Fotos: Mannert/Landkreis Fulda, Hessen Mobil

Arbeiten abgeschlossen: Steinerne Brücke in Lüdermünd für 800.000 Euro saniert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Die schwierige Sanierung der steinernen denkmalgeschützen Brücke über den Mühlbachgraben im Fuldaer Stadtteil Lüdermünd ist abgeschlossen. Fast 800.000 Euro hat die Ertüchtigung der Brücke gekostet. Die Brücke liegt in einem Naturschutzgebiet, die Baustelle musste vor möglichem Hochwasser geschützt werden.

„Mehr Idylle geht kaum“, beginnt der Landkreis Fulda seine Pressemitteilung. „Die steinerne Brücke über den Mühlgraben markiert den Ortsausgang von Lüdermünd, ein Dorf, das wie kaum ein anderer Stadtteil von Fulda in die Natur eingebettet ist. Seit Frühjahr 2019 war der Weg nach Lütterz gesperrt, jetzt ist die Brücke wieder befahrbar.“

So versteckt das Fleckchen Erde liegen möge, es sei beliebt: bei Radfahrern – der R1 führt über die Brücke –, bei Kanuten, Wanderern, und natürlich nutzen auch motorisierte Verkehrsteilnehmer die Kreisstraße 110, die von Lüdermünd nach Lütterz oder Bimbach wollen. Etwas mehr als ein halbes Jahr war diese Verbindung abgeschnitten.

Viel Vorbereitung und Abstimmung nötig

Hessen Mobil erneuerte im Auftrag des Landkreises Fulda das Brückenbauwerk, das zuvor nur noch für ein Gewicht von 16 Tonnen zugelassen war. „Jetzt ist wieder alles tiptop“, so Lankreis-Sprecherin Leoni Rehnert, „der landwirtschaftliche Verkehr, Busse und die Müllabfuhr können die Brücke passieren.“

Knapp 800.000 Euro hat die Sanierung – inklusive der Anpassung der Straße davor und dahinter – nach Angaben des Landkreises gekostet. Gut 360.000 Euro davon habe der Landkreis finanziert, den anderen Teil das Land. Letztendlich seien es nicht viel mehr als 100 Meter, und doch sei das Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie viel Vorbereitung und Abstimmung oft nötig sind.

Mitten im FFH-Gebiet Obere Fuldaaue

„In diesem Fall gab es eine ganze Reihe von Besonderheiten“, wird Carmen Motzkus, Projektverantwortliche Planung bei Hessen Mobil, zitiert und zählt auf: „Das Brückenbauwerk ist Teil einer geschützten Denkmalanlage, die zudem im FFH-Gebiet Obere Fuldaaue liegt, für das spezielle Natur- und Landschaftsschutzvorgaben gelten. Außerdem leben im Mühlgraben, über den die Brücke führt, verschiedene Fische und Amphibien, die durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden durften.“

Insofern waren jede Menge Akteure eingebunden – von der Denkmalpflege der Stadt bis zu den Oberen Wasser- und Naturschutzbehörden beim Regierungspräsidium. Flächen mussten angemietet werden, die während der Bauzeit als Lagerplatz dienen sollten. Und es brauchte eine Übereinkunft mit den Betreibern der anliegenden Mühle, die über Monate – ohne Wasser – keinen Strom erzeugen konnten.

Nun folgt Sanierung der Lüderbrücke in Lütterz

In der Summe wurden rund 20 Träger öffentlicher Belange gehört. Nach anderthalb Jahren Vorlauf war Baurecht geschaffen. Im März 2019 hatten dann die Vorarbeiten begonnen. Dazu gehörte auch, dass Projektleiter André Jaborek von Hessen Mobil frühzeitig einen Damm aufschüttete, um den Wasserstand des Mühlgrabens auf rund 20 Zentimeter zu halten. Kein Laich sollte mehr im unmittelbaren Baustellenbereich abgelegt werden. Für Radler und Fußgänger wurde eine Holzbrücke geschaffen.

„Dann wurde die komplette Baustelle eingeschalt, damit diese nicht bei Hochwasser geflutet werden würde“, sagt der Projektleiter. Schließlich wurden zwei bis drei Reihen Steine abgetragen und nummeriert, das Gewölbe freigelegt und dessen seitliche Bögen mit etwa 120 Kubikmeter Beton verfüllt, um die Tragfähigkeit auf nun 30 Tonnen zu erhöhen.

Danach wurde die Fahrbahn hergestellt – auf der Brücke und knapp 55 Meter in jeweils beide Richtungen. Die Brückensteine wurden aufgebracht und ein Geländer montiert. „Seit Ende letzter Woche ist die K110 nun wieder frei. Im Frühjahr steht dann die Sanierung der Brücke über die Lüder in Lütterz an“, sagt Oliver Stinner, Fachbereichsleiter bei Hessen Mobil. / FZ

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