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Bauträger verwundert über Debatte in Künzell

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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KÜNZELL - Beim Lesen unserer Zeitung kamen die Bauunternehmer Timo (47) und Birgitt Manns (48) ins Staunen: In der Künzeller Gemeindevertretung wurden Bedenken über die mögliche Bebauung eines Grundstücks in Pilgerzell geäußert, für das es noch gar keinen Bauantrag gibt.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Das Fuldaer Unternehmen Manns Bau hat in der Bonifatiusstraße zusammenhängende, insgesamt gut 3000 Quadratmeter große Grundstücke erworben, um dort Wohnhäuser zu errichten. Das rief die CDU-Fraktion auf den Plan. „Es ist zu erwarten, dass der neue Eigentümer eine nach dem alten Bebauungsplan maximale Bebauung realisieren möchte, um das für ihn beste wirtschaftliche Ergebnis zu erzielen. Das würde den dörflichen Charakter negativ beeinflussen“, warnte Künzells CDU-Fraktionschef Dr. Bernd Katzer.

Auf Antrag der Union wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, Regelungen zu treffen, damit „eine ortsübliche, dörfliche Bebauung“ erfolgt.

Noch gar kein Bauantrag

„Wir haben weder einen Bauantrag noch eine Bauvoranfrage gestellt, niemand hat uns gefragt, was wir vorhaben – und doch müssen wir uns an den Pranger gestellt fühlen, wenn es heißt, wir wollten alles aus einem Grundstück herausholen“, sagt Timo Manns. Die Politik fordere nachhaltiges und bezahlbares Bauen. „Das lässt sich mit dem Bewahren eines dörflichen Charakters nur schwer vereinbaren.“

Zwölf Wohnungen geplant

Der jetzige Bebauungsplan erlaube, auf dem Grundstück 1800 Quadratmeter Wohnfläche zu schaffen. Manns wollen zwölf Wohnungen errichten: sechs Doppelhaus-Hälften und ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen. „Das bedeutet, die Bebauung soll nicht viel dichter werden als heute in Pilgerzell. Wollte man allerdings eine weniger dichte Bebauung vorschreiben, müssten die Wohnungen teurer werden“, erklärt Timo Manns.

Änderung im Nachgang?

Beim Grundstückskauf sei die Festlegung im Bebauungsplan, wie dicht gebaut werden darf, wichtig für den Preis. „Ob man diese Festlegung im Nachhinein ändern kann, wie es in der Gemeindevertretung diskutiert wurde, ist für uns eine offene Frage“, sagt Birgitt Manns.

Ganz neu ist die Diskussion für Manns aber nicht: „Wenn wir in der Stadtregion ein Grundstück erwerben, um dort Wohnungen zu bauen, hören wir oft: ,Bitte, bebaut das Grundstück nicht so dicht.‘ Aber bezahlbar soll es auch sein.“

Im konkreten Fall dürften sich Manns und die Gemeinde aber einigen können: In der Diskussion nannten Katzer und Bürgermeister Timo Zentgraf (parteilos), dass sie sich zwölf Wohnungen auf dem Areal vorstellen könnten. Mehr wollen Manns nicht errichten.

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