Ehefrau Gabriele Primus (von links), Margit Trittin und Ex-Landrat Fritz Kramer würdigten Hans-Georg Primus an dessen 90. Geburtstag.
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Ehefrau Gabriele Primus (von links), Margit Trittin und Ex-Landrat Fritz Kramer würdigten Hans-Georg Primus an dessen 90. Geburtstag.

Spuren hinterlassen

Gersfelds langjähriger Bürgermeister Primus wäre dieses Jahr 100 geworden

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Hans-Georg Primus hat tiefe Spuren in Gersfeld hinterlassen. 31 Jahre lang, von 1951 bis 1982, war er Bürgermeister in der Rhönstadt. In seiner Amtszeit wurden unter anderem das Freibad und der Wildpark gebaut und der Tourismus boomte. Er wäre in diesem Jahr 100 geworden.

Gersfeld - Auf Initiative des damaligen Landrats des Kreises Hünfeld, Heinrich Beck, bekam Primus eine Stelle in der Hünfelder Kreisverwaltung. Doch die reine Verwaltungsarbeit befriedigte ihn nicht. Er wollte gestalten. Im Jahr 1951 bewarb er sich um den vakanten Bürgermeisterposten in Gersfeld – und wurde gewählt.

Dies war nicht selbstverständlich, denn Primus war parteilos. Die Einführung war am 27. Oktober 1951. Damals hatte Gersfeld einen dörflichen Charakter. Die Schlosspark-Villa stand leer, die Holzindustrie lag danieder, der Fremdenverkehr lahmte und es fehlten Arbeitsplätze. Es gab viel zu tun für den neuen Bürgermeister.

Gersfelder Hof war „der Durchbruch“

Dank seiner Freundschaft zum Apotheker Posper Marbaise gelang es recht schnell, einige Betriebe in der Rhönstadt anzusiedeln. Danach ging es darum, Leben in die verwaiste Schlosspark-Villa zu bekommen. Primus konnte Dr. Jürgen von Rosen dafür gewinnen. Und auch des Themas Fremdenverkehr nahm er sich an. Frühzeitig erkannte Primus, dass der Tourismus für die Entwicklung von großer Bedeutung ist, nicht zuletzt um Gersfeld als heimliche Hauptstadt der Rhön zu etablieren.

Deshalb wollte er unbedingt ein größeres Hotel ansiedeln. Dies gelang ihm mit dem Gersfelder Hof. „Dies war der Durchbruch“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. In der Folge stieg die Zahl der Übernachtungen nach und nach auf über 200.000. Zur Attraktivitätssteigerung wurde zudem das marode Freibad erneuert und der Hochwildschutzpark gebaut. Heute erinnert eine Tafel im Wildpark an ihn.

Stolz auf den Bau des evangelischen Altenheims

Besonders stolz war er auf den Bau des evangelischen Altenheims. Dies sei keine politische Entscheidung gewesen. Vielmehr hätte eine Gruppe von Gersfeldern, wozu auch er gehört habe, die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung erkannt.

Er habe nicht nur Betriebe angesiedelt und den Tourismus belebt, sondern eine Fülle von Infrastruktureinrichtungen für Gersfeld initiiert, sagte die ehemalige Bürgermeisterin Margit Trittin zum 90. Geburtstag von Primus. Zudem habe er Baugebiete ausgewiesen, Schulen, Kindergärten sowie Sporteinrichtungen gebaut und dafür gesorgt, dass der Barock-Park von der Stadt gepachtet und wieder für alle frei zugänglich wurde.

Kraft der Argumente war Primus‘ Stärke

Ex-Landrat Fritz Kramer lobte bei der Feier die Überzeugungskraft des Ex-Bürgermeisters. „Ohne Mehrheit hat Hans-Georg Primus allein mit der Kraft der Argumente im Parlament überzeugt.“ Auch bei ihm habe sich Primus mit allen Mitteln für Gersfeld eingesetzt, sagte Kramer.

Die ehrenamtlichen Ämter nutzte Primus für die Weiterentwicklung Gersfelds. Primus war unter anderem Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kneipp-Heilbäder, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates und Vorsitzender des Hessischen Waldbesitzerverbandes.

Neben dem Bundesverdienstkreuz, der Freiherr-vom-Stein-Medaille, der Plakette in Gold des Ministers für Landwirtschaft und Forsten erhielt er noch die Dädalus-Medaille in Gold des Deutschen AeroClubs und ist Ehrenbürger der Stadt Gersfeld.

Hans-Georg Primus starb vor zehn Jahren kurz nach seinem 90. Geburtstag.

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