Bonifatiusfest 2020 im Fuldaer Dom.
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Knapp 100 Gläubige feierten die Messe im Fuldaer Dom.

Das etwas andere Bonifatiusfest

Bischof Gerber erinnert in Corona-Zeiten an die schweren Wege des Bonifatius

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Normalerweise wallen Tausende Gläubige mit Pauken und Trompeten aus allen Pfarreien des Bistum sternförmig nach Fulda, um dem Heiligen Bonifatius zu gedenken. In diesem Jahr blieb der Domplatz leer. Stattdessen lauschten coronabedingt nur knapp hundert Gläubige im Dom, welche Botschaft Bischof Dr. Michael Gerber verkündete.

Fulda - Bischof Gerber verwies zunächst auf die neuen Möglichkeiten des Internets, die es möglich machten, dass viele Gläubige in ganz Deutschland zuschauen können angesichts der besonderen Situation, die durch die Corona-Pandemie bedingt ist.

Gerber erklärte in seiner Predigt, dass auch Bonifatius vor großen Herausforderungen gestanden habe, als er nach Fulda gekommen ist, um die Menschen zu missionieren. Es habe viele Momente gegeben, da hätte er Grund gehabt, den Bettel hinzuschmeißen, weil ihm viele mit Misstrauen begegnet seien.

Bischof Gerber predigt zum Bonifatiusfest: Keine Scheu vor schweren Wegen

Doch dies tat Bonifatius nicht. Vielmehr setzte er alles daran, um die Menschen mit Christus in Beziehung zu bringen. Und er habe trotz vieler Rückschläge nicht aufgegeben.

Und hier werde der Apostel der Deutschen „interessant für uns in der heutigen Zeit“, sagte der Bischof. „Heute hätten wir es mit einem großen gesellschaftlichen Veränderungsprozess zu tun. Das betreffe auch die Kirchengemeinden. Man befinde sich nicht auf bewährten Straßen. Vielmehr gleiche die Aufgabe „einer mühsamen Kraxeltour angesichts der vielen Herausforderungen“. Immer mehr Menschen wollten vom Glauben nichts mehr wissen.

Auf ein Kreuz konnten Fotos geklebt werden.

Man sei auf der Suche nach Argumenten, „warum unser Paket so unverzichtbar ist. Besinnt euch auf das Warum“, rief der Bischof den Gläubigen zu. „Scheuen wir uns nicht, Wege und Energien dieses Erfahrungsraumes zu erleben, der tief in unserer Seele verankert ist.“ Man müsse diese Erfahrung machen und verkünden. Dann könne man, persönlich und auch als Gemeinde, mit Gottvertrauen „neue Pakete über den Pass tragen in eine neue Welt“, sagte der Bischof und nahm damit Bezug zum schweren Weg, den Bonifatius gegangen seinerzeit ist.

Kreuz mit Bildern als Mutmacher in Corona-Zeiten

Auf ein Kreuz wurden Bilder aufgeklebt. Das Kreuz soll an Erfahrungen und Begegnungen erinnern, wie man das „Warum“ erlebt hat. Es soll Zeichen sein, dass die Herausforderungen unserer Zeit gestemmt werden können, wenn man sich von Christus tragen lässt.

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