Titelverteidiger Dirk Poerschke (links) und GBA-Präsident Volker Elm teilen sich die Leidenschaft für das Grillen. / Collage: dpa, Lea Marie Kläsener

Der amtierende Grillkönig mag es einfach – „Ich grille mir auch mal nur Bratwürstchen“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Zwei Tage lang messen sich Grill-Asse aus der gesamten Republik: Zum vierten Mal findet die Deutsche Grillmeisterschaft in Fulda statt. Der Titelverteidiger hofft erneut auf Konfettiregen. Und Barbecue-Präsident Volker Elm aus Fulda weiß, warum die Begeisterung für das Grillen ungebrochen ist.

Dirk Poerschke hofft, dass es für ihn und sein Team in Fulda wieder einen Konfettiregen gibt. Der 52-Jährige aus dem unterfränkischen Sennfeld ist Titelverteidiger bei den Profis. Er gewann als Kapitän mit dem „BBQ Team Los Grillos“. „Wir haben viel trainiert, sind gut vorbereitet und haben uns tolle Gerichte ausgedacht“, sagte Poerschke der Deutschen Presse-Agentur. Guten Geschmack und gutes Timing bewies das Team bereits vor wenigen Wochen. Im Juni siegte es bei den Bayerischen Grillmeisterschaften.

Rund 3000 Euro für den Meister

Reich wird man Deutscher Grillkönig zwar nicht. Das Siegerteam bei den Profis erhält aus dem mit 11 300 Euro gefüllten Preisgeldtopf nur 3000 Euro für den Meisterschaftsgewinn. Doch der Titel des Deutschen Grillkönigs lässt sich mit etwas Geschick durchaus gewinnbringend vermarkten, wie Verbandspräsident Volker Elm einschätzt. Für den amtierenden Titelträger Poerschke haben sich Türen geöffnet. „Die Zeit seitdem war aufregend. Ich hatte viele Termine und war auf Veranstaltungen eingeladen, an die ich sonst nie gekommen wäre - Show-Grillen und vieles andere“, sagte er.

Poerschke findet: „Von der Vermarktung her kann man solch einen Titel sicher ausschlachten. Aber für mich und mein Team ist das Hobby. Wir sind ein reines Wettkampf-Team, das keine Catering bestreitet, um damit Geld zu verdienen.“ Poerschke ist Verkaufsleiter bei einem Lebensmittelgroßhändler. „Vielleicht hätte ich aber auch für Tipps bei Gesprächen zwischendurch Geld nehmen sollen. Fünf Euro pro Ratschlag - dann hätte die Kasse geklingelt.“

Es kommt aufs Timing an

Ambitionierten Amateuren empfiehlt der Champion beim Grillen: „Es kommt aufs Timing an.“ Den richtigen Garpunkt treffen und Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der Zutaten. „Am besten nur ein bis zwei Beilagen. Die müssen aber richtig gut sein. Und ganz wichtig: Den Teller nicht überladen.“

Gerne auch etwas Einfaches

Grillkönig Poerschke erlebte in den vergangenen Monaten aber auch Schattenseiten. „Ich bin zuletzt sehr wenig zum Grillen eingeladen worden. Wahrscheinlich hat jeder gedacht: Er müsse mir etwas ganz Besonderes servieren und hat es dann lieber sein gelassen.“ Dabei ist der Champion aus Bayern auch mit handfester Hausmannskost zu begeistern. „Ich grille mir auch mal nur Bratwürstchen und Bauchscheiben. Sowas Einfaches brauche ich dann.“

Grillen als Medizin

Für die ungebrochene Begeisterung fürs Grillen hat Verbandspräsident Elm eine Erklärung: „Grillen ist die beste Medizin. Es ist zum Beispiel auch ein gutes Mittel gegen Depressionen. Denn Grillen ist kommunikativ und selten macht man es allein.“ Grillen verbinde die Menschen auf lockerem Niveau. „Man kommt hemdsärmelig daher. Die Männer fachsimpeln beim Bier. Die Frauen gönnen sich einen Prosecco - und alle können die Alltagssorgen vergessen. Herrlich.“ / mbl

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