Die Außenansicht des Fuldaer Landgerichts
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Am Landgericht Fulda wurde am Dienstag die Anklage gegen den heute 33-Jährigen aus Heringen verlesen, der sein drei Monate altes Kind verbrüht haben soll.

Anklage am Fuldaer Landgericht verlesen

Gesicht in heißes Wasser getaucht: Vater soll Baby verbrüht haben

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Die Tat ist grausam: Ein heute 33-Jähriger aus Heringen bei Bad Hersfeld soll 2015 sein drei Monate altes Kind absichtlich verbrüht haben. Zudem wurden dem Säugling Amphetamine verabreicht. Am Dienstag wurde am Landgericht Fulda die Anklage verlesen.

Fulda/Heringen - Am Morgen des 18. September 2015 soll es passiert sein: Der damals 28-Jährige sei mit dem Säugling bei seiner Mutter in der Wohnung in Heringen gewesen. Er soll den Jungen mit dem Gesicht in bis zu 69 Grad heißes Wasser getaucht haben und ihn dabei so schwer verletzt haben, dass das Baby in akuter Lebensgefahr schwebte.

Rettungsmaßnahmen seien laut Staatsanwaltschaft erst am Nachmittag des Tages eingeleitet worden. „Deshalb gibt es den rechtlichen Hinweis, dass auch ein versuchter Mord in Betracht kommen könnte. Mordmerkmal wäre die Verschleierung“, erklärt Dr. Christine Seban, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Hintergründe seien jedoch unklar.

Mutter tritt nicht als Nebenklägerin auf

Im Krankenhaus sei festgestellt worden, dass dem Kind wohl auch Amphetamine verabreicht worden seien. Wie es dem Jungen heute geht, müsse im Verlauf der Verhandlung geklärt werden. Auch zur Mutter konnte Seban keine Auskünfte geben, als Nebenklägerin tritt sie aber nicht auf.

Der Angeklagte soll während der Tat vermindert schuldfähig gewesen sein. „Vorerst macht er keine Angaben zu den Vorwürfen“, sagt Seban. Dass der Fall erst jetzt verhandelt wird, hat einen Grund: Zunächst war die Sache als Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährliche Körperverletzung am Amtsgericht in Bad Hersfeld angeklagt. Der Fall wurde nun aber ans Landgericht Fulda verwiesen.

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