Katia Muraca und Bürgermeister Matthias Kübel tragen vor der Pizzeria die Prototypen des Mund-Nasen-Schutzes made in Bad Salzschlirf.
+
Katia Muraca und Bürgermeister Matthias Kübel tragen vor der Pizzeria die Prototypen des Mund-Nasen-Schutzes made in Bad Salzschlirf.

Lokalkolorit-Masken statt Pizza

Katia Muraca aus Bad Salzschlirf näht Mund-Nasen-Schutz mit Logo

  • Norman Zellmer
    vonNorman Zellmer
    schließen

Not macht erfinderisch: Weil ihre Pizzeria geschlossen ist, näht Katia Muraca nun Schutzmasken. Sie hat sich dafür etwas Besonderes einfallen lassen: Auf der Maske prangt das Kurort-Logo.

  • Die Bad Salzschlirfer Gastronomin Katia Muraca näht aktuell Masken mit Kurort-Logo anstatt Pizza zu verkaufen.
  • Ein Missverständnis führt dazu, dass es den individualisierten Mund-Nasen-Schutz in Bad Salzschlirf gibt.
  • Die Masken sind nicht nur bei Privatleuten gefragt. Auch die Gemeindeverwaltung und ein Hotel orderten schon beziehungsweise zeigten bereits Interesse.

Bad Salzschlirf - Ein Marketing-Experte hätte es nicht besser machen können: Das Accessoire verbindet Gesundheits- und Hygieneaspekte mit Markenauftritt und Identifikation. Die Mund-Nasen-Schutze von Katia Muraca tragen das offizielle Logo des Kurorts.

Seit wenigen Tagen näht die 43-Jährige, die im Nebengewerbe eine Stickerei und einen Textildruck betreibt, nun die Masken. Eigentlich arbeitet sie im Service der Pizzeria Ristorante Roma, die sie gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahren in der Ortsmitte betreibt. Diese ist jedoch seit Wochen nahezu geschlossen – wegen Corona.

Tourist-Info wollte nur Flyer individueller gestalten

„Das Nähen hilft durch die Zeit“, sagt Katia Muraca. Zwar könne die Näherei die Umsatzeinbrüche nicht kompensieren, sie sorge aber für Beschäftigung. Zu der Maskennäherei kam die gebürtige Schwäbin im Wortsinne von einem Tag auf den anderen.

Die örtliche Tourist-Info hatte einen Flyer erstellen wollen, auf dem Bürger und Anwohner die Adressen von Bezugsquellen für sogenannte Alltagsmasken bekommen; denn seit Montag gilt in Geschäften und im Nahverkehr Maskenpflicht.

Hobbynäherin Muraca, eigentlich gelernte Bankkauffrau, wurde daher angesprochen, ob sie Näh-Kapazitäten habe und ob ihr Name neben den beiden örtlichen Apotheken stehen darf. Sie sagte zu. Tags darauf gab es schon die ersten Anrufe aus dem Dorf.

Zwei Varianten

Die Bad Salzschlirferin, Gastronomin und Näherin musste sich etwas einfallen lassen. Denn: Weil auf dem Flyer ein Mundschutz abgebildet war, der das Kurort-Logo hatte, „dachten die Leute, den habe ich gemacht“. Dabei war es eine Idee der Tourist-Info, die den Flyer entworfen hatte, erinnert sich Touristiker Jörg Peters. Er hatte Flyer mit dem Mundschutz-Bild individueller für den Kurort gestalten wollen.

Muraca holte sich daraufhin von der Behörde die Erlaubnis dafür, die Bildmarke für ihre Masken verwenden zu dürfen, und fertigte erste Prototypen. „Es ist mein eigener Entwurf“, sagt die 43-Jährige. Die Maske gibt es in zwei Varianten – blau und weiß. Der Stoff ist Baumwolle. Die Maske ist bis 60 Grad waschbar und mit einem Gummizug versehen, um sie an den Ohren zu befestigen. Das Kurort-Logo mit Schlange und Brunnen wird per Textildruck auf den Stoff gebracht.

Bürgermeister: Maske stiftet Identität

Die Idee kommt offenbar gut an: Neben Privatleuten hat inzwischen die Gemeindeverwaltung mehrere Dutzend Stück geordert, um die Mitarbeiter im Rathaus zu schützen. Auch ein benachbartes Hotel hat Interesse an dem Mund-Nasen-Schutz mit eignenem Logo.

Bad Salzschlirfs Bürgermeister Matthias Kübel (CDU) zeigte sich erfreut von der spontanen Umsetzung der Idee für die Kurort-Maske. Das Projekt sei nützlich, weil es zum Schutz der Bevölkerung beitrage, aber auch „gagig“, weil die Maske durch das Logo des Kurortes Identität stiften könne.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema