Fotos: Volker Nies

Bürgermeisterwahl Eichenzell: Bewerber suchen den direkten Kontakt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Eichenzell - Wenn es derzeit abends an einem Haus in der Gemeinde Eichenzell klingelt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einer der Bürgermeister-Kandidaten vor der Tür steht. Johannes Rothmund (CDU) und Lutz Köhler (SPD) setzen auf den direkten Kontakt, um vor der Stichwahl am Sonntag zu mobilisieren.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

„Der Eindruck, den man im persönlicher Kontakt mit dem Bewerber gewinnt, ist für die Wahlentscheidung ganz entscheidend“, erklärt Rothmund. Er hatte schon vor dem ersten Wahlgang die meisten Haushalte besucht. Ein Vorteil der Haustürbesuche sei auch, dass man bisweilen höre, wo Bürger der Schuh drückt. „Von den Problemen bei der U3-Betreuung habe ich an Haustüren gehört“, erzählt Rothmund. Jetzt ist er in den Straßen, die er vor dem ersten Wahlgang nicht geschafft hatte oder wo er lange nicht gewesen war. Schwerpunkte seiner Besuche sind Rönshausen, Rothemann und der Kernort.

Auf Rothemann, Büchenberg, Löschenrod und Kerzell konzentriert

Auf Rothemann, Büchenberg, Löschenrod und Kerzell konzentriert sich Lutz Köhler. Er hat das Instrument der Haustürbesuche nach dem ersten Wahlgang für sich entdeckt, bei dem er in den Ortsteilen schlechter abschnitt als im Kernort. „Ich will etwas für die Wahlbeteiligung tun und mit meinen Besuchen zugleich klar machen, dass ich selbstverständlich auch für die Ortsteile da bin und Lösungen für alle Teile der Gemeinde habe“, sagt Köhler.

Beide Kandidaten berichten, dass sie an den Haustüren fast immer auf freundliche Reaktionen stoßen, wenn sie sich kurz vorstellen, ein Prospekt und zudem ein kleines Geschenk überreichen: Bei Köhler ist es ein Kugelschreiber, bei Rothmund ein Feuerzeug und Gummibärchen.

Rothmund und Köhler sind jeden Abend unterwegs – bei Haustürbesuchen und bei Veranstaltungen. Gerade Fastnachtsveranstaltungen sind beliebt – bei Bürgern und Bewerbern. So viel Einsatz fordert den beiden Rechtsanwälten eine Menge ab, denn tagsüber sind sie weiter in ihren Kanzleien und bei Gerichtsterminen tätig.

Weniger strapaziert als motiviert

Beide fühlen sich durch ihre Wahlkampfauftritte aber weniger strapaziert als motiviert. „In den ersten Tagen nach dem ersten Wahlgang hörte ich an den Haustüren oft, ,Herr Rothmund, nach Ihrem Vorsprung im ersten Wahlgang dürfte das doch klappen‘“, berichtet der CDU-Bewerber. „Aber nach dem Wahlaufruf der BLE für den SPD-Bewerber Köhler Mitte vergangener Woche höre ich jetzt oft, dass sie wissen, wie wichtig ihre Stimmabgabe ist, weil es am Sonntag sehr eng werden wird.“ Dass es knapp wird, das nimmt auch Köhler an: „Bei meinen Anhänger höre ich jetzt oft, ,da geht noch was, wir können es noch schaffen.‘“

Die Bürger mobilisieren – das ist beiden Bewerber gelungen. Das Interesse an der Briefwahl ist jetzt schon deutlich höher als vor dem ersten Wahlgang (siehe Kasten) – obwohl dabei ein Bewerber mehr zur Auswahl stand und die Wähler deutlich mehr Zeit für die Briefwahl hatten.

Alle Kräfte mobilisieren

Am Samstag werden beide noch einmal alle Kräfte mobilisieren: Köhler wird von 10 bis 13 Uhr auf dem Edeka-Parkplatz präsent sein, danach Hausbesuche mit Schwerpunkt Löschenrod machen und abends vermutlich an einer Fastnachtsveranstaltung teilnehmen. Rothmund verschenkt am Samstag ab 7.30 Uhr vor der Bäckerei Pappert Marmelade. Danach besucht er die Feuerwehr Eichenzell beim Weihnachtsbaumsammeln und macht Haustürwahlkampf in Rothemann und Rönshausen. Abends besucht er mit seiner Frau zwei Fremdensitzungen.

Über den Wahlabend berichtet unsere Zeitung am Sonntagabend ab 18 Uhr im Internet und am Montag in der Zeitung.

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