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Abwasserverband plant 15,1 Millionen Euro Investitionen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Mit großer Mehrheit hat die Verbandsversammlung des Abwasserverbandes Fulda dem Haushaltsplan 2020 zugestimmt. Wie in den Vorjahren wurde ein ausgeglichener Haushaltsplanentwurf zur Beschlussfassung vorgelegt.

Verbandsvorsitzender, Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos), betonte in der Haushaltsrede, dass für 2020 eine weitere Steigerung der Haushaltsansätze ansteht. Nachdem 2019 durch das bis dahin größte Investitionsprogramm seit Verbandsgründung gekennzeichnet war, würde dies 2020 durch eine Steigerung von 3,15 Millionen auf 15,1 Millionen Euro Gesamtinvestitionssumme „nochmals deutlich übertroffen“.

Hintergrund seien die in den Gremien festgelegten verstärkten Investitionsbemühungen durch das sogenannte Substanzwerterhaltungskonzept des Kanalnetzes im Verbandsgebiet sowie Baumaßnahmen im Klärwerk Gläserzell. Es sei eine „erfreuliche Nachricht für die Gebührenzahler“, dass trotz der Investitionen bis 2021 keine Gebührenerhöhung vorgesehen ist, so Schreiner.

Keine Schuldenberge für künftige Generationen

Obwohl es im kommenden Haushaltsjahr zu höheren Aufwendungen bei Personalkosten und Abschreibungsansätzen komme, würde die Gesamtsumme der ordentlichen Aufwendungen durch geringere Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen gegenüber dem Vorjahr sinken. Bei den Zinsaufwendungen sei trotz einer steigenden Verschuldung ein Rückgang um 100 000 Euro zu erwarten.

Besonderes Augenmerk legte Schreiner bei der Betrachtung der Eckdaten des Etats 2020 auf die Schuldensituation des Verbandes: Er wies darauf hin, dass „der eingeschlagene Weg der Umsetzung des Substanzwerterhaltungskonzeptes nicht ohne Anstieg der Verschuldung umsetzbar“ sei. Trotz Spagat zwischen Schuldenreduzierung sowie Erhaltung und Erneuerung des Infrastrukturvermögens zeigte er sich überzeugt, dass den zukünftigen Generationen keine Schuldenberge überlassen werden.

Thema „Überflutungsschutz bei Starkregen“

Die aktuellen Investitionsanstrengungen würden über Darlehen finanziert, die in einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren getilgt werden, so Schreiner. Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten und wegen der aktuellen Zinssituation wäre es „unverantwortlich, zum jetzigen Zeitpunkt die Umsetzung des viel beachteten Substanzwerterhaltungskonzeptes des Kanalnetzes mit all seinen Sonderbauwerken nicht beherzt anzugehen“, hieß es zudem. Alleine in den vergangenen elf Jahren sei die Zinslast um mehr als eine Million Euro reduziert worden; eingesparte Zinsen könnten für Investitionen oder zur Schuldentilgung verwendet werden.

Neben den Reinvestitionen sei es auch erforderlich, sich des Themas „Überflutungsschutz bei Starkregen“ anzunehmen, da die Stadtregion und das Umland in den vergangenen Jahren vermehrt betroffen waren. Als erste Schutzmaßnahmen wurden in den vergangenen drei Jahren Hochwasserschutzmaßnahmen im Engelhelmsbachtal fertiggestellt.

Grundstückseigentümer werden einbezogen

Sogenannte Überflutungsgefahrenkarten sollen für große Teile des Stadtgebiets im kommenden Jahr erstellt werden; damit könne ermittelt werden, wo besonders überflutungsgefährdete Bereiche liegen, um Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Diese Karten würden eine „qualifizierte Grundlage für ein integratives Handlungskonzept und die nachfolgende Umsetzung von konkreten Schutzmaßnahmen“ schaffen.

Dieses Projekt werde dabei verschiedene Fachdisziplinen – etwa Bauleit-, Freiflächen-, Straßen- und Verkehrsplanung sowie Abwasserableitung – umfassen. Bei den Maßnahmen des Objektschutzes würden auch Grundstückseigentümer einbezogen. Schreiner wies zudem darauf hin, dass bei extremer werdenden Niederschlägen die öffentlichen Schutz- und Vorsorgemaßnahmen geringer ausfallen und der private Objektschutz an Bedeutung gewinnen werde. / nz

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