Justitia mit ihrer Waage
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Der Angeklagte muss ein Verwarngeld von 900 Euro zahlen. (Symbolbild)

Anklage vor dem Amtsgericht

Ohne Führerschein und mit 1,51 Promille: Gersfelder nach Unfall mit fremdem Auto verwarnt

  • Tobias Konrad
    vonTobias Konrad
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Weil er im August des vergangenen Jahres unter Alkoholeinfluss und ohne Besitz eines Führerscheins Auto gefahren ist und dabei einen Unfall gebaut hat, wurde ein Heranwachsender am Montag wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung, vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Fulda angeklagt.

Fulda - Die Staatsanwaltschaft hatte dem damaligen 19-Jährigen vorgeworfen, in der Nacht des 23. August ein Auto unter Alkoholeinfluss gefahren zu haben. Zudem habe er keinen Führerschein besessen. Gegen 3.17 Uhr sei der Angeklagte am Ortseingang Schmalnau von der Fahrbahn abgekommen und schleuderte gegen ein parkendes Auto, das durch den Aufprall eine Laterne und eine Grundstücksmauer beschädigte.

Rund drei Stunden nach dem Unfall wies der Angeklagte noch einen Promillewert von 1,51 auf, zum Tatzeitpunkt soll jener Wert höher gewesen sein. Der entstandene Schaden beläuft sich auf rund 35.000 Euro.

Angeklagter räumte vor Amtsgericht Fulda sein Fehlverhalten ein

Der Gersfelder räumte sein Fehlverhalten ein. Im Laufe des Abends habe er im Beisein seiner Freunde eine Flasche Wein sowie zehn kleine Flaschen Bier getrunken. Anschließend kam ihnen die Idee, eine Tour durch die Rhön zu machen, woraufhin eine Freundin ihr Auto zur Verfügung stellte. Neben dem Angeklagten waren noch zwei weitere Insassen im Pkw, die einen Schock erlitten.

Ein Vertreter der Jugendhilfe attestierte dem jungen Mann einen „guten Eindruck“, außerdem starte er demnächst mit dem Bestehen seiner Ausbildung voll in das Berufsleben, so dass eine Geldstrafe angeregt wurde.

Jugendrichter sprach von „jugendtypischen Schnapsidee“ des Angeklagten

Jugendrichter Christoph Mangelsdorf verwarnte ihn, sprach von einer „jugendtypischen Schnapsidee“, bei der ein Schutzengel mit an Bord gewesen sei. Der Richter entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft, weshalb der Angeklagte um ein Verwarngeld von 900 Euro, eine gemeinnützige Spende von 300 Euro sowie einer Sperrfrist von acht Monaten für die Führerscheinprüfung nicht herum kommt.

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