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Ein derart gefülltes Schwimmbad in Petersberg wird es wohl in diesem Sommer nicht geben. Sollte es öffnen dürfen, könnte eine Personenbeschränkung Auflage sein. (Archivfoto)

Drei Szenarien möglich

Badespaß oder leere Becken: Werden die Schwimmbäder der Region geöffnet?

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Während zahlreiche sportliche Einrichtungen wie Fitnessstudios und Sportplätze wieder öffnen, müssen Schwimmbäder weiterhin geschlossen bleiben. Anhand des Petersberger und Hünfelder Schwimmbades wollen wir zeigen, wie eine Öffnung aussehen könnte.

  • Hygieneanforderungen des Badebetriebes müssten im Falle einer Öffnung noch weiter verschärft werden.
  • Die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus betrifft nicht den Beckenbereich selbst.
  • Vorbereitungen wurden im Rosenbad getroffen, in Hünfeld und Petersberg nicht

Fulda/Hünfeld/Petersberg - Für Petersbergs Bürgermeister Carsten Froß (CDU) gibt es drei mögliche Szenarien: Entweder die Hessische Landesregierung erlaubt die Öffnung der Bäder in naher Zukunft oder erst zum Ende des Sommers. Dann müssen sich Betreiber fragen, ob es sich lohnt, den Badespaß für Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Die dritte Variante wäre keine Öffnung mehr im Jahr 2020. Aktuell wurde diese Entscheidung von der Landesregierung vertagt.

„Der Betrieb eines Schwimmbades lohnt sich aus wirtschaftlicher Sicht grundsätzlich für keine Gemeinde. Es ist eine aktive Entscheidung für ein Freizeitangebot unsere Bürgerinnen und Bürger“, betont der Bürgermeister. Eine Entscheidung über eine mögliche Öffnung könne demnach erst gefällt werden, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen. „Bei vielen Familien fällt in diesem Jahr der Urlaub aus, weshalb wir die Hoffnung hegen, ihnen wenigstens das Freizeitangebot Schwimmbad anbieten zu können“, sagt er.

Hygieneanforderungen müssten verschärft werden

Die ohnehin hohen Hygieneanforderungen des Badebetriebes müssten im Falle einer Öffnung noch weiter verschärft werden, erklärt Helmut Käsmann, Pressesprecher der Stadt Hünfeld und verweist auf Maßnahmen zur Sicherstellung besonderer Vorkehrungen in den Sanitärbereichen.

„Die Frequenz der Reinigungsdurchgänge müsste sicher in allen Bereichen erhöht werden.“ Ein weiterer Problempunkt ist die Nutzung der Umkleidekabinen. Im Breitensport ist es bisher so geregelt, dass sich Sportler zu Hause umziehen und duschen müssen.

Käsmann: Ansteckung nicht durch Beckenwasser

Die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus betrifft allerdings nicht den Beckenbereich selbst, verdeutlicht Käsmann. „Eine Weitergabe von Viren wird dort durch die Wasseraufbereitung unterbunden.“ Eine Öffnung könnte laut Angaben Käsmanns allerdings nur unter besonderen Restrisiken erfolgen. Als weitere Maßnahme wären entsprechende Informationstafeln mit Vorschriften bezüglich des Abstandes und Verhaltens auf der Liegewiese und im Wasser nötig.

Beide Betreiber sind sich allerdings einig, dass das noch geltende Abstandsgebot im Normalbetrieb nur schwer einzuhalten ist. „An sonnigen Tagen kamen in der vergangenen Saison auch mal 2500 und mehr Badegäste an einem Tag“, informiert der Pressesprecher der Stadt Hünfeld.

Personenbeschränkung könnten in Petersberg nötig werden

Viele Besucher kommen auch nach Petersberg, weshalb eine Personenbeschränkung nötig werden könnte. „Generell bin ich kein Befürworter solcher Einschränkungen. Eine Familie mit Kindern heimschicken, weil die erlaubte Personenzahl erreicht ist, ist nicht im Sinne eines Freibades“, betont Froß.

Wenn die zuständigen Behörden die Erlaubnis zur Öffnung der Bäder gibt, brauchen die Stadtwerke Hünfeld eine Vorlaufzeit von rund zwei Wochen, um das Freibad hochzufahren. In Petersberg beläuft sie sich auf drei bis vier Wochen. „Wir haben bisher keinerlei Vorbereitungen getroffen, die laufende Kosten verursachen“, erläutert Froß.

Vorbereitungen im Rosenbad wurden getroffen

Anders sieht es im Rosenbad aus. „Von unserer Seite wurden die Saisonvorbereitungen weitgehend erledigt und die Becken gefüllt. Weitere Einzelheiten werden wir in enger Abstimmung mit der Stadt Fulda bekanntgeben, wenn definitiv feststeht, wann wir für unsere Badegäste wieder öffnen dürfen“, teilt die Rhön Energie mit, die das Freibad betreibt.

Die Politik entscheide über die eventuelle Öffnung der Bäder. Wann dies geschehen könnte, sei derzeit noch offen. Auch Bedingungen eines möglichen Badebetriebs mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen würden die Behörden festlegen.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) empfiehlt folgende Maßnahmen:

Abstandsmarkierungen im Kassenbereich einrichten.

Manuelle Eingangstüren sollten geöffnet bleiben.

Möglichst bargeldlose Zahlung mit Karte.

Keine Ruhe- und Wartezeit im Innenbereich ermöglichen.

Sammelumkleiden sollten geschlossen werden. Auch Schulen und Vereine nutzen Einzelumkleiden eventuell mit dauerhaft geöffneten Türen.

Nur eine begrenzte Anzahl von Umkleideschränken sollten zur Verfügung stehen.

Dusch- und WC-Bereiche dürfen je nach Größe nur von maximal zwei Personen gleichzeitig genutzt werden.

Lesen Sie hierzu: Freibäder im Kinzigtal öffnen nicht vor dem 1. Juli

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