Fotos: Daniela Petersen, Volker Nies

Bürgermeisterwahl in Eichenzell: Es kommt zum Stechen zwischen Rothmund und Köhler

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Eichenzell - Es ist ein Ergebnis, aber noch keine Entscheidung: Mit 46,59 Prozent der Stimmen hat CDU-Bewerber Johannes Rothmund bei der Bürgermeisterwahl in Eichenzell am besten abgeschnitten. Da die 50-Prozent-Marke nicht geknackt wurde, kommt es zur Stichwahl zwischen Rothmund und SPD-Kandidat Lutz Köhler, der 32,42 Prozent holte. Harald Friedrich kam auf 20,99 Prozent.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

Um 18.50 Uhr kommt das letzte Ergebnis rein – der Wahlbezirk Büchenberg. Damit sind alle zwölf Wahlbezirke der Gemeinde Eichenzell ausgezählt. Doch derjenige mit den meisten Stimmen ist nicht da. Erst um kurz nach 19 Uhr betritt Johannes Rothmund den Kultursaal im Eichenzeller Schlösschen. Applaus brandet auf. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt er, dass er bis eben noch Zuhause war. „Ich habe mit meiner Familie zu Abend gegessen und wollte das Ergebnis erst abwarten“, erklärt er.

Rothmund will jetzt nochmal alles geben

Noch sei nichts entschieden. „Natürlich hätte ich gerne 50 Prozent gehabt, aber mit 46 Prozent bin ich auch sehr zufrieden. Es zeigt mir, dass der Wahlkampf nicht ganz falsch war“, erklärt der 46-Jährige. In den nächsten zwei Wochen – die Stichwahl wird am 9. Februar sein – will er nochmal „alles geben“. Zwei Sachen haben ihn jedoch enttäuscht: die Wahlbeteiligung, die mit 61,35 Prozent recht niedrig war, und sein Ergebnis im Kernort Eichenzell. Dort lag nämlich SPD-Kandidat Lutz Köhler in allen drei Wahllokalen vorn. „Das hat mich überrascht, weil ich gerade für den Kernort ein großes Entwicklungspotenzial sehe“, erklärt Rothmund.

Auch Köhler will nachbessern

Lutz Köhler freut sich, dass er in Eichenzell und auch bei der Briefwahl gut abgeschnitten hat, er hätte sich aber in den Ortsteilen mehr Stimmen gewünscht. „Das ist schade. Ich dachte, dass ich klar gemacht habe, dass ich ein Bürgermeister für alle sein möchte. Da muss ich nachbessern.“ Der 50-Jährige wird in den nächsten zwei Wochen nochmal Wahlkampf machen. Mit seinem Ergebnis von 32,42 Prozent ist er nicht ganz zufrieden – auch weil er bei der Probeabstimmung beim FZ-Forum mit Rothmund fast gleichauf war. Rothmund hatte 46 Prozent, Köhler 42,4. Dass es in die Stichwahl geht, sei aber gut. „Mein Minimalziel ist erreicht.“ Auch Köhler hätte sich mehr Wahlbeteiligung erwartet. „Das ist enttäuschend. Bei der Bürgermeisterwahl 2008, als es auch drei Bewerber gab, lag die Wahlbeteiligung bei über 70 Prozent.“

Friedrich hat Schlimmeres befürchtet

Harald Friedrich kann sich ebenfalls nicht erklären, warum so wenige Eichenzeller zur Wahl gegangen sind. Sein Ergebnis von 20,99 Prozent hat ihn etwas beruhigt, wie er sagt: „Ich bin froh, dass ich anders abgeschlossen habe als beim FZ-Forum zu befürchten war.“ Bei dieser nicht repräsentativen Probeabstimmung erhielt er 11,6 Prozent. „Dass ich nun fast 21 Prozent bekommen habe, ist nicht ehrenrührig“, sagt Friedrich und dankt vor allem seiner Frau Judith, der Familie und seinem Wahlkampfteam von der Bürgerliste für die Unterstützung in den vergangenen Wochen. Wen er bei der Stichwahl favorisiert, darüber möchte er nichts sagen. „Ich wünsche beiden alles Gute.“

Geringe Wahlbeteiligung

Von einem fairen Wahlkampf spricht Amtsinhaber Dieter Kolb (parteilos), der zusammen mit Marco Schlender, Leiter des Haupt- und Personalamts, das Ergebnis um 19 Uhr verkündet. „Es war ein engagierter Wahlkampf. Die Wahlbeteiligung war jedoch enttäuschend“, sagt Kolb. Das Interesse der Medien sei indes groß gewesen. „Ich hätte mit 70, 75 oder 80 Prozent Wahlbeteiligung gerechnet.“

Von 9030 Wahlberechtigten haben nur 5540 ihre Stimme abgegeben. 28 Stimmen waren ungültig.

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