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Baustelle in der Innenstadt: Neue Wohnungen entstehen in Fulda

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Im Schatten des Löhertors wird ein weiteres Bauprojekt umgesetzt: In der Gerbergasse entstehen 15 Eigentumswohnungen. Bereits in rund einem Jahr sollen sie bezugsfertig sein.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Bauherr ist die Merz-Grundstücksverwaltungs GmbH aus Hosenfeld-Jossa. Das Grundstück in der Gerbergasse ist schon länger im Besitz der Familie Merz. „Unsere Eltern haben die Fläche 1989 gekauft“, berichtet Rüdiger Merz, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Heiko führt. Jahrelang wurde das Grundstück lediglich als Parkplatz genutzt. „Obwohl im Umfeld mit der Wollgarn und den Hutstoffwerken große Fabriken standen, befand sich an dieser Stelle nichts. Das war eine Baulücke“, sagt Merz.

„RhönEnergie-Komplex wertet Stadt auf“

Die Pläne, das Grundstück zu entwickeln, seien erst vor etwa drei Jahren gereift. Damals wurde erstmals bekannt, dass das Löhertor als Einkaufszentrum Geschichte ist – und stattdessen die RhönEnergie dorthin ziehen wird. Zusätzlich zu der neuen Zentrale werden auf dem Gelände ein Hotel und Wohnungen gebaut. „Dieses Quartier wird dadurch belebt, das wertet die Unterstadt unheimlich auf“, ist Rüdiger Merz überzeugt.

Dadurch änderten sich auch die Pläne für das Merz-Areal in der Gerbergasse. „Neben ein Einkaufszentrum hätten wir keine Wohnungen gebaut. Das hätte sich nicht vertragen“, sagt er. Prinzipiell sei die Lage aber optimal zum Wohnen, betont Merz: Man habe Einkaufsmöglichkeiten, das Kneipenviertel, das Kino sowie das Schwimmbad in der Nähe. „Und die Fulda-Auen sind direkt vor der Haustür.“

Ab Herbst 2020 bezugsfertig

Seit März wird nun in der Gerbergasse gebaut. „Die Arbeiten liegen sehr gut im Zeitplan. Wenn es so weiter geht, sind die Wohnungen im Herbst 2020 bezugsfertig“, sagt er. Insgesamt 15 Wohnungen mit 25 Parkplätzen baut die Merz-Grundstücksverwaltungs GmbH, die nicht nur Bauherr, sondern auch Vermarkter ist. Die Einheiten sind zwischen 48 und 110 Quadratmeter groß, zwei von ihnen sollen barrierefrei sein.

Eine bestimmte Zielgruppe hat Merz nicht im Blick. Was er allerdings feststellt: „Wohnen in Fulda wird immer teurer.“ Laut Immobilienmarktbericht kostet eine neugebaute Eigentumswohnung in Fulda im Durchschnitt 3100 Euro pro Quadratmeter. Vor 15 Jahren gab es sie noch für die Hälfte. „In dem aktuellen Preissegment werden auch unsere Wohnungen liegen“, sagt Rüdiger Merz. Wie viel das Unternehmen selbst dort investiert, will er nicht sagen.

Bereits zu zwei Dritteln verkauft

Für diese Preisentwicklung sieht der Hosenfelder mehrere Gründe. Einerseits sei die Stadt mit ihrer niedrigen Arbeitslosigkeit und guten Infrastruktur sehr attraktiv. Andererseits seien aufgrund der guten Konjunktur in den vergangenen Jahren die Baukosten explodiert. „Und durch die andauernde Niedrig-Zins-Politik investieren die Leute ihr Geld lieber in Sachwerte wie Immobilien“, sagt Merz. Das zeige sich an seinem eigenen Bauprojekt: Obwohl die Wohnungen erst in einem Jahr fertig sein werden, seien sie bereits zu zwei Dritteln verkauft. „Die Hälfte der Käufer will selbst darin wohnen, die andere Hälfte nutzt das Eigentum als Kapitalanlage und vermietet.“

„Immobilienpreise werden sich abkühlen“

Der Unternehmer glaubt jedoch, dass sich der Immobilienmarkt mittelfristig abkühlen werde. „Die Preise können nicht immer weiter in die Höhe steigen“, erklärt er. Sonst seien Wohnungen und Häuser für Normalverdiener irgendwann nicht mehr zu bezahlen.

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