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Bürgerinitiative: „Bronnzeller Bürger fühlen sich abgehängt“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bronnzell - Eine hohe Verkehrsbelastung, schlechtere Busanbindungen und die Zweigstellenschließung der Sparkasse Fulda im Ort: Die Bürgerinitiative (BI) Lebenswertes Bronnzell hat in einer Pressemitteilung eine Reihe an Kritikpunkten angeführt und dabei eine Kernaussage getroffen: „Bronnzeller Bürger fühlen sich abgehängt“.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

Bronnzell ist der älteste Stadtteil Fuldas und als Einfalltor in die Stadt wahrscheinlich einer der Orte, die am stärksten vom Verkehr betroffen sind.

Doch nicht nur das: Auch andere Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit seien schlecht für den Ort: „Zeitgleich mit der Mitteilung über die Zweigstellenschließung der Sparkasse Fulda in Bronnzell wird die Überland-Buslinie 40 in Bronnzell gestrichen“, heißt es in der Pressemitteilung der BI. In Bronnzell gebe es weder einen Hausarzt, noch einen Lebensmittelmarkt oder eine Poststelle. „Eine Reduzierung der Busverkehre macht es für alle, die darauf angewiesen sind, schwerer“, kritisiert die BI.

Mobilität wird eingeschränkt

Die nächste Sparkasse ist in Eichenzell. „Aber zwischen 11 und 16 Uhr fährt zukünftig nur die Linie 43 einmal in der Stunde in diese Richtung. Die Mobilität wird erheblich eingeschränkt“, betont die BI. Auch das Einkaufszentrum in den Kaiserwiesen, wo es ebenfalls einen Automaten gibt, sei mit dem Bus nur mit einem Umstieg erreichbar. Über den Wegfall der Linie 40 hat unsere Zeitung bereits berichtet.

Für die Überland-Linien ist die Lokale Nahverkehrsgesellschaft (LNG) zuständig. LNG-Geschäftsführer Daniel Vollmann erklärt, dass es in Bronnzell wie bisher sowohl eine Bedienung durch die Stadtbuslinie 6 als auch durch den regionalen Busverkehr der Linien 41, 42 und 43 geben wird. Dass zwischen 11 und 16 Uhr von Bronnzell in Richtung Eichenzell nur stündlich ein Bus fährt, sei richtig. „Aber es können auch Sparkassen in Fulda angefahren werden, und da fährt die Stadtbuslinie 6 jede halbe Stunde“, fügt Vollmann an.

Benachteiligung durch Lärmbelästigung

Benachteiligt sei Bronnzell aber auch aufgrund der Lärmbelastung, schreibt der Vorstand der BI: „Tagein, tagaus fahren auf der B 27 durch Bronnzell 52.000 Fahrzeuge. Durch die Ortsmitte täglich rund 9000.“ Während der Bronnzeller Kreisel für den steigend prognostizierten Verkehr ausgebaut werde, seien bei Bronnzell lediglich einige Meter zusätzliche Lärmschutzwände vorgesehen.

Die Stadt erklärt hierzu, dass die Zahl von 52.000 Fahrzeugen deutlich zu hoch angegeben sei. „In den vergangenen Jahren lag der Wert bei 36.000 Fahrzeugen. Diese Zahl ist ein Durchschnittswert, der von Hessen Mobil ermittelt wurde“, betont Johannes Heller von der Magistratspressestelle.

Keine Alternativen

Für die Fahrtenbeziehung zwischen Fulda und dem südlichen Kreisgebiet gebe es zur B 27 keine Alternative. „Drastische verkehrsregelnde Maßnahmen“ seien rechtlich problematisch. Auch was die geforderten Lärmschutzwände betreffe, müsse Bronnzell als Streckenabschnitt mit Lärmvorsorgecharakter eingestuft werden. „Nur dann sind weitergehende Lärmschutzmaßnahmen denkbar.“

Bei den Faktoren, auf die die Stadt Einfluss nehmen könne, stehe Bronnzell sehr gut da: „Das Bürgerhaus wird ab 2020 saniert. An der Landgräfin-Anna-Schule wurde eine finanziell aufwendige Nachmittagsbetreuung installiert. Mit großem Aufwand wurde der Hochwasserschutz massiv ausgebaut. Und es gibt Bemühungen, um neue Baugebiete am Ortsrand zu schaffen“, erklärt Heller.

Bei einer Sache geht es nicht voran, wie er einräumt – der Sanierung der alten Mülldeponie. „Die Stadt ist nach wie vor sanierungspflichtig. Allerdings fehlt die Zustimmung von zwei Grundstückseigentümern“, erklärt Heller. Bei dem Thema stünden auch Gerichtsverfahren aus, sodass der Beginn der Sanierung nicht absehbar sei.

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