Die Orgel in der Hettenhausener St. Georg Kirche wird restauriert. Andres Hahn erklärt die Vorgänge im Orgelturm.
+
Die Orgel in der Hettenhausener St. Georg Kirche wird restauriert. Andres Hahn erklärt die Vorgänge im Orgelturm.

Gemeinde bringt 89.000 Euro auf 

140 Jahre alte Orgel in Hettenhausen erstrahlt in neuem Glanz

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
    schließen

Die Restaurierung der Orgel in der evangelischen Kirche St. Georg in Hettenhausen steht kurz vor dem Abschluss. 210.000 Euro wird das Projekt kosten. 89.000 Euro davon hat die Gemeinde selbst aufgebracht. Am 1. November diesen Jahres soll die „Königin der Instrumente“ eingeweiht werden. 

Hettenhausen - „Es ist ein seltener Fall, den wir hier haben“, sagt Prof. Dr. Herzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Der Grund: Die Orgel stamme aus dem 19. Jahrhundert – und sei „hervorragend überliefert“. Eine „absolute Ausnahme“, wie Herzenetter findet.

Orgelbauer Andreas Hahn erklärt, was genau an der Orgel restauriert wird. „Äußerlich ist das Instrument kaum verändert worden, im Inneren der Orgel jedoch schon.“ Ziel der Restauration sei es, zu rekonstruieren, „was im Laufe der Jahre verloren gegangen ist“, sagt Hahn. Denn: Im Laufe der Jahre sei die Orgel dem Zeitgeschmack angepasst worden, nun wolle man zurück zu dem Zustand, als sie vor 140 Jahren gebaut wurde. Dazu gehöre etwa die Rekonstruktion von Holz- und Prospektpfeifen, außerdem kümmerten sich die Orgelbauer derzeit um die Windversorgung, die im Laufe der Jahrzehnte verändert wurde. Weiteres Ziel sei es, die Balganlage, die hoch oben im Orgelturm stehe, wieder an die Orgel anzubinden, sodass der Wind auch wieder per Fuß erzeugt werden könne. „Wir haben außerdem eine Pedal- sowie eine Manualklaviatur rekonstruiert.

Den größten Teil übernimmt die Gemeinde selbst

Insgesamt 210.000 Euro zeigt das Spendenbarometer am Eingangsbereich der Kirche derzeit an. Die Evangelische Landeskirche Kurhessen-Waldeck erklärte sich bereit, das Vorhaben mit 80.000 Euro zu fördern, 20.000 Euro kamen vom Orgelförderprogramm der Hessischen Landesregierung. Unterstützt haben die Sanierung ebenso die Stiftung der Sparkasse Fulda sowie die Stadt Gersfeld.

Der größte Anteil, mit etwa 89.000 Euro, kommt jedoch von der Gemeinde selbst – und das binnen eines Jahres. Dafür wurden beispielsweise in Coronazeiten Biergartenfestpakete angeboten, die man erwerben konnte. Ebenso wurden Blumenzwiebeln verkauft. Außerdem wurden Patenschaften für Orgelpfeifen angeboten.

Eckart Wörner vom Orgelprojekt St. Georg Hettenhausen urteilt: „Das ist für mich schon etwas Besonderes. Wir sind da sehr mutig herangegangen, ohne zu wissen, wie es ausgehen wird.“ Er fügt hinzu: „Ich bin froh, dass sich die Gemeinde für dieses bedeutende kulturhistorische Instrument verantwortlich zeigt.“

Einweihung ist im November

Hettenhausens Ortsvorsteher Konstantin Neumann zeigt sich ebenso stolz: „Unsere Orgel hat einen besonderen Charme und ist erhaltenswert. Ich freue mich, wie engagiert alle mitgearbeitet haben. Es ist nicht selbstverständlich, solche eine Summe in so kurzer Zeit aufzubringen.“

Eingeweiht wird die Orgel am 1. November. Bis dahin muss allerdings noch fleißig gehämmert und gesägt werden.

Lesen Sie auch: „Gefahr durch herabstürzende Teile“ - Pfarrer Kümpel zum Abbruch des St. Michael-Kirchturms

Das könnte Sie auch interessieren