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Anmelder muss Müll entsorgen: „Omas for Future“ kritisieren Stadt vor Frühjahrsputz-Aktion

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Zahlreiche Organisationen ziehen am Freitag, 13. März, durch Fulda, um Müll zu sammeln. Anschließend soll der Müll auf dem Borgiasplatz gestapelt werden. Wer diesen danach entsorgt, hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt.

Von unserem Redaktionsmitglied Jacqueline Kleinhans

Die Organisation „Omas for Future“ hat sich einem offenen Brief an Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) gewandt. In diesem kritisieren die „Omas“, dass die Stadt Fulda nicht bereit sei, den eingesammelten Müll am Borgiasplatz abzuholen, wo um 16.30 Uhr eine Kundgebung stattfinden soll.

Müll sei ein Kundgebungsmittel

Den Müll direkt am Borgiasplatz mitzunehmen, ist laut Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda, nicht so einfach möglich, wie es beispielsweise bei Osterputzaktionen von Jugendfeuerwehren der Fall ist. „Denn eine angemeldete Versammlung ist eine Kundgebung im Sinne des Versammlungsrechts – nicht bloß eine ehrenamtliche Sammel- oder Putzaktion.“

Heller erklärt: „Da der eingesammelte Müll im Zusammenhang mit der Versammlung demonstrativ aufgeschichtet werden soll, handelt es sich bei dem Müll nicht um eine normale Begleiterscheinung von Versammlungen, sondern vielmehr um das zentrale Kundgebungsmittel der Versammlung.“ Solche Kundgebungsmittel müssten laut Versammlungsrecht vom Anmelder wieder mitgenommen werden.

Daher wird der Müll anschließend von den Bündnis zum Wertstoffhof in die Weimarer Straße gebracht, wie das Welcome-In-Wohnzimmer in einer Pressemitteilung schreibt. „Dort kann der Müll von den Mitarbeitern getrennt nach den jeweiligen Müllsorten behandelt werden“, so Heller. Die Entsorgung am Wertstoffhof sei zudem kostenlos.

Stadt hinterfragt gute Absicht

Des Weiteren sprechen die „Omas for Future“ in ihrem Brief an, die Stadt habe sich bereit erklärt, klimafreundliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Frühjahrsputz-Aktion trage etwas für die Natur und für eine bessere Zukunft bei. „Das Anliegen, auf Umwelt- und Klimaschutz aufmerksam machen zu wollen, wird nach Ansicht der Stadt konterkariert, wenn der Müll mit Fahrzeugen – und dem damit verbundenen CO2-Ausstoß – erst an einen Platz in der Stadt und dann wiederum aufgeladen und zur Entsorgung gefahren werden muss“, erklärt Heller.

Zeitplan

Ein Bündnis aus Stadtteiltreffs, sozialen Trägern, Wirtschaft und Zivilgesellschaft trifft sich am Freitag, 13. März, zum Müllsammeln. Von neun Startpunkten ziehen Freiwillige durch die Stadtteile. Danach treffen sich alle um 16.30 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Borgiasplatz. Von dort wird der Müll zum Wertstoffhof gebracht.

Handschuhe oder Greifzangen zum Sammeln und nach Möglichkeit Bollerwagen für den Transport sollen mitgebracht werden. Mülltüten werden von den Organisatoren gestellt.

Die Teams treffen sich wie folgt: Team Fridays for Future Fulda: 14.30 Uhr, Gellingshalle (Willi-Glotzbach-Weg 1); Team Mehrgenerationenhaus Aschenberg, 15 Uhr; Team AWO Kreisverband Fulda/Bürgerzentrum Ziehers-Süd: 15 Uhr, Bürgerzentrum, Dingelstedtstraße 12; Team Omas for Future: 15 Uhr, Tennisclub Grün-Weiß Fulda (Olympiastraße 10); Team Welcome In Wohnzimmer/Stadtteiltreff Fulda Innenstadt: 14.30 Uhr, Wohnzimmer, Robert-Kircher-Str. 25; Team Unverpacktladen Fulda: 15 Uhr, Kloster Frauenberg; Team UrbanBees: 14.30 Uhr, Mensa der Hochschule Fulda; Team Chaos Camping Club: 14 Uhr, Parkplatz, Washingtonallee 5, Neuenberg; Team Sippschaft Fulda: 14 Uhr, Stadion.

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