Das Landratsamt / Foto: Volker Nies

Bedrohungen gegen Mitarbeiter des Kreises: 20 Anzeigen wegen verbaler Attacken

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kreis Fulda - Bundesweit häufen sich die Meldungen von Angriffen auf Politiker und Verwaltungsmitarbeiter. Auch der Landkreis Fulda hat mit der Bedrohung und Beleidigung von Mitarbeitern zu kämpfen. Tätliche Angriffe gab es 2018 und 2019 aber nicht.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

In den vergangenen fünf Jahren wurden insgesamt 20 Bürger angezeigt, weil sie Mitarbeiter des Kreises bedroht oder beleidigt haben. „Von insgesamt 20 eingeleiteten Strafverfahren in den vergangenen fünf Jahren gab es in 15 Fällen eine teilweise erhebliche Geldstrafe oder mindestens eine sogenannte Gefährderansprache durch die Polizei“, berichtet Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU) in Beantwortung einer Anfrage der SPD-Kreistagsfraktion.

2018 und 2019 gab es jedoch keine tätlichen Angriffe auf Mitarbeiter des Landkreises Fulda. Allerdings kam es zu etlichen Fällen von Beleidigungen und Bedrohungen. Das berichtete der Erste Kreisbeigeordnete.

„In verschiedenen Fachdiensten kommt es zu Fällen von Beleidigungen sowie Bedrohung. Schwerpunkte bilden die Fachdienste mit Außendienstbezug wie der Bereich der Kfz-Zulassung, der Forderungsvollstreckung, der Bauaufsicht und dem Veterinärwesen“, erklärt Schmitt.

Schulungen zur Gewaltprävention

Daneben gebe es in Bereichen mit ausgeprägtem Kundenverkehr, wie dem Fachbereich Arbeit und Soziales, der Ausländerbehörde, der Waffenbehörde sowie im Bereich des Bürgerservice solche Vorfälle. „Der Landkreis Fulda verfolgt in diesem Zusammenhang eine Null-Toleranz-Strategie. Ziel ist es, dass jeder erhebliche Vorfall zur Anzeige gebracht wird, um eine strafrechtliche Ahndung zu ermöglichen. Für die Führungskräfte besteht die Anweisung, jeden erheblichen Fall zu melden“, berichtet der Vize-Landrat. Bei der jüngsten Personalversammlung habe er alle Mitarbeiter und Führungskräfte ausdrücklich zu diesem Thema sensibilisiert.

Im hausinternen Fortbildungsprogramm werden für alle Mitarbeiter Schulungen zur Gewaltprävention angeboten. Zudem fänden in den besonders betroffenen Fachdiensten regelmäßig Schulungen zum Thema Gewaltprävention, Deeskalation und Eigensicherung statt. Inwieweit Mitarbeiter von Stadt- und Gemeindeverwaltungen bedroht worden sind, dazu hat der Kreis keine Erkenntnisse.

Ein wachsendes Problem

Bundesweit ist die Gewalt gegen Mitarbeiter von Kommunalverwaltungen ein wachsendes Problem. Nach einer vom Fachmagazin „Kommunal“ im Auftrag des ARD-Politikmagazins „Report München“ erstellten Umfrage unter Bürgermeistern wurden in jeder zwölften Kommune in jüngerer Zeit Mitarbeiter oder Amtsträger Opfer körperlicher Gewalt. Die Zahl der Gewaltattacken sei innerhalb von zwei Jahren um 25 Prozent gestiegen.

Von den 11.000 Stadtoberhäuptern in Deutschland mussten der Studie zufolge rund zwei Prozent bereits Gewalt am eigenen Leib erfahren. Auch Stadt- und Gemeinderäte sowie Verwaltungsmitarbeiter würden immer wieder körperlich angegriffen.

Während bei einer Umfrage 2017 sechs Prozent aller Kommunen körperliche Übergriffe gemeldet hatten, seien es jetzt acht Prozent. Vier von zehn Kommunen seien zudem von verbalen Drohungen betroffen. Etwa die Hälfte aller dieser Fälle finde in den sozialen Netzwerken statt, so die Studie von „Kommunal“.

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