Mark Henkel
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Mark Henkel betreibt seit mehr als 15 Jahren eine Anwaltskanzlei.

Berufliche Gründe

Bürgermeisterwahl in Dipperz: Mark Henkel zieht seine Kandidatur zurück

Mark Henkel (45) zieht seine Kandidatur f��r das Bürgermeisteramt in Dipperz zurück. Als Hauptgrund für seine Demission nennt der CDU-Bewerber in einer Pressemitteilung berufliche Gründe.

  • Dipperz: Mark Henkel zieht seine Bürgermeisterkandidatur zurück.
  • Dafür nennt er berufliche Gründe.
  • Es habe aber auch private Differenzen gegeben.

Update vom 15. Juni, 10.54 Uhr: Die CDU Dipperz bedauert den Rückzug ihres Kandidaten Mark Henkel und erklärt, dass sie keinen Bewerber für die kommende Bürgermeisterwahl stellen wird. Das geht aus einer Mitteilung hervor, in der die CDU Dipperz Stellung zum Rückzug Henkels nimmt.

Die Entscheidung habe der Vorstand der Dipperzer Union während seiner jüngsten Vorstandssitzung einstimmig beschlossen. Ebenso einstimmig sei Henkel aus seiner Kandidatur entlassen worden. Vorsitzender Thorsten Roch sagt: „Mark Henkel wäre aufgrund seiner Qualifikation und seiner kommunalpolitischen Erfahrung ein hervorragender Bürgermeister für Dipperz geworden. Er hätte die Gemeinde nach vorne gebracht. Aber wir akzeptieren selbstverständlich seine Entscheidung und können die Gründe hierfür auch nachvollziehen. Wir wünschen ihm alles Gute.“

Corona-Pandemie setzt Dipperz finanziell zu

Durch die Corona-Pandemie sei die Gemeinde Dipperz in finanzielle Schwierigkeiten geraten, heißt es in der Mitteilung weiter. „Da lässt es sich den Bürgerinnen und Bürgern nur schwer erklären, wenn sie noch einen weiteren Bürgermeister bezahlen müssen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Andreas Höhl.

Bei der Wahl wird auch Amtsinhaber Klaus-Dieter Vogler (parteilos) wieder antreten. Hätte Henkel gewonnen, wären auf die Dipperzer tatsächlich zusätzliche Kosten zugekommen, weil die Gemeinde auch das Ruhegehalt für Vogler sowie die beiden Alt-Bürgermeister Bernhard Weber und Reinhold Hartung hätte zahlen müssen.

CDU Dipperz will sich nun auf Kommunalwahl konzentrieren

Generell sei es für einen Herausforderer ausgesprochen schwierig, in Corona-Zeiten einen zielgerichteten Wahlkampf zu führen. „Wir können keine Veranstaltungen durchführen, es gibt keine Feste, und auch Hausbesuche wären zurzeit kein geeignetes Mittel, um sich bekannt zu machen“, sagt Roch.

Die Dipperzer Union widmet sich nun verstärkt der Kommunalwahl, die am 14. März 2021 stattfinden soll. „Hier basteln wir an einem starken Team, das die Zukunft der Gemeinde Dipperz gestalten will. Wir werden die Arbeit des Bürgermeisters konstruktiv und kritisch begleiten“, sagt Thorsten Roch abschließend.

Ursprungsmeldung vom 15. Juni, 9.43 Uhr:

Dipperz - Mark Henkel betreibt seit mehr als 15 Jahren eine Anwaltskanzlei. Seit 2016 befindet sich diese Kanzlei in Dipperz. „Ich hatte mit zwei potenziellen Nachfolgern erfolgreich Gespräche geführt. Mit einem Kollegen waren die Verträge sogar schon unterschriftsreif. Aufgrund von Corona haben beide Bewerber aber kurzfristig einen Rückzieher gemacht und sich für sichere Jobs als Richter beziehungsweise als angestellter Anwalt entschieden“, sagt Henkel.

Bürgermeisterkandidat Mark Henkel will Kanzlei weiterführen

Aus Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter und aus Verantwortung gegenüber seinen Mandanten hat der CDU-Politiker nun entschieden, sein Anwaltsbüro selbst weiterzuführen. „Ich habe in 15 Jahren ein sehr gut gehendes Wirtschaftsunternehmen aufgebaut, das ich nicht einfach so aufgeben kann und möchte“, sagt Henkel, der Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht sowie Fachanwalt für Verwaltungsrecht ist.

Zudem führt Henkel aus: „Ich habe allen meinen Mandanten versprochen, dass ich dafür Sorge trage, dass ihre Fälle adäquat weitergeführt werden. Meinen Mitarbeitern habe ich versprochen, dass ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben. Das kann ich nun nicht mehr gewährleisten. Insofern stelle ich mich meiner Verantwortung und stehe zu meinem Wort. Der Fachkräftemangel sowie meine Spezialisierung im Baurecht und Verwaltungsrecht machen es nahezu unmöglich, dass ich bis zum März 2021 einen geeigneten Nachfolger finde, den ich zudem noch einarbeiten kann.“

Persönliche Anfeindungen und dubiose Vorfällen

Der CDU-Politiker nennt aber auch private Gründe für seinen Schritt: „Das politische Klima in Dipperz hat sich deutlich verschlechtert. Wenn es schon so weit kommt, dass persönliche Anfeindungen und dubiose Vorfälle mit strafrechtlicher Relevanz das Privatleben tangieren, dann fällt es nicht so schwer, als erfolgreicher Anwalt auf eine Bürgermeisterkandidatur zu verzichten.“ Von welchen Vorfällen Henkel spricht, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Der 45-Jährige kündigt an, bis zur Kommunalwahl im März 2021 sein Mandat als Gemeindevertreter ordnungsgemäß zu Ende zu führen. Ob er sich danach noch einmal zur Wahl stellt, lässt er offen. „Ich kann mir aber vorstellen, dass sich meine Frau und meine Kinder darüber freuen würden, wenn ich ein bisschen kürzertrete. Schließlich bin ich in meinem Beruf und in den zahlreichen anderen Ehrenämtern zeitlich ziemlich gefordert.“

lio

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