Fotos: medio.tv / Schauderna

Bischof und Bischöfin auf dem Weg zu enger Zusammenarbeit

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Kassel - Zu einem ersten Erfahrungsaustausch haben sich Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann und Bischof Dr. Michael Gerber jüngst in Fulda getroffen. Beide Leitende Geistliche werteten es als starkes und ermutigendes Zeichen, dass das Treffen bereits drei Wochen nach der Amtseinführung von Bischöfin Hofmann stattfinden konnte.

„Das heutige Treffen steht am Anfang einer weiteren fruchtbaren, verbindlichen Zusammenarbeit unserer Kirchen, in die wir uns beide nachdrücklich einbringen werden.“ Das betonten Bischöfin Hofmann und Bischof Gerber und vereinbarten, den persönlichen Austausch nicht nur anlässlich offizieller Kontakte zu pflegen, sondern auch in regelmäßigen Vier-Augen-Gesprächen im vertraulichen Rahmen.

Damit werde unterstrichen, dass beide die intensive und bewährte Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und dem Bistum Fulda weiter pflegen und ausbauen wollen, schreibt das Bistum Fulda. Am Treffen hatten auch die beiden persönlichen Referenten, Pfarrerin Eva Hillebold und Dr. Peter Zürcher, teilgenommen.

Beide von Ökumene geprägt

Im Laufe des Gesprächs, das im privaten Rahmen im Bischofshaus in Fulda stattfand, wurde deutlich, dass die Biografien von Bischöfin Hofmann und von Bischof Gerber von gewichtigen ökumenischen Erfahrungen und Kontakten geprägt sind. Beide stehen für einen Generationswechsel auf Leitungsebene. Als Lehrstuhlinhaberin und Institutsleiterin für Diakoniewissenschaft hat Beate Hofmann in den vergangenen Jahren intensiv wissenschaftlich gearbeitet. Michael Gerber hat sich mit der Wissenschaft vor allem praktisch auseinandergesetzt: im Kontext der Ausbildung kirchlicher Berufe. Entsprechend vielfältig wurde während des Austausches auch auf Erträge der eigenen Forschung zurückgegriffen.

Gleiche Probleme – zusammen die Lösung finden?

Schwerpunkt des Gesprächs war die drängende Frage der Kirchenentwicklung. Beide Kirchen beschäftigen dieselben Fragen, weil die Entwicklung auf die gleichen gesellschaftlichen Veränderungen reagieren. Hofmann und Gerber nahmen es als positiv wahr, dass die große Kirchenmitgliederstudie der Universität Freiburg ökumenisch angelegt ist. Deren Erkenntnisse wurden auf einer Tagung in der Evangelischen Akademie Hofgeismar vorgestellt und mit erfolgreichen Projekten der Mitgliederorientierung in beiden Kirchen in Austausch gebracht. Beide Leitende Geistlichen waren sich darin einig, solche gemeinsamen Foren der Zusammenarbeit auch künftig zu stärken.

Gemeinsamer Auftritt der beiden Geistlichen

Einen gemeinsamen Auftritt wünschen beide Kirchenleitungen für den Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt, für den Hessentag 2021 in Fulda und die Landesgartenschau 2023 in Fulda. Das seien einmalige Gelegenheiten, mit Menschen über Glaubensfragen in Kontakt zu kommen. Entscheidendes Anliegen bleibe, Menschen mit der Botschaft des Evangeliums vertraut zu machen. Hofmann und Gerber verbindet ein tiefes Interesse an der Einzelperson.

Mit Frieden auf Extremismus und Populismus reagieren

Ein sorgenvoller Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen prägte den Gesprächsverlauf. Hofmann erinnerte an ihre Predigt bei der Amtseinführung: „Ich hätte tatsächlich nie gedacht, dass hier, mitten in Deutschland, politisch Engagierte noch einmal Angst um ihr Leben haben müssen.“ Gerber berichtete, dass er bei seinen Antrittsbesuchen in den Dekanaten ebenfalls von seiner Sorge über gesellschaftliche Entwicklungen spreche. Extremismus und Populismus seien gravierende Probleme und eine Herausforderung, auf die die Kirchen mit einer klaren Gegenbotschaft des Miteinanders und des sozialen Friedens zu reagieren haben. Die Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen müssen sich als Orte auszeichnen, an denen die drängenden Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung im „gelebten Leben“ Antwort finden. / lea

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