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Linksabbiegen verboten: Regelung an der Frankfurter Straße nach Johannesberg in der Diskussion

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Was vorher erlaubt war, ist nun verboten: Der schwarze VW Passat biegt von der Frankfurter Straße illegalerweise auf die Kohlhäuser Brücke in Richtung Johannesberg ab. Erlaubt ist das nur noch aus der entgegenkommenden Richtung. Das blaue Hinweisschild (rechts oben) zeigt das an. Zu Verstößen kommt es dennoch. © Christopher Hess

Neue Regeln gelten seit Abschluss der Bauarbeiten an der Frankfurter Straße in Fulda-Kohlhaus für Verkehrsteilnehmer, die über die Kohlhäuser Brücke nach Johannesberg fahren wollen. 

Kohlhaus - So ist es nicht mehr gestattet, in die Landesstraße 3418 über die Kohlhäuser Brücke in Richtung des Ortsteils Johannesberg einzubiegen. Auf die Brücke nach Johannesberg darf nur noch aus Richtung Stadtmitte eingebogen werden.

Diskussion über Linksabbiegeverbot in der Frankfurter Straße in Fulda

Eine weiße, durchgestrichene Linie sowie ein blaues Schild mit Rechtsabbieger-Pfeil weisen die Verkehrsteilnehmer darauf hin, was erlaubt ist und was nicht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Verkehrsregelung.

Was sind die Gründe für diese Änderung an der Frankfurter Straße?

Hessen Mobil hatte als Träger der Bundesstraße 2014 ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Dabei wurde die Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte in der Stadt untersucht, wie Monika Kowoll-Ferger, Pressesprecherin der Stadt Fulda, mitteilt. Das Ergebnis: Vor allem der Knotenpunkt Frankfurter Straße/Johannesberger Allee/Am Zollhaus habe häufig für Staus gesorgt. Deshalb seien „kritische Verkehrsströme“, also die Linksabbieger von der Frankfurter Straße zur Johannisberger Allee und die Linksabbieger von der Johannisberger Allee in die Frankfurter Straße herausgenommen worden.

Seit wann gilt die neue Verkehrsregelung?

Die neue Regelung gilt seit dem Abschluss der Umgestaltung der Frankfurter Straße Ende vergangenen Jahres.

Aber wieso ist das Abbiegen aus Richtung Stadtmitte erlaubt?

Der Verkehr auf der Frankfurter Straße, der rechts auf die Kohlhäuser Brücke abbiegt, sei im Gegensatz zu den Linksabbiegern aus der Gegenrichtung nicht störend für den Verkehr. Das Rechtsabbiegen sei möglich, ohne dass es Rückstau verursache. Ähnlich verhalte es sich laut Hessen Mobil mit dem Verkehr, der von der Kohlhäuser Brücke aus auf die Frankfurter Straße fahren möchte.

Sorgt die neue Verkehrsregelung nicht auch für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und Rückstaus?

Diese Frage verneint Pressesprecherin Kowoll-Ferger. Die derzeitigen Rückstaus – vor allem im Berufsverkehr – sind laut Kowoll-Ferger auf die Ampeln an der Einmündung Frankfurter Straße/Kohlhäuser Straße zurückzuführen. Weil das Linksabbiegen von der Frankfurter Straße auf die Kohlhäuser Brücke verboten sei, müssten die nächsten Ampeln an der Frankfurter Straße diesen Verkehr zusätzlich bewältigen.

Kommt es zu Verstößen gegen die neue Verkehrsführung?

„Dass die neue Verkehrsregelung von vielen Verkehrsteilnehmern nicht akzeptiert wird, ist uns bekannt“, sagt Kowoll-Ferger. Vermehrt kontrolliere die Polizei aus diesem Grund am Knotenpunkt an der südlichen Frankfurter Straße und habe schon zahlreiche Verkehrsordnungswidrigkeiten eingeleitet.

Viele Verkehrsteilnehmer wenden nun im gegenüberliegenden Wohngebiet. Gab es bisher Beschwerden?

Ja, die gab es. Beim Amt für Straßenverkehr und Parken sind laut Stadt Fulda in der Vergangenheit einige Beschwerden eingegangen. Eine Abhilfe seitens der Stadt sei jedoch aktuell nicht möglich.

Video: Aktion Abbiege-Assistent gestartet

Welche Route wird Autofahrern empfohlen, um aus Bronnzell kommend nach Johannesberg zu fahren?

Um aus Richtung Bronnzell nach Johannesberg zu fahren, sollten Autofahrer die Route über die Frankfurter Straße – Karl-Storch-Straße (Westring) – Abfahrt Johannesberg nutzen, empfiehlt die Stadt. Diese ist aber wesentlich länger.

Wie ist das Stimmungsbild in der betroffenen Bevölkerung?

Diejenigen, die an der Johannesberger Straße wohnen, seien früh über das sinkende Verkehrsaufkommen, sagt Johannesbergs Ortsvorsteher Erwin Stock. „Andere beschweren sich, dass sie jetzt einen Umweg fahren müssen“, sagt er. Stock selbst befürwortet die Regelung. (Von Christopher Hess)

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