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Blitzermarathon in Osthessen: Polizei zieht nach 16.500 Fahrzeugen positive Bilanz

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Von: Sophie Brosch

Zum europaweiten Verkehrsaktionstag „Roadpol Speedmarathon“ hat die Polizei in Osthessen am Donnerstag an mehreren Stellen geblitzt. Die Aktion sollte auf Gefahren und Folgen des schnellen Fahrens aufmerksam machen.

Update vom 25. März, 16.18 Uhr: Die Polizei Osthessen hat ein Fazit zum alljährlichen Speedmarathon gezogen.

Wie die Beamten berichtet, habe man im Einzugsgebiet die Geschwindigkeit von rund 16.500 Fahrzeuge durch Radaranlagen gemessen. „Insgesamt 612 Verkehrsteilnehmende verstießen dabei gegen die geltenden Geschwindigkeitsregeln auf den Straßen der Landkreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg und des Vogelsbergkreises. Zehn in Osthessen gemessene Verkehrsteilnehmende müssen künftig auf ihren Führerschein verzichten, da sie die erlaubte Höchstgeschwindigkeit deutlich überschritten“, schreibt die Pressestelle.

Insgesamt zieht die osthessische Polizei allerdings eine positive Bilanz. Viele Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer schienen sich gut über die Messstellen informiert und sich die Gefahren von Geschwindigkeiten ins Gewissen gerufen zu haben. Sie hielten sich an die geltenden Verkehrsregeln. 

Lesen Sie hier die Erstmeldung vom 24. März, 16 Uhr: Fulda - An insgesamt 25 Messstellen wird in den drei Landkreisen Fulda, Vogelsberg und Main-Kinzig-Kreis geblitzt. Dabei sind fünf Dienststellen im Einsatz, die von der hessischen Bereitschaftspolizei und einzelnen Kommunen unterstützt wurden. Zwischen 6 und 22 Uhr gehen die Polizeistationen in ganz Hessen an mehreren Stellen verstärkt gegen Raser vor.

Raser im Visier - Blitzmarathon in den Kreisen Fulda, Main-Kinzig und Vogelsberg

Eine der Kontrollen wird auf der Landstraße 3176 bei Michelsrombach in Richtung Hünfeld durchgeführt. Dort gilt wegen einer Kreuzung eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. „Zwischen halb sieben und halb zehn haben wir hier insgesamt acht Fahrerinnen und Fahrer geblitzt“, sagte Carsten Sippel, Leiter des regionalen Verkehrsdienstes Fulda.

Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung habe dabei 25 Kilometer pro Stunde betragen. Nach dem neuen Bußgeldkatalog wird dieser Verstoß mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft.

Ein Verstoß in der Maintaler Straße in Hanau lag da schon höher: Hier beschleunigte ein BMW-Fahrer auf 83 Stundenkilometer, obwohl auf der innerorts gelegenen Straße Tempo 50 vorgeschrieben ist. Hessenweit führte am Nachmittag ein Mann aus Neuwied am Rhein die Raser-Liste an. Der Audifahrer war mit 175 Stundenkilometer über die A3 bei Bad Camberg geprescht und ignorierte dort das Tempolimit von 120 km/h.

Beide Fahrer müssen laut Polizei nun mit einem Fahrverbot rechnen.

Jedoch zeigten die Fahrer „im Wesentlichen Verständnis für die Aktion“, wie Sippel berichtete. Zwar habe es auch einige kritische Reaktionen gegeben, die meisten Autofahrer akzeptierten aber eine Verwarnung und zahlten die Strafe noch vor Ort.

„Der Speedmarathon ist ein präventiver Ansatz – wir wollen die Fahrerinnen und Fahrer für das Thema Geschwindigkeit sensibilisieren und warnen“, erklärt Sippel. Daher suchen wir heute das direkte Gespräch.“

„Überhöhte Geschwindigkeit ist noch immer die Hauptursache für Verkehrsunfälle“, erklärt Carsten Sippel vom Polizeipräsidium Osthessen.
„Wir wollen die Fahrerinnen und Fahrer für das Thema Geschwindigkeit sensibilisieren und warnen“, erklärt Carsten Sippel vom Polizeipräsidium Osthessen. © Sophie Brosch

Dass bei der Kontrolle in Michelsrombach am Morgen insgesamt nur acht Personen beim zu schnellen Fahren erwischt wurden, stimmt den Leiter des regionalen Verkehrsdienstes zufrieden. „Wir haben gehofft, dass die Aktion sich herumspricht und die Leute sich gegenseitig ermahnen, vorsichtig zu fahren.“

Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Osthessen später auf Nachfrage berichtete, seien bis zum Nachmittag an den einzelnen Kontrollstellen in Osthessen jeweils Verstöße im einstelligen Bereich festgestellt worden. Die meisten Verstöße hätten sich im morgendlichen Berufsverkehr ereignet und seien nach acht Uhr langsam abgeflaut.

Präventiv-Maßnahme „Speedmarathon“ - Blitzer-Standorte frühzeitig angekündigt

„Die Fahrer und Fahrerinnen der kontrollierten Fahrzeuge haben unter anderem die hohen Spritpreise sowie die höhere Geldstrafe für überhöhte Geschwindigkeit im Bußgeldkatalog als Gründe für eine gemäßigtere Fahrweise genannt“, sagte ein Sprecher. (Lesen Sie hier: Teure Spritpreise - Mit diesen Tipps können Sie sparen)

Patrick Bug, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen erklärte: „Heute wäre der größte Erfolg gewesen, gar keinen Verstoß festzustellen.“ Denn: „Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptursache für Unfälle mit schwerwiegenden bis tödlichen Folgen. Dafür wollen wir das Bewusstsein der Menschen schärfen“.

Daher habe die Polizeibehörde die Standorte der Blitzer angekündigt und auch die Medien frühzeitig informiert.

Rasender Bestatter - Kuriose Begegnung für Polizisten

Stephan Messner, der hauptberuflich als Polizist in Alsfeld tätig ist, war bereits mehrfach beim Speedmarathon im Einsatz. Er berichtete von einer kuriosen Begegnung mit dem Inhaber eines Bestattungsunternehmens, der auf dem Weg zur Arbeit in seinem Privatfahrzeug angehalten worden war.

Dieser hatte die Polizeibeamten darum gebeten, ein anderes Kennzeichen an die Bußgeldstelle zu übermitteln – nämlich das seines Firmenfahrzeuges – damit er den Bescheid über die Firma abrechen könne. „Dieser Bitte sind wir natürlich nicht nachgekommen“, erzählte der Beamte.

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