Der Halley’sche Komet 1986 / Foto: NASA

Besondere Sternschnuppen sind bald zu sehen: In den Nächten der Orioniden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Jährlich von Oktober bis Anfang November tauchen am nächtlichen Himmel besondere Sternschnuppen auf. Sie können auch in diesem Jahr von der Region aus beobachtet werden, da die zumeist etwas steinigen, gefrorenen Brocken aus dem Weltraum in einer hell leuchtenden Spur beim Flug durch die irdische Atmosphäre verglühen.

Von Aloys König

Grundsätzlich sind das ganze Jahr über Sternschnuppen am Himmel sichtbar, besonders Mitte August die Perseiden. Jährlich wiederkehrend von September bis November – in diesem Jahr zwischen 2. Oktober und 7. November – lässt sich eine Zunahme eines besonderen Sternschnuppenflugs feststellen, der vor allem vom Sternbild Orion am südöstlichen Himmel auszugehen scheint. Daher kommt ihr Name: Orioniden. Sie sind einer der fünf aktivsten Meteorströme.

Nacht zwischen 21. und 22. Oktober

Sternschnuppen gehen normalerweise von einer bestimmten Stelle am Nachthimmel aus, dem Radianten. Bei den Orioniden befindet sich der Radiant aber nicht jedes Jahr an der gleichen Stelle. Ihr Ursprung liegt in einem Bereich zwischen dem Sternbild der Zwillinge und den markanten Hauptsternen des Orion. Der Höhepunkt dieses Sternschnuppenflugs kann sich über drei Nächte erstrecken: In diesem Jahr sollte er in der Nacht von Montag, 21. Oktober, auf Dienstag zu beobachten sein. Möglich wäre das Maximum auch in der Nacht zuvor.

Allerdings herrschen keine idealen Beobachtungsbedingungen. Die beste Beobachtungszeit liegt vor der Morgendämmerung. Da stört jedoch der helle Mond.

Herkunft: Der Halley’sche Komet

Als Entdecker der Orioniden gilt der Amerikaner Edward Claudius Herrick aus Connecticut, der 1839 und 1840 die Aktivität zwischen 8. und 15. Oktober feststellte. Das Besondere und die eigentliche Herkunft der Orioniden ist der wohl bekannteste Komet überhaupt: der Halley’sche Komet.

Benannt wurde er nach dem englischen Wissenschaftler Edmond Halley (1656 - 1742). Er wies 1682 erstmals nach, dass Kometen Himmelskörper, die auf berechenbaren Bahnen die Sonne umkreisen. Wie von Halley 1705 vorhergesagt, erschien zum Weihnachtstag am 25. Dezember 1758 der Komet wieder am Nachthimmel. Inzwischen ist erwiesen, dass der Halley’sche Komet bei seiner etwa 76-jährigen Umlaufzeit um die Sonne seit 240 vor Christus mindestens 25 Mal beobachtet worden ist.

200.000 Kilometer pro Stunde

Heute weiß man, dass Kometen „gefrorene Schmutzbälle“ sind, die sich, wenn sie in Sonnennähe kommen, langsam auflösen und dadurch einen Schweif hinter sich herziehen. Kreuzen sich die Bahn der Erde und das sich auflösende Gas-, Staub- und Steinmaterial des Kometenschweifs, kommt es zu einer Kollision der Teilchen mit der Erdatmosphäre. Allgemein liegen die Kollisionsgeschwindigkeiten bei gut 200.000 Kilometer pro Stunde, wobei das Material des Kometen in die Erdatmosphäre eindringt und als Sternschnuppen verglüht. Dies beginnt überwiegend in Höhen um 80 Kilometer in der Mesosphäre. Mitunter verglüht aber nicht alles Material, größere Teile oder gar große Brocken können dann als Meteorite auf der Erde einschlagen. / lea

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