Die Sanierung der Brücken – wie hier in Götzenhof – wird in Osthessen die wichtigste Aufgabe der neuen Autobahn GmbH.
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Die Sanierung der Brücken – wie hier in Götzenhof – wird in Osthessen die wichtigste Aufgabe der neuen Autobahn GmbH.

Start mit Problemen

Neue GmbH kümmert sich künftig um die Autobahnen - Brücken bleiben das größte Sorgenkind

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Der Bund organisiert den Bau und die Unterhaltung der Autobahnen neu: Am 1. Januar übernimmt die neue Autobahn GmbH die Aufgaben von den Ländern. „Wenn alles gut geht, merken die Autofahrer nichts davon“, sagt Cord Lüesse (54), Chef der für Fulda zuständigen Niederlassung Nordwest.

Fulda/Berlin - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) spricht von der „größten Verwaltungsreform in der Geschichte der Autobahnen“: Der Bund hat eine GmbH gegründet, die Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und Verwaltung der Autobahnen übernehmen. Heute erledigen die 16 Bundesländer das für den Bund. Mit der neuen GmbH soll schneller, effizienter und länderübergreifend geplant und gebaut werden.

Für Osthessen ist die Niederlassung Nordwest in Hannover zuständig. Fulda ist eine von sechs Außenstellen. Die Mittel für die Unterhaltung der Autobahnen stellt – wie bisher – der Bundestag zur Verfügung. „In Osthessen sind die Talbrücken unser Sorgenkind. Sie werden uns in den nächsten zehn Jahren beschäftigen, denn die A 7 und ihre Brücken sind jetzt 52 Jahre alt“, erklärt Peter Wöbbeking (61), Leiter der zukünftigen GmbH-Außenstelle Fulda.

Talbrücke bei Uttrichshausen wird erneuert - 88 Millionen Euro für Neubau und Abbruch

Die Talbrücke bei Uttrichshausen muss in den nächsten zehn Jahren komplett erneuert werden. Noch früher beginnt der Neubau für die Thalaubachbrücke bei Döllbach. „Hier starten wir 2021 mit einem Neubau, und zwar östlich von der bestehenden Brücke. Gerodet ist dafür schon“, berichtet Wöbbeking.

Erst wenn der Neubau steht, werden die bestehende Brücke abgerissen und eine zweite Brücke errichtet. Für den Neubau und den Abbruch sind 88 Millionen Euro eingeplant. An der Brücke hatten in den vergangenen Jahren schon Notmaßnahmen zur Stabilisierung durchgeführt werden müssen. Hessen Mobil hatte sogar zeitweise eine Sperrung der Brücke erwogen.

Nördlich der Thalaubachbrücke entsteht an der A 7 im Bereich Rothemann die neue Anschlussstelle Gersfeld. „Für sie wollen wir 2021 das Planfeststellungsverfahren einleiten. Das dürfte zwei Jahre dauern“, sagt Wöbbeking.

Deges wird vorerst nicht in GmbH integriert - Entscheidung soll bis Mitte 2021 fallen

Bei der Reform der Autobahnverwaltung hakt es allerdings. Ziel war, die Autobahnen aus einer Hand zu betreuen. Das gelingt nicht. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) wird vorerst nicht in die GmbH integriert. Die Deges plant Großprojekte wie neue Autobahnabschnitte oder Brücken wie in Uttrichshausen. Der Bundesrechnungshof warnte vor verfassungsrechtlichen Risiken bei einer Verschmelzung von Deges und Autobahn GmbH: Alle Arbeiten müssten neu ausgeschrieben werden.

Scheuer will bis Mitte 2021 entscheiden, ob er weitere Schritte für die Verschmelzung unternimmt. Der Aufbau der Autobahn GmbH verzögere sich aber nicht, sagte deren Sprecher. Die Deges führe die ihr bisher von den Ländern übertragenen Autobahn-Projekte im Auftrag der Autobahn GmbH weiter.

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