An der Podiumsdiskussion beteiligt waren (von links): Thomas Löw, Walter Rammler, Martin Häusling, Helmut Schönberger, Janet Emig und Mathias Bug. / Foto: privat

Artenschwund war Thema: Podiumdiskussion von Bündnis 90/Die Grünen mit Martin Häusling

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Artenschwund in der Agrarlandschaft: So lautete das Thema einer Podiumsdiskussion, zu der der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Fulda Martin Häusling, Grünen Europaabgeordneten, eingeladen hatte.

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Das bestätigte der Imker Thomas Löw, der eine Schauimkerei unterhält und mit Gersfelder Schulen bezüglich Imkerei kooperiert. Er beklagte nicht nur, dass es in der Landwirtschaft immer weniger blühende Pflanzen als Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten gebe, sondern auch, dass es immer weniger Obst-Hochstämme gebe und in den Siedlungen die Gärten verschwänden und Steinwüsten Platz machen müssten.

„Wenn Gift versprüht wird, nehmen Bienen vergiftetes Futter mit in den Stock, wo sie es an die Larven und Königinnen verfüttern und somit das Volk geschwächt wird. Manche Insektengifte stören den Orientierungssinn der Bienen, so dass sie gar nicht erst nach Hausen finden“, erklärte Löw.

Matthias Bug nimmt als Landwirt im Haupterwerb am Blühstreifen-Projekt des Kreisbauernverbandes teil: Die Landwirte verzichten auf einen Teil der Feldbewirtschaftung und bepflanzen an den Äckern circa zwei Meter breite Streifen mit Blühpflanzen als Biene- und Hummelfutter. Sein Betrieb verzichtet inzwischen auf den Import des Futtermittels Soja und baut stattdessen Rapsschrot als Eiweißfutter an. „Wir stehen als konventionelle Landwirte unter immensem ökonomischem Existenzdruck, und letztendlich entscheiden die Verbraucher durch ihr Kaufverhalten, was wir verdienen“, so Bug.

Walter Rammler bedauerte den Strukturwandel in der Landwirtschaft sowie die Agrarpolitik der EU: „Ich fordere eine schnelle Wende in der Landwirtschaft, weiß aber auch wie schwer das ist“, fordert er.

„Die Biene ist – nach Schwein und Rind - das drittwichtigste Nutztier in unserer Landwirtschaft“, betonte Moderator Schönberger. Das zeige, wie wichtig der Schutz dieser Tiere und damit ein Umdenken in der Landwirtschaft sei, um weiteres Artensterben nicht nur von Insekten wie Wildbienen oder Vögeln wie Rebhuhn und Lerche zu verhindern.

Die Tiere verschwänden stumm. Erst, wenn sie fehlten, würden uns die Schäden bewusst, die wir damit angerichtet hätten.

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