Fotos: Michael Eloy Werthmüller

Bildungskonferenz thematisierte den digitalen Wandel

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Der digitale Wandel wurde bei der dritten Bildungskonferenz thematisiert. Um den Wandel zu gestalten und als Chance zu sehen, hat das Bildungsbüro für die Region Fulda deshalb die Konferenz mit mehr als 200 Teilnehmern rund um das Thema Digitalisierung gestaltet.

„Kinder, die heute den Kindergarten besuchen, werden 2040 in die Arbeitswelt eintreten. Das bedeutet, dass wir sie auf eine Welt vorbereiten, die wir selbst nicht kennen“, betonte der renommierte Bildungsforscher und Psychologe Professor Dr. Wassilios E. Fthenakis, der als Fachredner auf der Bildungskonferenz sprach. „Wir müssen Kinder auf einen schnellen, wenig prognostizierbaren Wandel vorbereiten und vor allem auf Dinge, die noch gar nicht erfunden worden sind.“

Kinder müssten deshalb lernen, sich selbst Wissen zu beschaffen, Medien- und Kommunikationskompetenz zu erlangen, wertorientiert zu handeln und kreativ zu sein. „Nur so können wir sie auf die digitale Welt vorbereiten“, erklärte Fthenakis, der viele Jahre Präsident des deutschen Didacta-Verbands war und sich intensiv mit den Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Bildung beschäftigt.

Medien im Kitaalter wichtig

In den anschließenden Workshops diskutierten die Teilnehmer über das Konferenzthema entlang der Bildungsphasen des lebenslangen Lernens. In einem abschließenden Gespräch stellten die Workshopleiter die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für ihren Bereich heraus. In der frühkindlichen Bildung gebe es starke Chancen im Bildungs- und Erziehungsplan. Die Zusammenarbeit mit den Eltern in Bezug auf Medienarbeit gestalte sich jedoch nicht immer so einfach, da das Thema oft auf Vorbehalte stoße. Trotzdem sind Medien im Kitaalter bereits wichtig, Kompetenzen müssten gefördert werden, und der kritische Umgang aufgezeigt werden.

In Bezug auf die schulische Bildung ging es um die Frage, wie die Schule der Zukunft auch im Hinblick auf die Kompetenzorientierung aussehen soll. Die Workshopteilnehmer wurden ermutigt, die eigene Schule mitzugestalten und Änderungen aktiv anzustoßen.

Herausforderungen im Bereich Digitalisierung

„Es gibt keinen Beruf, der ohne die Anwendung von digitalen Technologien zukunftsfähig wäre“, so lautet der Tenor aus dem Workshop für berufliche Bildung. Berufe veränderten sich stark, 30 Prozent der Betriebe in Deutschland hätten sich jedoch noch nicht mit Digitalisierung auseinandergesetzt. Dies sei eine der größten Herausforderungen.

Um Herausforderungen ging es auch in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Wie können Programme von Erwachsenenbildung gestaltet sein, damit Digitalisierung gelingt? Besonders wichtig sei dabei, Nutzern Sicherheit zu bieten. Sie müssten zu neuen Medien Vertrauen fassen, um diese im Anschluss auch zu nutzen.

Land darf Menschen nicht im Stich lassen

Und wie fördert der Landkreis Digitalisierung? Der Kreis hat die AG Bildung und Digitales unter dem Dach des Hessencampus ins Leben gerufen. In diesem Rahmen soll es Fortbildungen, Infoveranstaltungen und Exkursionen für Pädagogen und in der Bildung Tätige geben. Der Austausch über die Vermittlung digitaler Grundbildung steht hierbei im Vordergrund.

Professor Dr. Wassilios E. Fthenakis betonte am Ende der Veranstaltung noch einmal, dass das WWW heute so wichtig sei wie zu seiner Schulzeit das ABC. „Die Bildungssysteme bewegen sich in die digitale Richtung, darauf vorbereitet sind sie aber definitiv nicht“, betonte er. „Wir müssen diesen Transformationsprozess professionell, gründlich und möglichst schnell bewältigen. Deutschland ist in dieser Hinsicht eher von Bedenkenträgern begleitet als von Menschen, die das kritisch und optimistisch angehen“, gab er zu bedenken. Das Land dürfe die Menschen in Bezug auf Digitalisierung nicht im Stich lassen.

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