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Bauboom in der Rhön: Einige Gemeinden schauen in die Röhre

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Rhön - Der Hausbau boomt derzeit – auch in der Rhön. Viele Gemeinden reagieren auf diesen Trend und weisen Baugebiete aus, andere würden dies gerne tun, haben aber keine Flächen zur Verfügung.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Dipperz ist sehr begehrt, weil das Tor zur Rhön, wie sich die Gemeinde selbst nennt, stadtnah liegt. In der Vergangenheit waren die rund 60 Bauplätze, die zur Verfügung standen, im Nu verkauft. Regelmäßig erreichen Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos) Nachfragen. Doch er muss den Interessenten absagen, denn es gibt derzeit keine Flächen, die er anbieten kann. Gespräche habe er geführt. Doch die infrage kommenden Grundstücksbesitzer verkaufen nicht, sagt er.

Ähnlich ist die Situation in Ehrenberg. Bürgermeister Peter Kirchner (parteiunabhängig) würde gerne Bauland anbieten, denn es gebe Interessenten, vor allem aus der Gemeinde. Und die würde er gerne in Ehrenberg halten. Aber auch er muss passen, denn es fehlen Grundstücke. Er hofft, dass es sich einige Grundstücksbesitzer doch noch überlegen, wenn sie persönlich angeschrieben werden.

Bessere Situation in Hofbieber

Besser ist da die Situation in Hofbieber. Nachdem im Ortsteil Wiesen das Baugebiet sehr schnell bebaut war und auch die Grundstücke im aktuellen Gebiet „Flächert I“ in Hofbieber verkauft sind, stehen in den kommenden Monaten die Gebiete „Flächert II“ und der „Speckacher“ in Langenbieber für Bauwillige zur Verfügung. Demnächst sollen die Erschließungsarbeiten beginnen. Dazu soll noch in Niederbieber Bauland bereitgestellt werden.

Die Gemeinde Poppenhausen hat vor drei Jahren einen Plan zur Entwicklung von Baugebieten beschlossen. Ziel war es, 63 neue Plätze zur Verfügung zu stellen. Einige der Gebiete sind schon bebaut. Nachdem im Areal „Milseburgstraße I“ fast alle Plätze verkauft sind, soll nun das Gebiet östlich der Milseburgstraße erschlossen werden. Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU) sagte: „Es gibt schon Nachfragen.“

Genügend Platz für Interessenten in Tann

Nachfragen gibt es auch in Tann, berichtet Bürgermeister Mario Dänner (parteilos). „Es sind mehr denn je.“ Aber in der Rhönstadt gibt es noch genügend Plätze für Interessenten. In Tann selbst stehen laut Dänner noch fünf städtische Bauplätze zur Verfügung und in den Orten Günthers, Wendershausen und Lahrbach gebe es auch noch Flächen, teilweise sind es Baulücken, aber auch wie in Lahrbach kleine Baugebiete. Neue Baugebiete auszuweisen sei nicht notwendig.

Genau dies macht die Nachbargemeinde Hilders aufgrund der Nachfrage. Im Kernort wird das Gebiet Heiligenweg für maximal 35 Plätze erschlossen, und in Simmershausen wird ein Areal für 15 Plätze ausgewiesen. Um für die Zukunft gewappnet zu sein und auch für heimische Interessenten etwas anzubieten, wurden in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Aufstellungsbeschlüsse für zwei weitere Baugebiete in Brand (Reulbachswiesen) und in Batten (Stückacker) verabschiedet.

Ausweisung für Baugebiete in Gersfeld schwierig

Groß ist die Nachfrage auch in Ebersburg. Deshalb hat die Vertretung in ihrer jüngsten Sitzung zwei neue Baugebiete beschlossen. Die Abgeordneten machten den Weg frei für „Ziegelhütte II“ in Weyhers und für den „Katzenacker II“ in Ried. Dazu kommen noch freie Flächen im Neubaugebiet Schmalnau. Aber es sollen nicht nur neu gebaut werden, sondern auch Lücken geschlossen werden, formuliert Bürgermeisterin Kram ein Ziel der Gemeinde.

Schwierig ist es, in Gersfeld Baugebiete auszuweisen. Das liegt an der topografischen Lage der Stadt, die im Tal zwischen den Bergen liegt, und an den Eigentümern von potenziellem Bauland, die nicht verkaufen. In der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten wurden die Aufstellungsbeschlüsse für drei Gebiete nach dem vereinfachten Verfahren beschlossen. Am Komberg, Auf der Wacht in der Nähe des ehemaligen Hallenbades Kaskade und östlich der Rhön-Klinik bei der Espenlaubstraße sollen kleinere Baugebiete ausgewiesen werden.

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