Fotos: Jacqueline Kleinhans

St. Bonifatiuskirche: Mehr Licht und neuer Altarraum

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Horas - Seit rund vier Monaten wird die St. Bonifatiuskirche saniert. Wo sonst Bänke und der Altar standen, stehen nun Gerüste. Bis Herbst 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Von unserem Redaktionsmitglied Jacqueline Kleinhans

Der Innenraum der St. Bonifatiuskirche erinnert zurzeit nicht an eine Kirche: Die Besucherbänke sowie der Altar fehlen, es ist staubig, Baulärm hallt durch die Kirche. Nach dem letzten Gottesdienst am 15. August haben die Arbeiten begonnen.

„Etwa 60 Helfer haben mitangepackt, um die Kirche auszuräumen. Die Bänke haben wir zwischengelagert. Sie werden später neu bezogen“, erklärt Winfried Engel, Vorsitzender des Kirchenbauvereins. Auch der Boden soll aufgearbeitet werden. „Die Keramikfließen sind noch original aus dem Jahr 1885“, so Engel.

Kirchenfenster fehlen

Dass sich in der Kirche etwas tut, ist aber auch von außen sichtbar: Teilweise fehlen die Kirchenfenster. Die Mitarbeiter der Glasmalerei Peters aus Paderborn nehmen diese heraus und reparieren sie. „Die Fenster werden gesäubert, sodass später ein ganz anderes Licht in die Kirche fallen wird“, sagt der Künzeller Architekt Berthold Schäfer. Jedes Fenster besteht aus vielen kleinen Elementen,. „Bis alle Fenster erneuert sein werden, wird es noch etwa drei bis vier Wochen dauern“, so Schäfer.

Auch im Inneren wird es einige Veränderungen geben. „Der sieben Tonnen schwere Altar wird weiter nach vorne rücken. Dadurch wird es weniger Plätze geben, da wir weniger Bänke aufstellen werden“, erklärt Pfarrer Markus Agricola. Von den ursprünglich 320 Sitzgelegenheiten wird es dann noch 250 geben. „Das ist aber ausreichend. Sollte es im Gottesdienst doch einmal voller werden, können wir Stühle hinzustellen“, so Agricola. Das gehört zu den kleinen Gesten, die der Pfarrer besonders schätzt.

Künstlerischer Wettbewerb für Altarraum

„Anfangs wurden die Gottesdienste, die während der Umbauphase im Adalbert-Endert-Haus stattfinden, eher schlecht angenommen. Die Bürger hatten Vorbehalte, aber das hat sich mittlerweile geändert“, erzählt er. Dann wird es schon einmal voll in dem Pfarrzentrum. „Die Besucher unterstützen sich gegenseitig. Reichen die Stühle nicht aus, geht jemand los, um weitere zu holen. Das ist ein schönes Zeichen der Gemeinde“, sagt Markus Agricola.

Wie der Altarraum einmal aussehen wird, steht noch nicht komplett fest. „Es wird einen künstlerischen Wettbewerb geben“, erklärt Winfried Engel. Fest steht aber, dass es hinter dem Altar einen Retabel geben wird – drehbare Bilder, die das Leben von Bonifatius zeigen. Ändern wird sich ebenso die Situation der Beichtstühle. „Ein klassischer Beichtstuhl bleibt erhalten. Der andere wird in eine Art Beichtzimmer umgebaut, sodass es den Gläubigen möglich ist, dem Pfarrer beim Gespräch gegenüberzusitzen“, sagt Engel.

60.000 Euro gesammelt

Insgesamt kostet die Sanierung der St. Bonifatiuskirche 1,6 Millionen Euro – ein Drittel davon zahlt das Bistum Fulda. „Durch unseren 2018 gegründeten Kirchenbauverein haben wir bisher 60.000 Euro gesammelt“, erklärt der Vorsitzende Engel. „Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, wofür das Geld ausgegeben wird. Daher versuchen wir, die Kirchengemeinde über die Sanierung auf dem Laufenden zu halten, damit alles transparent ist“, ergänzt Pfarrer Agricola.

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