Fotos: Jessica Vey

4000-Euro-Zuschuss: Backhaus Schlitzenhausen ist jetzt echter Hingucker

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitzenhausen - Das Backhaus im Tanner Stadtteil Schlitzenhausen ist ein Hingucker. Es wurde nicht nur durch Malereien verschönert. Dank des Förderprogramms „Starkes Dorf“ wurde außerdem unter anderem eine Pergola gebaut.

Von unserem Redaktionsmitglied Jessica Vey

„Was heute das Internet ist, war früher das Backhaus“, sagt Ortsvorsteher Gerhard Skoruppa. „Damals wurden dort die Neuigkeiten aus dem Dorf ausgetauscht.“ Der 380-Einwohner-Ort Schlitzenhausen hat schon lange ein Backhaus, „bestimmt seit den 30er Jahren“, erzählt er. Das alte Backhaus ist bei einem Hochwasser zerstört worden. Deshalb wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues gebaut.

Doch in den vergangenen Jahrzehnten ist es nicht mehr zum Brot- und Kuchenbacken genutzt worden. „Zwischenzeitlich war es mal ein Jugendtreff, aber das ist es heute auch nicht mehr“, erzählt der Ortsvorsteher.

Förderbescheid übergeben

Um das Gebäude wieder attraktiver zu machen und als Treffpunkt zu etablieren, haben sich der Ortsbeirat, beziehungsweise der Verein Tann Aktiv auf eine Förderung des Landes beworben. Bei dem Programm „Starkes Dorf“ werden Maßnahmen im ländlichen Raum mit bis zu 5000 Euro bezuschusst. Schlitzenhausen erhielt 4125 Euro.

Staatssekretär Patrick Burghardt (CDU) übergab am Donnerstag nachträglich den Förderbescheid. Das Geld wurde bereits verbaut, so dass Burghardt die Früchte der Förderung bestaunen – und auch gleich frisch gebackenen Kuchen aus dem Backhaus probieren konnte.

Einen Mittelpunkt schaffen

Der Außenbereich ist gepflastert und ein Dach gebaut worden. „Auch wenn es ein vermeintlich geringer Betrag ist. Wir spüren, dass sich im ländlichen Bereich viel bewegt und das Heimatgefühl immer wichtiger wird. Den ländlichen Raum wollen wir stärken. Und das Brotbacken ist eine schöne Tradition, die hier nun wieder gepflegt wird“, sagte der Staatssekretär.

Bürgermeister Mario Dänner (parteilos) betont, dass die Kommune mit 23 Stadtteilen und Weilern „kleinteilig“ sei und zudem „finanzschwach. 4000 Euro haben da eine riesige Wirkung. Wir musste in Schlitzenhausen das Bürgerhaus verkaufen. Deshalb ist es umso schöner, wenn wir mit dem Backhaus einen Mittelpunkt schaffen können.“

Backhaus wurde bemalt

Im Zuge der Neugestaltung ist zudem die Idee entstanden, dass Christa Erk das Backhaus bemalen könnte. Sie kommt aus Schlitzenhausen und zählt das Malen zu ihren Hobbys. So zieren nun verschiedene Darstellungen des historischen Brotbackens die Außenwände. „Das war auf dem groben Putz gar nicht so einfach“, erzählt sie.

„Ich habe vier bis sechs Wochen gebraucht – aber vor allem auch, weil ich nur eins, zwei Stunden am Tag malen konnte. Das war im Sommer und da war es sehr heiß. Aber es hat viel Spaß gemacht. Ich hab das für die Schlitzenhausener gemacht.“

Jetzt bleiben laut Ortsvorsteher immer wieder Autos stehen, die am Backhaus vorbeikommen und das bemalte Gebäude fotografieren. Skoruppa hat die Hoffnung, dass das Backhaus das Dorf näher zusammenbringt und dass dort wieder häufiger gebacken wird.

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