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Nach Durchsuchung des Mittelkalbacher Pfarrhauses: Ermittler werten noch aus

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Von: Sabrina Mehler

Die Polizei hat am Donnerstag Räumlichkeiten des Pfarrhauses in Mittelkalbach durchsucht und dabei Speichermedien sichergestellt. (Archivfoto)
Die Polizei hat Anfang Juli die Räumlichkeiten des Pfarrhauses in Mittelkalbach durchsucht und dabei Speichermedien sichergestellt. (Archivfoto) © Jessica Vey

Die verschiedenen Datenträger, die Polizeibeamte Anfang Juli bei einer Durchsuchung des Pfarrhauses in Mittelkalbach sichergestellt hatten, werden derzeit immer noch ausgewertet. Der Hintergrund des Einsatzes bleibt damit weiterhin unklar.

Mittelkalbach - Bis wann die Auswertung der verschiedenen Speichermedien abgeschlossen werden kann, sei bisher noch nicht abzuschätzen, erklärt Sebastian Zwiebel, Pressesprecher der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main auf Anfrage unserer Zeitung.

Wem die Datenträger gehören, welche Person unter Tatverdacht steht und welcher Straftat diese beschuldigt wird, beantwortet die Behörde weiterhin nicht: Zu laufenden Ermittlungen könnten sich die Ermittler – gerade im Hinblick auf den Persönlichkeitsschutz und die immer geltende Unschuldsvermutung – erst dann äußern, wenn das Verfahren abgeschlossen ist, sagt Zwiebel.

Sollte sich der Tatverdacht dann erhärtet haben, werde die Generalstaatsanwaltschaft darüber informieren. „Ansonsten würde das Verfahren eingestellt.“

Fulda: Durchsuchung eines Pfarrhauses - Ermittler werten noch aus

Nachdem das Pfarrhaus vor einem Monat von Ermittlern für Internet-Kriminalität durchsucht worden war, hatte das Bistum Fulda den seit 2018 in der Pfarrgemeinde St. Kilian wirkenden Pfarrer André Viertelhausen vom Dienst freigestellt. Bis auf Weiteres wurde der mitarbeitende Priester der Pfarrei, Schulpfarrer Sebastian Bieber, mit der Administration beauftragt.

Wie Matthias Reger, Pressesprecher des Bistums Fulda, auf Nachfrage mitteilt, seien auch ihm die Hintergründe der damaligen Durchsuchung nicht bekannt. „Wir warten ab, was die Auswertung der Datenträger ergibt.“

In Mittelkalbach hatte die Durchsuchung bei Gemeindemitgliedern und Bürgern für viel Aufruhr gesorgt. Viele fühlten sich an den Vorfall vor sechs Jahren erinnert, als sich der damalige Pfarrer wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs selbst angezeigt hatte. Das Verfahren wurde allerdings nach langer Ermittlungsarbeit zwei Jahre später eingestellt.

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