Raiffeisen will zwischen Böckels und Rex teilweise 30 Meter hohe Getreidesilos errichten. Der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld betont nun, wie wichtig eine solche Anlage für die heimischen Landwirte sei.
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Raiffeisen will zwischen Böckels und Rex teilweise 30 Meter hohe Getreidesilos errichten. Der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld betont nun, wie wichtig eine solche Anlage für die heimischen Landwirte sei.

Zwischen Böckels und Rex

„Wichtig für die Landwirtschaft“: Kreisbauernverband schaltet sich in Debatte um Getreidesilos ein

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Nachdem sich in der vergangenen Woche wegen einer geplanten Siloanlage am Rande von Böckels erheblicher Widerstand von Bürgern und Bürgerinnen geregt hatte, meldet sich nun der Kreisbauernverband zu Wort: Getreidesilos seien wichtig für die Landwirte, betont der Geschäftsführer.

Petersberg - „Als Vertreter des Berufsstands der Landwirte stehen wir dem Vorhaben von Raiffeisen positiv gegenüber“, sagt Sebastian Schramm, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Fulda-Hünfeld. „Wir sind eine ländlich geprägte Region. Die Landwirtschaft spielt hier nach wie vor eine große Rolle.“ Vor allem viele kleine Betriebe, die keine Kapazitäten haben, um ihr Getreide selbst zu lagern, seien auf Getreidesiloanlagen angewiesen. Landhändler wie Raiffeisen seien ein wichtiger und verlässlicher Partner.

Böckels: Kreisbauernverband schaltet sich in Diskussion um Getreidesilos ein

Ob Böckels der richtige Standort ist, will Schramm nicht beurteilen. Von oben auf der Landkarte betrachtet, sei der Petersberger Ortsteil aber ein zentraler Punkt im Landkreis Fulda und für die hiesigen Landwirte gut erreichbar. Der Geschäftsführer betont jedoch auch: „Es muss ein Standort gefunden werden, mit dem alle zufrieden sein können.“ Schramm weist auf die klaren rechtlichen Vorgaben beim Bau einer Siloanlage hin: „Zuvor müssen Gutachten erstellt werden, für die zum Beispiel untersucht wird, mit welchem Geräuschpegel zu rechnen ist und ob die Abstände zur Wohnbebauung eingehalten werden. Es wird alles ganz genau geprüft.“

Der Wunsch vieler Bürger, die Getreidesilos doch irgendwo in der Nähe der Autobahn und weit entfernt von einer Ortslage zu errichten, bezeichnet Schramm als schwierig umsetzbar: „Genehmigungen im Außenbereich sind rechtlich nicht ohne Weiteres möglich.“ Beim Kreisbauernverband hätten sich nach den Diskussionen im Bauausschuss mehrere Landwirte gemeldet: „Die fragen mich, wie es jetzt weitergeht. Denn die Landwirtschaft muss ja auch weiter existieren.“

Keine Änderung der Strategie: Raiffeisen prüft weiterhin Böckels als Standort für Getreidesilos

Auf diese Frage antwortet gegenüber unserer Zeitung Benedikt Ehrhardt, Pressesprecher der Raiffeisen Waren GmbH. „Es ist nach wie vor alles offen.“ Eine Änderung in der Strategie gebe es derzeit nicht: Geprüft werde weiter der Standort in Böckels, aber auch Alternativen. „Wir verstehen, was die Bürger vorbringen. Aber wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Landwirten, für die wir ein guter Partner sein wollen.“ Die Angelegenheit bleibe eine Herausforderung.

Raiffeisen sei seit vielen Jahren fester Bestandteil des landwirtschaftlichen Handels im Kreis Fulda. Mit Agrarstandorten rund um Eiterfeld, Großenlüder, Hünfeld und Welkers bearbeite die Waren GmbH zusammen mit ihrem Tochterunternehmen, der RHV Raiffeisen Handels- und Vermittlungsgesellschaft, den landwirtschaftlichen Markt, erklärt Ehrhardt. Getreideerfassungsanlagen standen bislang in Hünfeld, wobei das dortige Fassungsvermögen mit der geplanten Siloanlage in Böckels nicht zu vergleichen sei. Hinzu kommen die steigenden Anforderungen an Kapazität, Lagerung und Abladung, die eine neue Anlage erforderlich machten. Künftig könnten die Wartezeiten minimiert und das Getreide „geräusch- und staubarm“ angenommen werden.

Getreidesilos in Böckels? Ein Entscheidung könnte Mitte Februar fallen

Böckels sei auch deshalb in den Fokus gerückt, weil es hier bereits ein Vertriebsbüro, einen Gartenmarkt und ein Abhollager für landwirtschaftliche Bezugsprodukte gibt. Den Standort hatte die Raiffeisen Waren GmbH Anfang dieses Jahres erst von der RHV übernommen.

Eine Entscheidung zu den Getreidesilos könnte Mitte Februar fallen: zunächst im Bauausschuss, dann in der Gemeindevertretung. Ursprünglich stand eine Beschlussfassung bereits auf der Tagesordnung der vergangenen Sitzung. Wegen des erheblichen Diskussions- und Informationsbedarfs wurde diese jedoch vertagt.

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