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Arbeitslosigkeit in Osthessen: Anzeichen für Konjunktur-Rückgang

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Die Arbeitslosigkeit in Osthessen ist im November erneut leicht gesunken. Zum Monatsende sind im Landkreis Fulda 3063 Personen arbeitslos gemeldet – 52 weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin bei 2,5 Prozent und ist die niedrigste in einem November seit mehr als 32 Jahren.

Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Arbeitslosen um 93 zurück. Von der positiven Entwicklung im Vergleich zum November 2018 konnten alle Personengruppen profitieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit. Vor allem bei den Frauen machte sich das bemerkbar, wo 91 Personen eine Arbeit fanden und nun nur noch 1376 arbeitslos gemeldet sind. Bei den älteren Arbeitslosen über 50 Jahren ging die Zahl um 62 zurück auf 952, bei den Ausländerinnen und Ausländern um 46 auf 904. Bei den arbeitslosen jüngeren Menschen unter 25 Jahren ging die Zahl um 21 auf 347 zurück.

In Fulda 67 Arbeitslose mehr als letztes Jahr

Trotz der auf den ersten Blick nach wie vor stabilen Arbeitsmarktlage sieht Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, einige Anzeichen für eine abnehmende Konjunkturdynamik. So vollzog sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit ausschließlich im Bereich der Grundsicherung, das heißt beim Kreisjobcenter (-160 auf 1682). Bei der Arbeitsagentur Fulda hingegen waren im November 1381 Personen arbeitslos gemeldet und somit 67 mehr als ein Jahr zuvor. „Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist ein erster Indikator für Entwicklungen in der Wirtschaft“, erklärt Waldemar Dombrowski.

Darüber hinaus konnten spürbar weniger Personen aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden als vor einem Jahr.

Mit 2257 vakanten Stellen ist der Personalbedarf der heimischen Wirtschaft zwar weiterhin hoch, jedoch registriert die Arbeitsagentur seit einigen Monaten einen stärkeren Beratungsbedarf der Unternehmen bezüglich der Kurzarbeit. Zugleich ist die Zahl der erfolgten betrieblichen Anzeigen über Kurzarbeit deutlich gestiegen. Dies spreche für eine schlechter werdende Auftragslage beziehungsweise eine abnehmende Konjunkturdynamik.

Nachfrage nach Kurzarbeit steigt

Auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, wo die Agentur für Arbeit Bad-Hersfeld-Fulda ebenfalls zuständig ist, nimmt die Nachfrage nach Kurzarbeit zu. Die Arbeitslosigkeit ist dort im November erneut leicht gesunken. Zum Monatsende sind 2159 Personen arbeitslos gemeldet – 24 weniger als im Oktober. Gegenüber dem Vorjahr, wo die Quote bei 3,6 Prozent lag, ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor deutlich niedriger.

Von der positiven Entwicklung im Vergleich zum November 2018 konnten alle Personengruppen profitieren, am meisten Frauen (- 99 auf 986), ältere Arbeitslose über 50 Jahren (-56 auf 742), Ausländerinnen und Ausländer (-43 auf 569) sowie jüngere Menschen unter 25 Jahren (-76 auf 202). Auch die Langzeitarbeitslosigkeit konnte spürbar abgebaut werden. Bei der Arbeitsagentur waren im November 800 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und somit 12 weniger als vor einem Jahr; das Jobcenter des Landkreises Hersfeld- Rotenburg verzeichnete mit 1359 Arbeitslosen einen Rückgang um 143 innerhalb eines Jahres. / dan

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