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28-Jähriger soll Edeka-Mitarbeiter terrorisiert haben: „Der Strick wartet schon auf dich“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Mit bis zu 40 Anrufen am Tag hat ein 28-Jähriger aus Fulda den Filialleiter und die Mitarbeiter des Edeka-Marktes in der Pacelliallee über mehrere Monate belästigt. Am Telefon bedrohte und beleidigte der Mann die Angestellten. Jetzt klärt das Landgericht, ob der Mann in die Psychiatrie muss.

Von unserem Redaktionsmitglied Jacqueline Kleinhans

Es gab Phasen, in denen das Telefon im Supermarkt in der Pacelliallee nicht aufhörte zu klingeln. Die Nummer hatte der Angeklagte gewählt. Die Drohanrufe begannen am 9. September 2016. Nach Zeiten des täglichen Terrors ließ der Mann monatelang von Anrufen ab. Dann rief er wieder an.

„Ich habe eine Waffe zu Hause“

Mehrmals am Tag, oft im Minutentakt, soll der 28-Jährige laut Anklage dort mit unterdrückter Nummer angerufen haben. Hob ein Mitarbeiter ab, beleidigte der Fuldaer diesen oder bedrohte den Filialleiter. Bei seinem ersten Anruf im September 2016 sagte er einem Angestellten: „Wenn ich deinen Chef noch einmal sehe, knall‘ ich ihn ab. Ich habe eine Waffe zu Hause.“

Diese Art der Bedrohungen („Ich schlag‘ dir mit der Axt den Kopf ab“, „Die Waffe ist schon geladen“ oder „Ich häng‘ dich mit dem Strick auf“) zogen sich bis November 2018 hin. Auch eine Bombe wolle er unter dem Edeka-Markt deponiert haben. Die bis zu 40 Anrufe innerhalb weniger Stunden am Tag sollen die Mitarbeiter erheblich psychisch belastet und körperlich beeinträchtigt haben.

Verhaltensstörungen und erheblicher Alkoholkonsum

Der Fuldaer ist seit Mai dieses Jahres in einer Psychiatrie untergebracht. In der Verhandlung soll nun geklärt werden, ob er dauerhaft in der Psychiatrie bleiben muss. Der Angeklagte leidet laut Anklageschrift an Verhaltensstörungen. Der 28-Jährige sei nicht in der Lage, sein Verhalten zu steuern. Zudem könne er aufgrund seines erheblichen Alkoholkonsums, seinen Tag nicht strukturieren. Es sei zu erwarten, dass er die Taten wieder begeht. Zudem sei er für die Allgemeinheit gefährlich. Die Anklageverlesung nahm er gestern regungslos hin.

Trotz Hausverbot immer wieder vor der Tür

Die Edeka-Mitarbeiter soll er nicht nur durch Anrufe belästigt haben: Immer wieder tauchte er vor dem Markt auf und wollte diesen trotz Hausverbots betreten. Hatte ihn die Polizei daraufhin wieder nach Hause gebracht, fingen die Anrufe von vorn an. Einem Mitarbeiter drohte er damit, ihn nach der Arbeit auf dem Parkplatz abzufangen, „denn der Strick wartet schon auf dich“. Die Angestellten konnten laut Anklage ihr Leben nur noch schwierig gestalten, da sie Angst hatten, dass der Angeklagte seine Drohungen wahrmacht.

Die Verhandlung wird am Mittwoch um 9.30 Uhr fortgesetzt. Dann werden unter anderem der Filialleiter des Edeka-Marktes aussagen.

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