Emsiger Spender: Helmut Schneider aus Engelhelms (Fulda) kommt auf insgesamt 218 Blutspenden.
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Emsiger Spender: Helmut Schneider aus Engelhelms (Fulda) kommt auf insgesamt 218 Blutspenden.

Heute ist Weltblutspendetag

Der Nadelphobie zum Trotz: Helmut Schneider aus dem Kreis Fulda war 218 Mal Blut spenden

  • Daniela Petersen
    VonDaniela Petersen
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Die eigene Gesundheit, aber auch die der Mitmenschen ist seit der Pandemie stark im Fokus. Vor allem junge Menschen sind in diesem Jahr zum ersten Mal zur Blutspende gegangen. Am Montag ist Weltblutspendetag, ein Anlass, die Werbetrommel zu rühren. Laut DRK Fulda werden bundesweit nämlich täglich 15.000 Blutspenden benötigt. 

Fulda - 218 Mal hat Helmut Schneider aus Engelhelms Blut gespendet. Seit 1986 sechs Mal im Jahr, davor vier Mal. „Ich habe keinen einzigen Termin verpasst“, betont der 73-Jährige – und das, obwohl er eigentlich Angst vor Spritzen hat. „Ich habe mir angewöhnt wegzuschauen. Einmal, als ich das nicht getan habe, ging es nicht, und die Vene machte zu.“ (Lesen Sie hier: Kann ich nach der Corona-Impfung Blut spenden? - Antworten auf die wichtigsten Fragen)

Mit 218 Blutspenden ist Schneider einer der emsigsten Spender in Hessen, wenn nicht sogar der Spitzenreiter. Ein bisschen hat ihn dabei der Ehrgeiz gepackt. Dass er überhaupt regelmäßig zum Aderlass geht, hat aber einen anderen Grund: 1979 hat er einer Bekannten das Versprechen gegeben, zum Blutspenden zu gehen. „Sie hatte Leukämie und brauchte jeden Monat einen Beutel Blut“, erklärt Schneider. Die Frau sei leider nach einem Jahr gestorben, doch an das Versprechen hielt er sich – so lange es ging. Denn seitdem er 73 Jahre alt ist, darf er beim DRK nicht mehr Blut spenden.

Blutspenden im Kreis Fulda: Helmut Schneider aus Engelhelms ist ein eifriger Spender

Diese Festlegung des Höchstalters dient laut DRK dem Spenderschutz. Und es müssen zwischen zwei Blutspenden mindestens 56 Tage liegen, wobei Frauen vier Mal und Männer sechs Mal pro Jahr zur Spende gehen dürfen.

Die einzelnen Termine hat sich Helmut Schneider jedes Jahr in seinen Kalender eingetragen und sogar eine Operation so gelegt, dass es mit dem Blutspendetermin passte, wie er sagt. Ihm ist das wichtig: „Ich selbst hatte im Leben so viel Glück. Zweimal hatte ich Operationen am Blinddarm und an den Mandeln, bei denen es Komplikationen gab. Jedes Mal ging es gut. Außerdem habe ich durch das Blutspenden immer sehr gute Blutwerte. Mir tut das gut“, betont er.

Video: Blutspenden trotz Corona-Krise - Jetzt erst recht

Auch das DRK erklärt, dass regelmäßiges Blutspenden den Blutdruck senken und das Risiko für Herzkrankheiten verringern könne. „Und mein Blut wird jedes Mal untersucht“, ergänzt Schneider und erzählt, dass er seit Jahren nicht mehr krank war. „Meinen letzten Krankheitstag hatte ich 1962 im ersten Lehrjahr“, sagt der 73-Jährige, der jahrelang den Kiosk in der Königstraße in Fulda betrieben hat. Auch dort hat er mit Flyern des DRK für die Blutspende die Werbetrommel gerührt. „Und 50 Erstspender geworben“, sagt er begeistert. Seine eigene Blutgruppe kennt er natürlich aus dem Effeff: „A Rhesus positiv, das ist eine sehr verbreitete Blutgruppe“, sagt er.

DRK Fulda erklärt: Regelmäßiges Blutspenden kann Risiko für Herzerkrankungen verringern

Für das DRK Fulda ist jede Spende wichtig: „Die Blutgruppe 0 Rhesus negativ ist jedoch die begehrteste aller Blutgruppen. Die Träger heißen Universalspender, da sie mit ihrem Blut jedem Patienten helfen können“, erklärt Tatjana Schäfer vom DRK Fulda. Der Verband ist in der Region neben Fulda auch in Hünfeld, Gelnhausen-Schlüchtern und Lauterbach vertreten. (Lesen Sie hier: DRK kritisiert: Zu wenige Blutspenden im Jahr 2020)

Die Blutspendetermine finden mehrmals im Jahr in verschiedenen Ortschaften statt: Helmut Schneider kennt viele davon – und weiß, wo der Imbiss danach besonders gut schmeckt: „In Hilders gibt es gutes Essen, in Tann gute Wurst, in Gersfeld Schnitzelbrötchen, in Horas Rosinenbrötchen...“

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