Waldemar Dombrowski, Chef der Agentur für Arbeit, erläutert die aktuellen Zahlen.
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Waldemar Dombrowski, Chef der Agentur für Arbeit, erläutert die aktuellen Zahlen.

Vogelsbergkreis kommt glimpflicher davon

Corona schlägt durch: Deutlich mehr Arbeitslose in Fulda und im Main-Kinzig-Kreis

401 Arbeitslose mehr als im April: Auf einer Pressekonferenz in Fulda am Mittwoch hat die Agentur für Arbeit die Arbeitslosenzahlen für Mai im Landkreis Fulda bekannt gegeben. Im Main-Kinzig-Kreis stiegen die Zahlen ebenfalls an, während die Zahl im Vogelsbergkreis gesunken ist, teilten die zuständigen Agenturen mit.

  • Coronavirus-Krise macht sich bemerkbar: Im Kreis Fulda waren im Mai 4539 Menschen ohne Job
  • Die Arbeitslosenquote ist auf 3,6 Prozent gestiegen
  • 2.373 Betriebe hatten im April für 38.666 Beschäftigte Kurzarbeit beantragt

Update vom 3. Juni, 13.05 Uhr: Im Main-Kinzig-Kreis waren 1954 Personen arbeitslos gemeldet, 203 mehr als im April. Die Arbeitslosenquote stieg an auf 3,7 Prozent gegenüber 3,3 Prozent im Vormonat und 2,6 Prozent im Vorjahresmonat.

„Die Corona-Maßnahmen wirken sich am Arbeitsmarkt in nahezu allen Bereichen aus. Ist der Monat Mai in anderen Jahren fast immer von einem Anziehen der Beschäftigungslage gekennzeichnet, so ist in diesem Jahr ein rasantes Wachstum der Arbeitslosigkeit in allen Personengruppen zu verzeichnen. Dabei ist das Handwerk etwas weniger betroffen. Die hohen Arbeitslosenzahlen kommen nicht nur durch Zugänge zustande, sondern auch dadurch, dass auf der anderen Seite Unternehmen kein Personal einstellen“, erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Hanauer Arbeitsagentur, Heike Hengster, bei Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für Mai.

Die Agentur für Arbeit Gießen gab bekannt, dass im Vogelsbergkreis die Anzahl der Arbeitslosen im Mai gesunken ist. 2410 Personen waren arbeitslos gemeldet, 19 Personen weniger als noch im April. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 auf nun 4,1 Prozent.

Die Agentur für Arbeit in Gießen gab die Arbeitslosenzahlen für den Vogelsbergkreis bekannt.

Im Vorjahresmonat waren 239 Erwerbslose weniger gemeldet. Die Quote lag damals bei 3,7 Prozent. 77 Betriebe haben im Mai eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht, von der bis zu insgesamt 830 Beschäftigte betroffen waren. Rechnet man die Anzeigen von März und April hinzu, sind im Vogelsbergkreis 845 Betriebe und bis zu 9259 Personen betroffen.

Artikel vom 3. Juni, 10.47 Uhr: Landkreis Fulda - „Leider wurden relativ viele Frauen und Männer nach Abschluss ihrer Ausbildung vom Betrieb nicht übernommen. Zudem trifft zu Beginn einer Krise die Arbeitslosigkeit zunächst vor allem Beschäftigte mit geringer Berufserfahrung beziehungsweise mit kurzer Betriebszugehörigkeit. Eine zeitnahe Integration dieser Menschen in den Arbeitsmarkt sehe ich als große Herausforderung, da wir die Folgen der Pandemie bis ins nächste Jahr spüren dürften“, sagte Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, auf der Pressekonferenz in Fulda.

Die Arbeitsagentur hat die Arbeitslosenzahlen für den Landkreis Fulda bekannt gegeben.

Im Mai waren in der Region Fulda 4539 Personen arbeitslos, gab die Agentur für Arbeit bekannt. Dies waren 401 mehr als im April (+9,7 Prozent) und 38,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 3,6 Prozent (Vormonat: 3,3 Prozent). Vor einem Jahr hatte diese bei 2,6 Prozent gelegen.

In der Corona-Krise: Arbeitslosigkeit in Fulda steigt an - Frauen weniger betroffen

Frauen waren dabei vom Anstieg der Arbeitslosigkeit weniger betroffen gewesen als Männer, da sie häufiger in der Alten- und Krankenpflege tätig sind.

Stellensituation

Trotz aller Unwägbarkeiten haben Arbeitgeber aus der Region im Mai 276 offene Stellen gemeldet. Dies bedeutet einen Rückgang von fast 48 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Bestand an offenen Stellen reduzierte sich binnen Jahresfrist um gut ein Viertel auf 2064.

Gesucht werden unter anderem Fachkräfte in Bau- und Baunebenberufen, Metallbauer und Industriemechaniker sowie Berufskraftfahrer. Sehr gute Chancen auf eine Einstellung haben derzeit Fach- und Hilfskräfte in der Alten- und Krankenpflege, während die Gastronomiebetriebe der Region wegen der Auflagen kaum Bedarf an Personal haben.

Nahezu die gesamte Branche befinde sich in Kurzarbeit. Die Lockerungen haben hier noch nicht zu wesentlichen Veränderungen geführt.

Wie stark sich die Krise auf den Arbeitsmarkt auswirkt, würden die Zu- und Abgänge in beziehungsweise aus der Arbeitslosigkeit belegen. So haben sich im Mai mit 556 fast 40 Prozent mehr Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos gemeldet als ein Jahr zuvor. Zugleich konnten 300 Menschen und somit ein Viertel weniger in eine Beschäftigung integriert werden.

Kurzarbeit

Im Landkreis Fulda sind im Mai 272 Anzeigen von Betrieben auf Kurzarbeit eingegangen. Damit haben seit Mitte März insgesamt 2.373 Betriebe für 38.666 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.

Da die konkrete Beantragung und Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes nachträglich erfolgt, wird man erst in den nächsten Wochen und Monaten exakt sagen können, wie viele Beschäftigte in welchem Umfang tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren.

Die Agentur für Arbeit gehe davon aus, dass die faktische Inanspruchnahme insgesamt unterhalb der angezeigten Beschäftigtenzahl liegen wird.

Insgesamt waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, zu dem der Landkreis Fulda und der Landkreis Hersfeld-Rotenburg zählt, 7300 Personen arbeitslos. Dies waren 601 mehr als im April und 1663 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,8 Prozent (Vormonat: 3,5 Prozent; Vorjahr: 3,0 Prozent). 

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