpen, den sie mit ihrem Mann Ewald zu Fuß gemacht hatte. „Das Wandern ist des Föllers Lust“, begann sie ihren Vortrag. Doch so manche Tagesetappe habe durch gesperrte Wanderwege zum Verdruss geführt, berichtete sie. Und so lautete nach schmerzenden Füßen und der Frage, ob es auf der Alm wirklich keine Sünde gibt, ihr Fazit: „War der Weg auch noch so toll, jetzt hab ich die Schnauze voll.“ Es folgte ein umjubelter Auftritt der Garde Rasselbande.

Einblicke in eine fiktive Zeitungsredaktion

Dietmar Keidel und Jörg Schlögl überzeugten als das Duo Gottlieb Hähnlein, Chefredakteur des Kinzig Echos, und dessen Volontär Erwin, „einfach Erwin“. Sie parodierten den Alltag in einer Zeitungsredaktion. Der Mitarbeiter Herr Schwind sollte einen Termin mit Constantin von Brandenstein-Led-Zeppelin vereinbaren, hatte aber keine Zeit wegen Dreharbeiten zu einem Rosamunde-Pilcher-Film. Volontär Erwin war zwar engagiert, aber nicht ganz, was Hähnlein sich vorstellte.

Weitere Themen in der fiktiven Zeitungsredaktion waren das Klima und die Umwelt: „Auch die deutsche Luftwaffe hat einen Umweltpreis bekommen – für Hubschrauber und Kampfjets in Bodenhaltung“, so Hähnlein. Schlüchterns Geschäftsleute gingen da mit guten Beispiel voran: „Der Bauer Klein hat seinen Rindviechern allen einen Kuhtalysator eingebaut, damit die nicht die ganze Ozonschicht wegkoffern! Der Hans-Dieter Hausmann hat die Linsen- und Erbsensuppe von der Speisekarte genommen, wegen des Methan-Ausstoßes, und der Thomas Rech, der verkauft keine Diesel-Jeans mehr!“ Und die Nachricht des Abends: „Matthias Möller denkt über eine weitere Kandidatur als Bürgermeister in Steinau im Rahmen eines Minjobs nach.“

Unser Bericht bildet einen Teil des Programms ab. Einen ausführlichen Bericht mit weiteren Programmpunkten lesen Sie in der Montagsausgabe der Kinzigtal Nachrichten und im digitalen E-Paper.

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