Ein Baby hält den Finger einer Person fest
+
In Corona-Zeiten schließen einige Krankenhäuser die Väter aus dem Kreißsaal aus.

Mutterseelenallein auf der Wochenstation

Väter dürfen gerade noch in Kreißsaal

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
    schließen

Die Geburt eines Kindes, sie gehört zu den großen Momenten im Leben von Eltern. In Corona-Zeiten schließen einige Krankenhäuser die Väter aus dem Kreißsaal aus. In osthessischen Krankenhäusern dürfen die Partner zwar die Geburt begleiten, dennoch gibt es für sie erhebliche Einschränkungen.

  • In Corona-Zeiten schließen einige Krankenhäuser die Väter aus dem Kreißsaal aus.
  • Es gibt erhebliche Einschränkungen.
  • Strenge Regeln gelten auch für den Besuch nach der Geburt.

Die Uni-Kliniken in Frankfurt und Leipzig, die Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar und Dillenburg oder das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar – sie alle lassen bei der Geburt keine Begleitperson mehr in den Kreißsaal. Damit soll das Corona-Infektionsrisiko reduziert werden.

Auch in den osthessischen Krankenhäusern stehen der Schutz der Patientinnen, ihrer Neugeborenen und der Mitarbeiter an erster Stelle. Aber die Väter dürfen bei der Geburt dabei sein – weil sie etwas ganz Besonderes ist.

Väter dürfen noch in den Kreißsaal

Für die werdenden Väter gelten dabei aber starke Einschränkungen. „Im Klinikum Fulda darf der Vater bei der Geburt anwesend sein, aber er darf keinerlei Erkältungs-Symptome aufweisen, darf nicht Corona-positiv getestet sein und darf sich nicht in einer angeordneten Quarantäne befinden“, erklärt Sprecherin Barbara Froese.

Im Herz-Jesu-Krankenhaus dürfen die Gebärenden nach einem Gesundheitscheck erst nur allein in den Kreißsaal und werden dort wie sonst auch versorgt – aber zunächst ohne Begleiter. „Erst wenn die eigentliche Geburt beginnt, wird die Begleitperson – vorausgesetzt, sie ist gesund – von den Hebammen telefonisch informiert und darf zur Geburtsbegleitung hinzukommen“, berichtet Geschäftsführer Michael Sammet. Bei einem Kaiserschnitt ist jedoch keine Begleitung zugelassen.

Keine Begleitung beim Kaiserschnitt

Auch im Helios St. Elisabeth Krankenhaus in Hünfeld kann der Vater bei einem Kaiserschnitt nicht dabei sein, berichtet Geburtshilfe-Chefarzt Dr. Thomas Knörzer. Der Partner darf aber mit den in den Kreißsaal. „Er muss dann aber dort bleiben und kann den Kreißsaalbereich nicht zwischendurch verlassen“, berichtet Knörzer.

In den Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen darf eine Begleitperson sowohl bei Spontanentbindungen als auch bei einem Kaiserschnitt dabei sein. „Die Begleitung wird jedoch nur zur eigentlichen Entbindungsphase in den Kreißsaal geholt“, berichtet Sprecherin Alexandra Pröhl.

Kein Besuch nach der Geburt

Auch nach der Geburt sind die Regeln in den Krankenhäusern der Region streng: Im Klinikum Fulda dürfen grundsätzlich keine Besucher auf die Wochenstation zu Mutter und Kind – auch der Vater nicht. Im Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda gilt ebenfalls grundsätzlich ein Besuchsverbot für Väter. Nur in medizinischen Sonderfällen ist ausnahmsweise ein Besuch von einer Stunde pro Tag erlaubt.

Bei Helios in Hünfeld darf der Partner Mutter und Kind einmal täglich für eine Stunde besuchen. Geschwisterkinder und sonstige Angehörige haben keinen Zutritt zur Klinik. In Gelnhausen darf der Vater bei einer Unterbringung in einem Familienzimmer durchgängig bei der Mutter bleiben. Ansonsten darf der Vater, wenn er sich strikt an die Regeln der sozialen Distanzierung hält, Mutter und Kind einmal pro Tag für eine Stunde besuchen.

Fürsorge für Mütter und Babys

Ein Corona-Test aller Hochschwangeren vor der Aufnahme ist in keinem osthessischen Krankenhaus vorgesehen – es sei denn, es besteht der Verdacht einer Infektion.

Die Verantwortlichen und Mitarbeiter aller osthessischen Geburtskliniken wissen aber: Gerade in diesen Corona-Zeiten brauchen die Gebärenden, ja, beide Eltern, eine besonders intensive Fürsorge, die ihnen Sicherheit gibt. Darum bemühen sich die Mitarbeiter. Main-Kinzig-Kliniken-Sprecherin Alexandra Pröhl spricht für alle osthessischen Krankenhäuser: „Auch wenn die momentane Situation für alle eine Herausforderung ist, bleibt die Geburt eines Kindes ein kleines Wunder, das unser Geburtsteam mit viel Herz unterstützt.“

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren