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Bürgermeisterwahl Eichenzell: Harald Friedrich (BLE) will „Bürger-Bürgermeister“ sein

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Eichenzell - „Frag‘ den Friedrich“. Unter diesem Titel stehen die Vorstellungsabende von BLE-Bewerber Harald Friedrich (55) in vier Eichenzeller Ortsteilen. Zusätzlich lädt er in allen Ortsteilen an die frische Luft zum Talk am Grill ein. Titel: „Grill den Friedrich“.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Die Resonanz bei Friedrichs Veranstaltungen ist höchst unterschiedlich: In einem kleinen Dorf wollte lediglich ein einziger Bürger mit Friedrich sprechen. Aber hier, im Kernort, ist das Interesse groß. Mit 80 Besuchern ist der Kultursaal im Schlösschen gut gefüllt. Jeden Zuhörer begrüßt er am Eingang per Handschlag, viele duzt er. Kein Wunder, denn Friedrich lebt schon sein ganzes Leben in Eichenzell.

„Ich liebe meine Gesamtgemeinde“

Er will aber bewusst Wähler auch aus den Ortsteilen erreichen will. Deshalb spricht er in seinem Vortrag von der „Gesamtgemeinde“, wenn er Eichenzell mit seinen Ortsteilen meint. „Ich liebe meine Gesamtgemeinde. Deshalb will ich Bürger-Bürgermeister werden“, erklärt Friedrich.

Mit dem Begriff „Bürger-Bürgermeister“ will er sich unterscheiden von seinen Mitbewerbern, die von den Parteien CDU und SPD aufgestellt worden sind. Als Mann der Bürgerliste sei er ein „Bürger-Bürgermeister“. Dennoch sei der frühere Rathauschef Rudolf Breithecker, ein SPD-Mann, eines seiner Vorbilder.

Friedrich schildert, wie sehr er sich seit seiner Jugend ehrenamtlich engagiert – in der Kirche, in verschiedenen Vereinen und fünf Jahre lang als parteiloses Mitglied der SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung. Friedrich liest seinen Text ab. Fotos, die ein Beamer an die Leinwand wirft, illustrieren die Schilderungen. Dazu gehört ein Bild von der Kundgebung gegen die Verlagerung der Weider-Bauschutt-Aufbereitung an die A 66. „Das war die größte Demo der Ortsgeschichte“, sagt Friedrich stolz. Er war Kopf und Stimme der Protestbewegung.

Generationenverein gründen

Dann stellt er seine Pläne vor: Er nennt einige Stichworte und skizziert dann jeweils in einen Sätzen, in welche Richtung seine Ideen gehen: Friedrich möchte einen Generationenverein wie in Ebersbrug gründen, eine Seniorentagesbetreung und seniorenrechtes Wohnen unterstützen. Zu seinem Verkehrskonzept gehört es, dass er den öffentlichen Nahverkehr und die Radwege zwischen allen Teilen der Gesamtgemeinde verbessern will.

Wichtig sei ihm eine stabile Ärzteversorgung, sagt er. Die Gemeinde könne keine Ärzte einstellen, aber sie könne ein medizinisches Versorgungszentrum gründen, das Ärzte von Bürokratie entlastet und Medizinern eine Arbeit auch in Teilzeit erleichtert.

Unter der Überschrift „Klimakommune“ spricht Friedrich zunächst über den Hochwasserschutz: In allen Ortsteilen, die betroffen sein könnten, möchte er Sandsack-Lager anlegen. Landwirte will er überzeugen, den Glyphosat-Einsatz zu reduzieren und Blühstreifen an Äckern und Wiesen anzulegen.

„Ich bin kein Partei-Bürgermeister“

Bei den Fragen aus dem Publikum geht es um die Debatte um die Großstadt Fulda („da wird nichts passieren, deshalb habe ich mich öffentlich nicht geäußert“), den Ausbau von Radwegen und dann vor allem um konkrete Ärgernisse im Kernort: Warum durfte kürzlich ein denkmalgeschütztes Haus abgerissen werden? Wie könnte man im Ortsmittelpunkt den Autoverkehr beruhigen? Wie wird der Verkehr an dem Neubau geregelt, der neben Aldi entsteht? Wird das Kriegerdenkmal jetzt doch nicht versetzt? Da, wo Friedrich eine Frage nicht beantworten kann, geben BLE-Chef und Ortsvorsteher Gerhard Dehler und BLE-Vizechef Joachim Weber Auskunft.

„Ich bin kein Partei-Bürgermeister. Ich will den Bürgern wieder das Zepter in die Hand geben“, fasst Harald Friedrich zusammen. Und er sei ein Mann, der es verstehe, mit anderen Menschen umzugehen. Als Schiedsmann für die Gesamtgemeinde habe er zehn Jahre lang viele Menschen, die untereinander zerstritten waren, wieder zusammengebracht. Als Vorsitzender des Gesangsvereins Concordia Eichenzell komme er auch mit allen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung gut aus.

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