Beid der Buchpräsentation (von links): Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Prof. Franz Erhard Walther und Dr. Carlo Burschel. / Fotos: Stadt Fulda

Biennale-Preisträger Franz Erhard Walther präsentiert Publikation des Jungen Kunstkreises

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Am Sonntag ist nach mehrmaliger Verlängerung die Ausstellung des Jungen Kunstkreises Fulda im Vonderau Museum zu Ende gegangen. Die kürzlich erschienene Publikation „Die Druckgraphik“ ist weit mehr als ein bloßer Ausstellungskatalog. Herausgeber ist Carlo Burschel, gestaltet hat das Buch der in Fulda lebende, Biennale-Preisträger Professor Franz Erhard Walther.

„Dieses Buch ist nicht bloß ein Begleitband zur Schau oder ein Ausstellungskatalog, nein, es handelt sich um eine viel weitergehende und tiefergreifende Publikation, ja ich möchte sagen, es geht um einen wichtigen Teil Fuldaer Stadtgeschichte, die wir hier in den Händen halten.“

Mit diesen Worten stellte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld in der vergangenen Woche den Band „Junger Kunstkreis Fulda – Aufbruch in die Nachkriegsmoderne. Die Druckgraphik“ vor, der anlässlich der gleichnamigen Sonderausstellung im Fuldaer Vonderau-Museum erschienen ist.

Mehr als 3000 Besucher bei Jubiläumsausstellung

Mehr als 3000 Besucherinnen und Besucher sahen die mehrfach verlängerte Ausstellung, die anlässlich des 60. Jahrestags der Gründung des Jungen Kunstkreises (JuKu) initiiert wurde und von November 2018 bis Mai 2019 im Vonderau-Museum gezeigt wurde.

Der künstlerisch aufwendig gestaltete Begleitband zur Ausstellung wurde maßgeblich von dem Fuldaer Biennale-Preisträger Prof. Franz Erhard Walther konzipiert. Auch andere ehemalige Mitglieder des JuKu (Pedro Herzig, Dieter Ebert, Helmut Kopetzky, Gisbert Seng, Ernst Neidhardt, Heide Berg-Raab, Rudi Benz etc.) haben für das Buch Materialien zur Verfügung gestellt.

Junger Kunstkreis bald im Vonderau Museum?

OB Wingenfeld lobte insbesondere das Engagement des in Fulda aufgewachsenen Autors Dr. Carlo Burschel, der sowohl die Ausstellung als auch das Buchprojekt initiiert und organisiert hatte. Sein Ziel ist es, eine Wiederentdeckung des druckgraphischen Werks des JuKu zu forcieren und auf die Bedeutung des Jungen Kunstkreises im Zusammenhang mit der deutschen Nachkriegsmoderne hinzuweisen.

Auch das innovative Vermarktungs- beziehungsweise Verbreitungskonzept über den sogenannten Graphik-Ring wird untersucht. Wingenfeld betonte: „Wir sind als Stadt aufgefordert, diese Episode der zeitgenössischen Kunst in besonderer Weise zu würdigen.“ Entsprechend gebe es auch schon konkrete Planungen, den JuKu und sein Wirken in der Neukonzeption der künftigen Dauerausstellung des Vonderau-Museums zu berücksichtigen.

JuKu stoß anfangs auf massive Ablehnung

Prof. Walther, der neben dem Buch auch das Ausstellungsplakat gestaltet hat, gingebenfalls auf die Stellung des JuKu innerhalb der deutschen Nachkriegskunst, ein und gab einen Einblick in die frühen Jahre des JuKu sowie in seinen eigenen Werdegang. So erläuterte er seine Hinwendung zur künstlerischen Avantgarde in den 1960er Jahren – als bewusste Abgrenzung zur Modernen, die Walther als „überholt und Verbraucht“ empfand.

Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler erinnerte an den damaligen Oberbürgermeister Dr. Alfred Dregger, der „weitsichtig und mutig“ sich zu einer finanziellen Unterstützung des Jungen Kunstkreises entschlossen habe – zu einer Zeit, als die Ausdrucksformen dieser Künstlergeneration in weiten Teilen der Bevölkerung auf massive Vorbehalte oder gar offene Ablehnung gestoßen sei.

Der Band „Junger Kunstkreis Fulda – Aufbruch in die Nachkriegsmoderne. Die Druckgraphik“ ist im Verlag „Arnoldsche art publishers“ (Stuttgart) erschienen, kostet 44 Euro und ist im Buchhandel sowie an der Kasse des Fuldaer Vonderau-Museums erhältlich.

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