Der Bahnhof Fulda.
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Das Video wurde auf dem Fuldaer Bahnhofsvorplatz aufgenommen.

Polizei-Statement

„Allahu akbar“-Video vom Fuldaer Bahnhof: Imam der Ahmadiyya-Gemeinde spricht von gegenseitigen Provokationen

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Ein Video aus Fulda sorgt in sozialen Medien für Aufregung. Zu sehen ist eine Gruppe von Männern, die abends auf Fuldas Bahnhofsvorplatz den moslemischen Gebetsruf „Allahu akbar“ (Gott ist am größten) rufen. Wir haben die Polizei nach den Hintergründen gefragt. Eine Versammlung von Islamkritikern war der Video-Szene demnach vorausgegangen.

Fulda - Wer das 48-sekündige Video zuerst veröffentlicht hat, ist unklar. Es war bis Freitagabend mindestens 73-mal weiterverbreitet („geteilt“) worden. Zum Teil wird in Kommentaren behauptet, die jungen Männer hätten mit den Rufen ihre Sympathie für den islamistischen Mordanschlag am Montagabend in Wien ausdrücken wollen.

Video hat keinen Zusammenhang mit Anschlag in Wien

Tatsächlich ist der kleine Film bereits am Freitag vor einer Woche (30. Oktober) entstanden. „Das Video ist uns bekannt. Es wurde am Rande einer angemeldeten Versammlung der ‚Bürgerbewegung Pax Europa‘ aufgenommen“, berichtet ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen. Bei dieser Versammlung des Vereins, der als islamkritisch gilt, waren Polizeibeamte anwesend. „Das Video zeigt keinen strafrechtlichen Sachverhalt“, so Patrick Bug.

Video-Szene wohl Reaktion auf Rede von Islam-Kritikern

Die Kundgebung des islamkritischen Vereins - die der Szene in dem Video vorausgegangen ist - dauerte sieben Stunden. Der Redner Michael Stürzenberger, der in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Beleidigung, Verhetzung, Herabwürdigung religiöser Lehren und Volksverhetzung verurteilt worden war, kritisierte den Islam scharf und polemisch. Danach versammelten sich die jungen Männer und riefen – wohl als Reaktion auf die Reden – „Allahu akbar“.

Fuldaer Imam: Gebetsruf soll nicht zur Provokation genutzt werden

Ijaz Ahmed Samran Janjua, Imam der Ahmadiyya-Gemeinde in Fulda, hat das Video gesehen. Er bedauert den Auftritt der acht bis zehn jungen Männer: „Den Gebetsruf sagen gläubige Moslems am Tag 100-mal. Er soll nicht genutzt werden, um zu provozieren oder Angst zu machen, wie es heute leider geschieht. In Fulda war er die Antwort auf Provokationen. In dem Fall hätten die jungen Moslems den Ort der Brüskierung einfach verlassen sollen. Das rät auch der Koran.“

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