Fotos: Ann-Katrin Hahner, André Druschel

„Als würde die Pest grassieren“: Die Maßnahmen im Sport in Zeiten des Coronavirus sind lächerlich

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Zur Situation in der Sportwelt wegen des neuartigen Coronavirus äußert sich unser Redaktionsmitglied Thomas Schafranek in seinem aktuellen Meinungsbeitrag für die Fuldaer Zeitung.

Dabei sind vielleicht deren Einschätzungen die realistischen. Beispiel Spieltagsabsage in der Fußball-Bundesliga: Auch in einem Stadion sei die Wahrscheinlichkeit, dass der Fan nebenan Corona habe, extrem gering, meinen viele.

Verbote für Großveranstaltungen seien deshalb nicht zielführend, sondern führten dazu, dass die Bevölkerung noch mehr wie in einer Schockstarre daheim sitzt und nur noch den Corona-Liveticker verfolgt. Wollen wir als Gesellschaft wirklich, dass unser öffentliches Leben, das soziale Miteinander, die Wirtschaft und der Sport so lahmgelegt werden? Wegen eines relativ milden Virus?

Wir reden hier nicht vom rasant tödlich verlaufenden Ebola-Erreger. Sondern von einer Infektion, die in der Regel vollkommen harmlos verläuft. Ja, es sterben im Extremfall auch Menschen. Aber das tun sie auch an der Grippe (in dieser Saison bislang 247 Tote allein in Deutschland). Und warum hat es eigentlich niemanden gejuckt, als vor zwei Jahren die Influenza bei uns sogar 25.000 Menschen getötet hat? Alles lief seinen gewohnten Gang. Warum jetzt nicht?

Wenn wir so viel Herzblut wie derzeit dafür investieren würden, dass die täglich weltweit etwa 15.000 an Unterernährung und mangelnder hygienischer und medizinischer Versorgung sterbenden Kinder gerettet werden würden, wäre mir wohler. Stattdessen stellen wir uns vor Krankenhäusern in die Schlange, weil wir meinen, getestet werden zu müssen.

Ärzte können sich nicht mehr um echte Patienten kümmern. Wir schließen Schulen, Kitas, Schwimmbäder, Stadien. Streichen Gottesdienste. Wollen Fußballfans verbieten, hinter der Tribüne oder in Kneipen ihr Team zu feiern. Wir richten sogar Schutzzonen in Bussen ein. Maßnahmen, als würde die Pest grassieren.

Dabei sollte es doch genügen, die in diesen Tagen häufig zitierten Hygieneempfehlungen zu befolgen – also das, was man ohnehin immer tun sollte: häufiges Händewaschen, niemanden anhusten oder anniesen und zu bereits Erkrankten Abstand halten.

Was wir mittlerweile treiben, ist nicht mehr verhältnismäßig. Es ist lächerlich.

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