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Biologie-Leistungskurs der Freiherr-vom-Stein Schule besucht Pathologie im Klinikum Fulda

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Ungläubige und fragende Blicke waren die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler des Biologie-Leistungskurses der Q1-Phase der Freiherr-vom-Stein Schule, als sie erfuhren, dass sie die Gelegenheit erhalten sollten, das Institut für Pathologie des Klinikum Fulda zu besuchen.

Im Rahmen der langjährigen Kooperation zwischen dem Fuldaer Gymnasium und dem Klinikum Fulda führte zunächst Prof. Dr. Gabriele Köhler, Direktorin des Instituts für Pathologie, die Teilnehmenden in die vielfältigen Arbeitsfelder der Pathologie ein, von denen nur eines die Obduktion von Leichen ist, teilte die Schule in einer Presseinformation mit.

Hauptaufgabe eines Pathologen sie die Begutachtung von Gewebeproben, die während Operationen, Punktionen oder Biopsien entnommen werden. Die Präparate werden demnach zunächst von außen begutachtet, dann von Laboranten zur Konservierung und Fixierung in Formalin eingelegt und in hauchdünne Scheiben geschnitten.

„Schnellschritte“ während einer OP

Nach Übertragung auf einen Glasobjektträger und spezieller Anfärbung erfolge die Untersuchung mit dem Mikroskop. Auf dieser Grundlage erstellt der Pathologe eine Diagnose und übermittelt den Befund an den behandelnden Arzt, der über weitere Therapieschritte entscheidet. Auch während ein Patient operiert wird, werden im Institut für Pathologie „Schnellschnitte“ untersucht, so dass der Chirurg für die weitere Operation wichtige Entscheidungen treffen kann und dem Patienten möglicherweise ein weiterer Eingriff erspart bleibt.

Die Anfänge der Pathologie – so berichtete Prof. Dr. Köhler – gehen ins Mittelalter zurück, wo man nach krankhaften Veränderungen an Organen suchtet. Als Begründer der modernen Pathologie gilt Prof. Dr. Rudolf Virchow, der Mitte des 19. Jahrhunderts unter anderem an der Berliner Charité wirkte.

Umfangreiche Ausbildung

Prof. Dr. Köhler zu folge beschäftigt sich ein Pathologe im Vergleich zu vielen anderen Fachrichtungen in der Medizin mit allen Bereichen des menschlichen Körpers, entsprechend umfangreich sei die Ausbildung. Im deutschsprachigen Raum gebe es derzeit etwa 1400 Pathologen. Aufgrund der wachsenden Anforderungen in diesem Fach sieht sie einen deutlich höheren Bedarf und wirbt für die Aufnahme eines Medizinstudiums und anschließender Spezialisierung im Fach Pathologie.

Prof. Dr. Köhler zeigte den Schülerinnen und Schülern anschließend einige Operationspräparate, bei denen es sich hauptsächlich um Tumore handelte, und wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Früherkennungsuntersuchungen und einer gesunden Lebensweise hin.

DNA aus Tumorzellen isoliert

Neben den mikroskopischen Untersuchungen nehmen genetische Methoden eine zunehmend wichtige Rolle in der Pathologie ein, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Molekularbiologin im Institut für Patholgie, Dr. Verena Böhmer, erklärte, wie DNA aus Tumorzellen isoliert und mittels der Polymerase-Chain-Reaction (PCR) vermehrt wird. Nach Identifikation und Sequenzierung relevanter Gene kann ausgehend von den vorliegenden Mutationen unter der Vielzahl möglicher Therapien die wirksamste für den jeweiligen Patienten ausgewählt werden.

So wird kostbare Zeit gespart und dem Patienten bleiben unter Umständen nebenwirkungsreiche Therapien erspart. Die Schülerinnen und Schüler erhielten an diesem außerschulischen Lernort überaus interessante Einblicke in die Pathologie. Darüber hinaus wurde ihnen explizit vor Augen geführt, dass im Unterricht erworbene fachliche Kompetenzen auch außerhalb der Schule Anwendung finden. Desweiteren konnten sie hinsichtlich ihrer Studienwahl viele wertvolle Eindrücke erhalten. / FZ

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