Fotos: Hubert Weber/Stadtarchiv

Borussia Fulda... und der steinige Weg nach dem zweiten Weltkrieg in Liga zwei

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - In unserer Serie über die Geschichte des SC Borussia Fulda blicken wir auf die ersten Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. Vorher hatte der SCB mehrfach ganz weit vorne in Deutschland um Titel mitgespielt.

1950/1951: Es gab ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft in der Landesliga Hessen (heute Hessenliga) mit Olympia Lampertheim. Am Ende hatte Lampertheim mit vier Punkten die Nase vorne. Ein kleiner Trost: Die Derbys verliefen für die Borussia weitgehend erfolgreich.

Gegen Germania Fulda (2:0, 5:3, das einzige Hessenligajahr der Germanen) und den FV Horas (5:2, 2:0) setzte sich der SCB durch. Nur gegen Hessen Hersfeld (1:1, 3:5) sah es weniger freundlich aus.

Im Anschluss spielte die Borussia noch die Spiele um die Deutsche Amateurmeisterschaft, die über viele Jahrzehnte einen hohen Stellenwert hatte. In der Vorrunde schaltete man mit einem 1:0 den SC Zweibrücken aus. Dann war in der Zwischenrunde gegen den SV Troisdorf 05 (zwischen Köln und Bonn gelegen) beim 1:3 Endstation.

1951/1952: Da Olympia Lampertheim in den Aufstiegsspielen gescheitert war, kam es erneut zum Zweikampf um die Meisterschaft in der Landesliga Hessen (heutige Hessenliga). Und wieder hatte Lampertheim am Ende die Nase vorne. Da sich Horas und Germania Fulda in der Saison davor aus der Liga verabschiedeten mussten, blieb nur das eine Derby gegen Hessen Hersfeld. Und die Revanche für das Vorjahr gelang. 5:0 und 2:0 siegte Borussia diesmal. Im Rennen um die Deutsche Amateurmeisterschaft kam diesmal bereits in der Vorrunde beim 0:4 gegen den SC Schwabach (bei Nürnberg) das Aus. Toll: Die A-Junioren werden Nordhessenmeister. Im Entscheidungsspiel in Alsfeld setzte man sich gegen den TSV Kirchhain durch und ließ sich danach ausgiebig feiern.

1952/1953: Die Liga bekommt einen neuen Namen. Ab sofort heißt die Spielklasse bis zur ganz großen Ligenreform im Jahr 1965 „erste Amateurliga“. Aber sportlich ist es zum verrückt werden. Zum dritten Mal nacheinander reicht es für die Borussia „nur“ zur Vizemeisterschaft. Diesmal hatte Hanau 93 die Nase vorne und durfte um den Aufstieg spielen.

Mittlerweile war die Teilnahme an der deutschen Amateurmeisterschaft auch schon kein wirklicher Trost mehr. Immerhin wurde der Wettbewerb reformiert. Jetzt wurde in Vierergruppen um die deutsche Amateurmeisterschaft gespielt. Und das in Hin- und Rückspiel. Die Borussia scheiterte in der Vorrunde gegen Eintracht Nordhorn (3:4, 1:4), den Heider SV (1:1, 3:2) und den Homberger SV (2:3, 1:2).

1953/1954: Endlich. Nach drei vergeblichen Anläufen wurde die Borussia Meister in der ersten Amateurliga (heutige Hessenliga). Fünf Punkte betrug der Vorsprung auf den Vizemeister Spvgg. Neu-Isenburg. Damit war man für die Aufstiegsspiele zur zweiten Liga Süd qualifiziert.

Es wurde ein Drama, welches die Mannschaft um Willi Schrimpf, Otto Schindewolf, Günter Volland, Georg Kuczera und Kapitän Lorenzen durchleben musste. Nach zehn Spielen gegen den VfL Neustadt (3:2, 3:6), die Spvgg. Weiden (1:0, 2:3), den Offenburger FV (3:3, 0:3), Amiticia Viernheim (2:0, 2:2) und den SC Eislingen (4:0, 6:0) war man mit Weiden (je 12:8-Punkte) punktgleich.

Es kam in Würzburg zum Entscheidungsspiel. 7000 Besucher sahen eine 2:3-Niederlage – der Aufstieg wurde knapp verpasst.

1954/1955: Es war eine Saison, die an Spannung der Vorsaison in nichts nachstand. Mit der Spvgg. Bad Homburg lieferte sich die Borussia ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel in der I. Amateurliga (heute Hessenliga). Bis zum letzten Spiel blieb es dramatisch. Am Ende waren beide Teams punktgleich und mussten zum Entscheidungsspiel um die Hessenmeisterschaft antreten.

8000 Zuschauer kamen ins Stadion nach Gießen und sahen ein Spiel, das ebenso spannend war wie der Rest der Runde. Am Ende gewann Bad Homburg 1:0. Dennoch durfte Fulda jubeln, denn nach der Partie gab Bad Homburg bekannt, dass man auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen verzichte und lieber die deutsche Amateurmeisterschaft spielen wolle.

Also klopfte der SCB erneut an die Tür zur Zweiten Liga. Auch hier blieb es dramatisch. Nach dem 4:2 gegen den VfB Helmbrechts folgte das Auswärtsspiel bei Amiticia Viernheim, das 0:2 verloren ging. Der Druck wuchs und Borussia hielt diesem zunächst stand.

Drei Tore von Willi Schäfer und ein Treffer von Janssen sicherten das 4:0 gegen Viernheim im Rückspiel und somit das nächste „Endspiel“ beim VfB Helmbrechts. Die Borussia hätte für den Aufstieg gewinnen müssen, verlor aber klar mit 0:4. Georg Kuczera traf 39 Mal, Helmut Schäfer erzielte 19 Saisontore.

1955/1956: Diese Spielzeit war recht unspektakulär. Nach den vielen Highlights in den Jahren davor wird die Borussia am Ende Dritter in der I. Amateurliga (heutige Hessenliga) und konnte die Saison recht früh beenden.

1956/1957: Wer weiß, wozu es gut war, dass das Jahr davor in recht ruhigen Bahnen verlief. Denn nun hatte die Borussia Kraft und startete durch. Mit 46:10-Punkten und 85:28-Toren wurde der SCB Meister der I. Amateurliga (heutige Hessenliga), blieb vier Punkte vor dem VfB Friedberg. Trainer war seit dieser Saison Otto Blau.

Unter ihm sollte der große Wurf in den Aufstiegsspielen endlich gelingen: Nach den Spielen gegen den VfB Friedrichshafen (1:2), den FC Konstanz (4:2), bei Amiticia Viernheim (1:1) und beim FC Bamberg (3:2) war man punktgleich mit dem VfB Friedrichshafen.

Wieder musste der SCB in ein Entscheidungsspiel und behielt diesmal die Oberhand. Borussia gewann vor 12.000 Zuschauern in Pforzheim mit 1:0. Knecht erzielte das Tor per Kopf. Der Aufstieg in die Zweite Liga Süd war geschafft.

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