Fotos: Matema

5000 Masken für Moshi: Jan Schultheis gründete Modelabel in Afrika

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Moshi - Vor einem Jahr hat der aus Petersberg stammende Jan Schultheis das Modelabel Matema Design mit ins Leben gerufen. Mit den Umsätzen werden soziale Projekte in Afrika unterstützt. In der Coronakrise hat das Team 5000 Mundschutze produziert und in Tansania verteilt.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Von Savannen über Wüsten, von den Flüssen Nil bis Sambesi oder vom Kilimandscharo bis hin zu bedeutenden Wahrzeichen wie dem Tafelberg: Der Kontinent Afrika, oftmals nur durch seine landschaftliche Schönheit bekannt, besitzt ein großes Entwicklungspotenzial.

Aus dem Antrieb, helfen zu wollen, absolvierte der Petersberger Jan Schultheis im Jahr 2017 einen Freiwilligendienst in Mwika, einem Ort in Tansania. „Nach acht Monaten in Afrika hatte ich allerdings nicht das Gefühl, viel durch meinen Dienst verändert zu haben“, blickt der 21-Jährige zurück. Aus diesem Grund suchten die drei Freunde Jan Schultheis, Jonas Valentin Oberle (Hannover) und Eva Budniewski (Berlin), die sich bei dem Freiwilligendienst kennenlernten, nach einer Alternative, ihr Engagement fortzusetzen. Das Ergebnis: das Modelabel Matema.

„Uns hat die Mode dort fasziniert, die für dieses Land steht“

„Uns hat die Mode dort fasziniert, die für dieses Land steht. So kam uns die Idee, Kleidung mit ostafrikanischen Einflüssen auch in unserer Heimat zu verkaufen“, erläutert der Student, der internationale Wirtschaft und Entwicklung in Bayreuth studiert. Die gegründete Firma dient aber nicht zum Eigennutz, sondern zur Unterstützung der dort lebenden Menschen.

Das Team um Schultheis arbeitet komplett selbstständig, mit dem Erlös werden soziale Projekte unterstützt. Die ersten Anteile des Umsatzes werden dafür verwendet, Lehrerstipendien an der alten Wirkungsstätte der Sozialunternehmer zu ermöglichen. „Wir stehen noch relativ am Anfang, trauen uns aber langfristig auch eigene soziale Projekte zu“, sagt er.

Auf der Website von Matema Design gewähren die Gründer zudem Einblicke, wie die Menschen dort leben, wie es ihnen geht, oder wie deren Alltag aussieht. „Wir wollen dadurch einen interkulturellen Austausch schaffen“, erklärt der Petersberger. Dafür werden regelmäßig Interviews, Erfahrungsberichte und Geschichten veröffentlicht.

Zahlen der Infizierten in Afrika niedrig

Auch dem Coronavirus wird bei Matema aktuell viel Aufmerksamkeit geschenkt. „Die offiziellen Zahlen von Infizierten sind in Afrika sehr niedrig. Das liegt aber daran, dass nicht viel getestet wird“, erklärt Schultheis. Die Gesundheitssysteme der afrikanischen Länder seien in der Regel sehr schlecht. „Tests sind oftmals nur in Privatkliniken verfügbar. Diese kosten bis zu 90 Dollar. Das können sich natürlich nur wenige leisten, weshalb niemand weiß, wie schlimm die Lage wirklich ist.“

Deshalb wollte das Team um Matema einen solidarischen Beitrag leisten, damit die Menschen die aktuelle Krise gut überstehen können. Das Ergebnis: ein Spendenaufruf für 5000 Masken für Moshi, eine Stadt in Tansania. „Die Unterstützung war grandios und die Aktion ein voller Erfolg“, freut sich Schultheis. Bereits nach kurzer Zeit war das benötigte Geld gesammelt.

Stadtbevölkerung lebt auf engem Raum

Die Mundschutze werden in der Firma hergestellt, in der sonst Jacken und Shirts für das Modelabel produziert werden. Der Stoff für die Masken stammt wie bei den Textilien aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. „Die Spendenaktion hat den positiven Effekt, dass die Angestellten und Auszubildenden weiterhin beschäftig sind und die eigene Produktion gestärkt wird“, erläutert der 21-Jährige.

Viele Mundschutze werden in Tansania für wenig Geld verkauft, um weitere herstellen zu können. Andere werden dagegen an Einrichtungen wie Kinderheime verschenkt, die sich die Masken nicht leisten können. „Die Stadtbevölkerung lebt auf sehr engen Raum, weshalb ein Sicherheitsabstand fast unmöglich ist. Die Masken können somit Leben retten“, verdeutlicht der Student.

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