Bürgermeisterwahl in Großenlüder

FZ-Forum: Marco Herbert oder Florian Fritzsch? Hier gibt es den Stream zum Nachschauen

Digitalisierung, Straßenbeiträge und die geplante Steinbrucherweiterung: Beim FZ-Forum zur Bürgermeisterwahl am 15. November in Großenlüder zeigten sich die Kandidaten Marco Herbert (CDU) und Einzelbewerber Florian Fritzsch kompetent und schlagfertig. Schauen Sie hier die Aufzeichnung des Livestreams.

Großenlüder - Ohne anwesendes Publikum, dafür vor laufenden Kameras und mit viel Sachkenntnis präsentierten sich die beiden Bürgermeisterkandidaten im Gespräch mit FZ-Redakteur und Moderator Dr. Volker Nies. Die breiten Kenntnisse der Bewerber überraschten nicht, haben sie doch beide viel Verwaltungserfahrung: Marco Herbert (41), ist CDU-Fraktionsvorsitzender in Großenlüder und arbeitet als Dezernent im Bereich „Innere Organisations- und Planungsangelegenheiten, Interne Revision“ beim Regierungspräsidium Kassel. Der 38-jährige SPD-Fraktionsvorsitzende Florian Fritzsch, der als Einzelbewerber antritt und von der SPD unterstützt wird, arbeitet im Büro der Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt.

FZ-Forum zur Bürgermeisterwahl in Großenlüder: Herbert und Fritzsch mit viel Sachkenntnis

Ihre Verwaltungserfahrung warfen dann auch beide in den Ring, als es um die Frage ging, warum die Bürgerinnen und Bürger ihnen ihre Stimme geben sollten. „Ich habe außerdem Projekt- und Führungserfahrung“, argumentierte Herbert. Mit seiner „offenen Art“ verfüge er zudem über „das richtige Werkzeug“, um Rathauschef zu werden.

Mit klaren Vorstellungen und Ideen präsentierten sich Marco Herbert (links) und Florian Fritzsch (rechts) im Gespräch mit Volker Nies.

Fritzsch kündigte an, das Amt mit „großer Leidenschaft“ ausüben zu wollen und dabei immer „das Wohl der Gemeinde im Mittelpunkt des Handelns“ zu behalten. Fritzsch will im Fall eines Wahlsieges wichtige Projekte in der Gemeinde weiterführen – etwa im Bereich Trinkasserversorgung, ZKW und Ortsjubiläum. Außerdem will er sich um den Klimaschutz und „gesunde Lebensbedingungen in Großenlüder“ kümmern sowie ausreichend Bauland für junge Familien zur Verfügung stellen.

Marco Herbert möchte mehr für das Regionalmarketing tun. Außerdem hat sich Herbert das Fortschreiten der Digitalisierung, eine App zur Vernetzung der Gemeinde und speziell der Vereine, sowie die Förderung des Ehrenamtes und die Unterstützung der Mitgliederwerbung von Vereinen auf die Fahnen geschrieben.

Großenlüder: Beide Bürgermeisterkandidaten lehnen ZKW-Erweiterung ab

Bereits hier bewiesen beide Kandidaten ihre Schlagfertigkeit. „Wenn ich gewählt werde, dann greife ich gerne auf deine Expertise in Sachen Digitalisierung zurück“, bot Fritzsch an, und Herbert entgegnete: „Wenn ich Bürgermeister werde, können wir uns die Stelle sparen, ich mache das dann gerne mit.“

Einig waren sich beide darin, dass sie die Erweiterungspläne der Zement- und Kalkwerke Otterbein (ZKW) ablehnen. Entscheidend für diese Position seien für Fritzsch die vielen Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern gewesen, in denen auch die Belastungen zur Sprache kamen. „Wenn der aktuelle Betrieb schon so große Auswirkungen hat, möchte man sich die Situation bei einem Ausbau gar nicht vorstellen.“

Marco Herbert sagte, er sei sich der Verantwortung der Gemeinde gegenüber den Unternehmen bewusst, da Arbeitsplätze, Steueraufkommen und Kaufkraft daran hingen. Dennoch lehne er die Pläne ab. Fritzsch warf ihm „Rumgeeiere“ vor, Herbert habe diese Position spät eingenommen. Herbert entgegnete, er sei in einem Abwägungsprozess zu seiner Meinung gelangt.

Zuschauerfragen zu E-Mobilität, Umweltschutz und Verkehr

In Sachen Straßenbeiträge favorisieren beide Kandidaten wiederkehrende Beiträge. „Dieses Modell ist für jeden ein Stück weit machbar und finanzierbar“, sagte Fritzsch. Herbert ergänzte, dass es noch „problematische Abrechnungsgebiete“ in der Gemeinde gebe.

Die Zuschauerfragen betrafen unter anderem E-Mobilität, Umweltschutz und die Verkehrssituation. Die Kandidaten zeigten sich auch hier souverän, sodass Moderator Nies feststellte: „Wir haben hier zwei kompetente Kandidaten.“ 1700 Menschen verfolgten die Liveübertragung auf unserem Portal, die Aufzeichnung gibt es in diesem Artikel.

Rubriklistenbild: © Marcus Lotz

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